Iris 2.0

Eigentlich müsste es mindestens schon das 27. Update sein. Und ein paar Upgrades waren auch dabei in all den Jahren. Wäre schlimm, wenn es nicht so wäre.

Kritisch
Kratzbürstig
Unerbittlich
zickig
den Finger in die Wunde legend
ehrlich
gerade heraus
nicht zurückhaltend
wahrheitsliebend
egoistisch
anstrengend
kompromisslos
pragmatisch
hartnäckig
insistierend
nachhaltig
werteorientiert
konsequent

All das bin ich. Gerade und besonders, wenn es um Klaus geht. Ich drehe ihn mit meinen bohrenden Fragen täglich auf links. Er widerspricht sich manchmal selber und erinnert sich nicht so ganz genau an das, was er mir vor Wochen mal erzählt hat. Dadurch kommt es zu Ungereimtheiten, deren Ursache für mich eindeutig in Lügen liegen, die er mir irgendwann mal erzählt hat. Denn das will auch gelernt sein. Wer gut lügen kann/will muss gut strukturiert sein und die Lügen in einem stabilen Netz aus Zusammenhängen platzieren. Jede Schwachstelle im Geflecht kann zur Instabilität  und zum Zusammenbruch führen.

So steht er also gerade auf dem Prüfstand. Der Ärmste!!
Nein, natürlich muss man ihn deswegen nicht bedauern. Wenn er ein Guter ist, dann macht ihm das nichts aus. Aber er hat inzwischen verstanden, dass er mir kein X für ein U vormachen kann. Ich bin hell wach und passe auf. Da darf er sich keine Fehler leisten. Sonst ist er mich los. Ich fürchte, das wird er so oder so demnächst sein. Alle Zeichen deuten darauf hin.

 

 

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Klaus (4) Urlaubspläne

Wenn es nach ihm geht, dann fliegen wir am 20. März nach Kapstadt.

Das hat er mir vorige Woche gesagt. Er lädt mich ein bzw. nimmt mich mit und sein Arbeitgeber bezahlt Flug und Hotelunterkunft. Die Firma zahlt den Mitarbeitern, die beinahe ständig im Ausland im Einsatz sind, einmal im Jahr für zwei Wochen den Aufenthalt der PartnerIn / Ehegatten.  Dies hat er noch nie in Anspruch genommen. Und da er sicher ist, dass wir beide von jetzt an bis in alle Ewigkeit zusammen gehören und den Rest unseres Lebens miteinander verbringen werden….. bin ich jetzt THE ONE.

Das ist einerseits ein schöner Gedanke, auf der anderen Seite aber auch eine seltsame Vorstellung für mich. Ein Mann, den ich so wenig und erst so kurz kenne?

Gerade in den letzten zwei Tagen kommen mir immer mehr Zweifel auf. Und ich sehe mich in der entscheidenden Phase der Reiseplanung dann absagen. Nämlich dann, wenn die Flüge gebucht und die Unterkunft verbindlich auf unsere Namen reserviert werden sollen. Ginge der ganze Trip mit dem Auto an die Nordsee oder meinetwegen noch an den Gardasee, dann würde ich sagen: Okay, wenn wir uns auf die Nerven gehen, dann setze ich mich ins Auto oder in den Zug und reise nach Hause. Aber so? Südafrika?

Ich halte sehr viel von Bauchentscheidungen. Und ich denke, meine Entscheidung ist beinahe schon gefallen.

Andererseits…. no risk, no fun?

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Projekt Klaus (3) – die On-Off-Story

Man mag es nicht für möglich halten…… es ist mir auch ein klitzekleines bisschen peinlich das hier zu schreiben….. aber es geht weiter, nachdem es Mitte Dezember 2019 so aussah, als wenn alles vorüber wäre. Ich hatte es hier beschrieben.

Am 03. Januar meldete Klaus sich wieder bei mir und ließ mich wissen, dass ihm alles, was geschehen war, so schrecklich Leid tue, er sich entschuldigen möchte und er mich nicht vergessen könne.

Hm, was soll man dazu sagen? Auch er war nach wie vor noch interessant für mich. So ganz war er noch nicht aus meinen Gedanken verschwunden. Und so habe ich mich wieder drauf ein gelassen. Er ist einfach mein besonderes Projekt. Projekt Klaus. Wäre ich ein neutraler Beobachter, würde ich mir selber spätestens jetzt nen Vogel zeigen.

Aber irgendwas ist da. Zwischen ihm und mir. Und das will ich ergründen. Immerhin sind wir uns noch nie begegnet und haben bisher keine Fotos ausgetauscht. Ein kompletter Blindflug also. Das hat schon auch einen besonderen Reiz. Heute, wo die Optik überall in den Medien so extrem in den Vordergrund gestellt wird, ist ein Kennenlernen ohne Bild schon was Besonderes. Aber eben schon auch besonders schräg.

Mittlerweile seit mehr als 4 Wochen schreiben wir wieder. Und auch ein paar Telefonate waren dabei. Zur Zeit ist er in Belgien. Er wird in der ersten Märzwoche nach Hause kommen. Und dann wird es unser erstes Face to Face Treffen geben.
Au weia, wie spannend wird das wohl werden??

Also noch 3 Wochen Wartezeit.
Wie schon berichtet ist er ein Mann der Vor-WhatsApp Generation. Und so schreiben wir Emails. Neulich an meinem freien Tag brach gegen Abend der Mailverkehr von meiner Seite aus zusammen, denn mein Mail Anbieter hat eine Sperre eingerichtet, die es unmöglich macht, mehr als 100 Mail pro Tag an ein und dieselbe Mailadresse zu senden. Tritt das auf, wird von einem Error ausgegangen, bedingt durch einen Virus o.ä. und die Tore werden für diesen Tag geschlossen. Sowas hab ich noch nie erlebt. Wie so einiges, was ich mit Klaus erlebe.

Gerade vor einigen Tagen musste ich mein Postfach mal aufräumen und ich stellte fest, seit Anfang Januar sind mehr als 1800 Mails zwischen uns hin und her gegangen. Also  900 Stück pro Nase. Wobei ich schon mehr geschrieben haben werde.
Wehe, wenn sie los gelassen.

Wir machen schon erste Urlaubspläne, wobei wir gar nicht wissen, ob es überhaupt passt mit der Chemie. Also sind die Pläne nur mit Bleistift gezeichnet.

Es ist alles recht verrückt. Das sehe ich ein. Aber irgendwie passt sowas auch zu mir und normal kann doch jeder……. Oder?

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Radikale Ehrlichkeit

Ich bin in diesem Jahr auf einem radikal ehrlichen Weg, der mich auch zu Opfern zwingt. Wie schon hier berichtet, bezieht sich das auf die Männer, aber eben auch auf andere Kontakte.

Solange ich zurück denken kann, war ich immer an einer konfliktarmen Kommunikation mit Familien, Freunden und Bekannten interessiert.  Wenn mir was nicht gepasst hat und ich anderer Meinung war, dann habe ich das meistens nur offen angesprochen oder ausgesprochen, wenn das Thema es wert war, darüber eventuell auch mal zu streiten, falls nötig. Oder wenn es mir sehr am Herzen lag und ich meine (andere) Meinung nicht für mich behalten konnte, weil es zu wichtig für mich war. Aber sehr oft – aus heutiger Sicht zu oft – habe ich geschwiegen und gedacht: Ach, Schwamm drüber…. ist ja auch egal.

Neee, ist es eben nicht. Denn, wenn man sich selber damit nicht ernst nimmt, die eigenen Werte immer wieder verrät, dann kommt irgendwann der Punkt, wo sich zu viel Unmut angestaut hat. Und dann platzt einem der Kragen. Denn es entwickelt sich mehr und mehr das Gefühl, sich selbst nicht ernst zu nehmen und dann auch von anderen nicht ernst genommen zu werden.

Ich hatte mal eine Freundin, die einige Jahre älter war als ich. Sie hatte eine ziemlich dominante Art und liebte es, den Ton anzugeben. Sei es bei Aktivitäten im Urlaub oder auch nur bei der Wahl des Lokals. Sie war gut darin, anderen ihren Willen regelrecht aufzudrücken, rein zu drücken. Und wenn man keine Lust auf endlos lange Diskussionen hatte, dann tat man besser, was sie wollte und hatte seine Ruhe. Sowas kann dann schnell zur bequemen Angewohnheit werden. Doch das ist äusserst ungut. Denn es ist unehrlich sich selbst gegenüber und auch dem anderen gegenüber. Der Gesprächspartner glaubt, alles sei in bester Butter und dann…… kaum sind ein paar Jahre rum platzt die Bombe. Dann wird aus der sonst so friedlichen Iris eine Kratzbürste. Und alle verstehen die Welt nicht mehr.

Heute sehe ich ein, dass dieser Weg nicht der richtige war und zukünftig für mich auch nicht mehr sein wird.

Aktuelles Beispiel: Vor etwas mehr als zwei Jahren traf ich einige Frauen im Internet. Wir waren uns von Anfang an sehr sympathisch und gründeten bald eine kleine, aber feine  WhatsApp Gruppe. Dort schrieben wir dann mehr und auch zu anderen Themen. Wir lernten uns nach und nach besser kennen und öffneten uns den anderen auf wirklich besondere Weise. Ein schöne Frauengemeinschaft.

Doch wie das meist in Gruppen so ist, es zeichnete sich bald ab, dass es bei allen Bemühungen um demokratische Verhältnisse und Gleichberechtigung, Frauen gab, die sich zu Anführerinnen berufen sahen. Das ist mir in den ersten anderthalb Jahren nicht so direkt aufgefallen. Aber irgendwann begannen sie damit, die anderen Gruppenmitglieder, deren Aktivitäten und Entwicklungsstand, zu bewerten. Da gab es dann – egal was man erzählte – entweder Lob oder gut gemeinte Ratschläge zur Verbesserung und einer anderen Handhabung der jeweiligen Situation, wenn sie nochmal auftreten sollte. Die, ich nenne sie mal Führerinnen, erzählten auch über ihre Aktivitäten anderen Menschen in ihrem Umfeld zu helfen. Sie bei deren Bewusstwerdung und Weiterentwicklung zu unterstützen. Es war eine Art Lebensberatung.

Ich frage mich bei sowas immer: Wie kommt ein Mensch auf die Idee, besonderes dann, wenn er keine explizite und anerkannte Ausbildung auf dem Gebiet erhalten hat,  sich zum Ratgeber für andere berufen zu sehen?  Wer sagt denn, dass seine Ratschläge nützlich und hilfreich sind und nicht womöglich noch mehr Schaden anrichten? Auf welcher Basis wird hier Rat erteilt? Manche Leute besuchen ein paar Wochenenden lang diverse Seminare und bekommen dann ein Teilnahmezertifikat. Damit gehen sie anschließend los, am besten gleich das Wochenende drauf, und machen einen auf Lebensberater. Sorry, aber da stellen sich mir die Nackenhaare auf.

In der Gruppen wurden wir immer vertrauter und hielten schließlich beinahe nichts mehr unter Verschluss.  Es wurde alles in der Gruppe „abgekippt“. Das hatte anfangs etwas sehr Erfrischendes. Doch nach einiger Zeit bekamen die Gruppenmitgliedern eine gute Entwicklung in die „richtige“ Richtung attestiert. Oder eben nicht. Dann wurde automatisch der bessere Weg aufgezeigt.  Kritische Äußerungen wurden mehr oder weniger nieder gebügelt. Wer „brav“ war, hielt sich an die Meinung der Führerinnen und bekam auch prompt eine gute Entwicklung attestiert.

Doch ich bin in sowas nicht wirklich gut. Manchmal konnte ich dann doch nicht an mir halten, musste mein Schweigen brechen und musste meine konträre Meinung kund tun. Damit stand ich beinahe immer allein da. Bis auf wenige Ausnahmen, wo sich jemand zu mir gesellte. Ich bin sowieso eher der pragmatische Typ. Und das empfinden manche als zu hart, zu direkt, zu wenig weichgespült, zu wenig emphatisch. So lautete dann das Urteil. Ich bin einfach nicht so das brave Herdentier, was in der Masse gerne und gehorsam mit läuft. Unauffällig.

Ich zog mich also in der Folge mehr und mehr zurück. Das ist einigen auch aufgefallen und sie fragten teilweise besorgt nach. Trotzdem baute sich mit der Zeit in mir ein ungutes Gefühl auf. Eine Art von Unwohlsein mir gegenüber. Beinahe ein schlechtes Gewissen. Aber aus dem Grund, weil ich immer wieder meine Meinung zurück hielt und nicht ehrlich sagte, was ich dachte. Ich war nicht geradlinig und ehrlich. Nicht mir gegenüber und auch nicht den anderen gegenüber. Das nagte zusehends mehr an mir.

Als es dann in der Gruppe nur noch die Geschichten der anderen nachzulesen und zu diskutieren gab, war dies keine Gemeinschaft mehr für mich. Sie fing regelrecht an meine Energie zu fressen. Ich hätte es so weiter laufen lassen können. Einfach schweigen und hin und wieder mal noch mitlesen. Aber es ging und geht dort um sehr intime Themen und so kam ich mir wie ein Spanner vor. Der schweigend Einblicke bekommt, sich aber nicht (mehr) dazu äussert.

Zeit für mich, zu gehen. Es war einfach nicht mehr meine Gruppe. Wir, die Gruppe und ich hatten uns in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Oder ich gar nicht…würden sicher manche sagen. Was weiss denn ich?? Deshalb teilte ich an einem Sonntagmorgen mit, dass ich gehen werde und erklärte auch soweit das möglich war, warum. Leicht ist mir das tatsächlich nicht gefallen. Denn es gab schon auch richtig schöne Zeiten. Gerade am Anfang. *schnief**

Es war wie am Ende eines tollen Urlaubs, in dem man richtig nette Leute kennengelernt hat. Man verabschiedet sich, womöglich noch tränenreich und mit viel Geschrei, versichert sich gegenseitig eine unvergesslich schöne Zeit gehabt zu haben, verspricht auf jeden Fall in Kontakt zu bleiben….. und dann. Werden die Stimmen leiser bis sie verstummen.

That’s life.
Wieder was gelernt.

 

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Auf dem Weg zum Optimum

Frohes Neues Jahr 2o2o euch allen da draussen.
Bleibt gesund oder werdet es wieder.
Je nachdem.

Gerade jetzt am Anfang des Jahres halten die meisten von uns inne und betrachten ihr Leben mal von aussen. Beleuchten besonders die Schwachstellen.
Wo besteht Optimierungsbedarf?

So auch ich. Aber einen Jahresrückblick erspare ich mir und euch. Mag ich nicht so.

Seit dem Silvesterabend habe ich mich aber beinahe durchgehend selber gefragt: Wo in meinem Leben lasse ich faule Kompromisse zu? Wo bin ich es mir nicht wert, konsequent auf mein Wohl zu bestehen und meinem Glück aufs Pferd zu helfen? Wo schweige ich aus Höflichkeit, aus Rücksicht, aus Mitleid oder anderen Gründen? Anstatt zu sagen, was ich denke, was ich brauchen würde, was mir  fehlt.

Damit täusche ich nicht nur mich sondern auch meine Umwelt. Denn solange ich schweige denkt die, dass alles super gut und zufriedenstellend läuft. TUT ES NICHT!!!

Da war zum Beispiel der Apotheker. Wir kennen uns nun beinahe zwei Jahre. Und es wurde immer ein bisschen mehr, aber nie etwas, was man Beziehung nennen kann. Mehr so Freundschaft plus. Es passt vom Kopf und vom Körper her, aber nicht so vom Herz. Unsere Lebensumstände sind auch so, dass aus uns kein echtes Paar werden könnte. Ausserdem wollen wir beide das nicht, so eine echte, klassische Beziehung mit Zusammenziehen und gemeinsamen Alltag. So weit, so gut. Aber ähnlich wie bei vielen Paaren wurde die Achtsamkeit mit der Zeit weniger. Er sah es immer mehr als selbstverständlich an, dass er „konsumieren“ durfte und sein Wohl war ihm wichtig. Meins eher Nebensache. So habe ich es jedenfalls empfunden. Geplant waren immer mal gemeinsame Unternehmungen. Wohl mehr Wunschdenken von mir als von ihm. Ein Wochenende zu zweit oder auch mal ein Kurzurlaub. Aber es wurde nie was draus. Er besuchte mich, übernachtete auch, wenn mein Standort auf der Route seiner Geschäftstermine lag. Und das war’s. Alles eher praktisch und kostensparend für ihn, als beziehungsfördernd oder als paarbildende Maßnahme anzusehen. Die letzten paar Mal kam er sehr spät in der Nacht an und fuhr im Morgengrauen weiter. So blieb nicht mal mehr Zeit für Gespräche. Zumal er zu meinem Entsetzen prophylaktisch vor dem Schlafengehen eine Schlaftablette einwarf, was mir sehr nach Gewohnheit aussah. Das ärgerte mich und ich verzichtete dennoch auf ausführlichen Erläuterung. Denn wenn man wenig Zeit zusammen hat, dann möchte man die nicht auch noch lamentierend verbringen. Dennoch habe ich mehrfach erwähnt, dass mir das alles einfach zu wenig ist. Doch nichts änderte sich.

Nun hätte am letzten Wochenende ein weiterer Besuch mit Übernachtung angestanden. Wir haben uns Ende Oktober zuletzt gesehen und eigentlich freute ich mich auf ihn. Aber da waren bereits sichere Anzeichen, dass es wieder nur ein Schnellschuss werden würde, was mich schon im Vorfeld traurig machte. Und ich ging in mich, befand die Gesamtsituation als unzureichend. Jedenfalls für mich.

Ich fasste mir ein Herz und ihm gegenüber meine Gefühle in Worte.
Am Donnerstag, also zwei Tage vor dem geplanten Besuch.

Ich komme zu kurz, fühle mich nicht gesehen, möchte da was ändern.

Sieht er das nicht so – passt es so für ihn, dann wäre für mich der Punkt erreicht, wo ich nicht mehr so weiter machen mag. Würde mich dann an der Stelle verabschieden wollen.

Und seine Reaktion: Alles Gute & soll ich deine Nr. löschen?

Ich fand es sehr ernüchternd und war gelinde gesagt halbwegs schockiert. Das hätte ich nun nicht erwartet. So kurz und schmerzhaft. Ich denke übrigens, dass es das für beide Seiten ist.

Nun bin ich ein Stück näher am Optimum. Das mag komisch klingen. Aber ich bereue es nicht, meine Meinung gesagt zu haben und konsequent für mein Wohl gehandelt zu haben. Ich würde wieder so entscheiden. Zumal ich erkennen musste, dass für ihn kein Redebedarf bestand.

Was ich jetzt habe….. freie Bahn für den Mann, der besser zu mir passt.
Und den gibt es. Davon bin ich überzeugt.

 

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Klaus – Nachspann

Ich brauche immer eine ganze Weile, bis ein Mensch wirklich von meinem Radar verschwindet. Selbst, wenn derjenige mich vermutlich mies behandelt oder auch einfach nur verarscht hat.

Die Flut von Mails, die Klaus mir geschrieben hat, ist verebbt. Mittlerweile kommen keine mehr, weil die letzten 5-6-7 unbeantwortet blieben. Aber er ruft mich an. Immer mit unterdrückter Nummer auf meinem Handy. Was er übrigens die ganze Zeit gemacht hat. Seine Nummer verbergen. Was sollte einen Menschen, der keine Geheimnisse hat, dazu veranlassen, die eigene Nummer zu unterdrücken? Ich verstehe es nicht. Und wenn, dann sollte eine schlüssige Erklärung meine Bedenken zerstreuen können. Oder?

Der eine oder andere von euch wird jetzt sagen:
„Lass mal gut sein. Vergiss ihn einfach. Ist besser so.“ 

Mir fällt es aber schwer Fakten hin zu nehmen, wenn ich den Grund nicht kenne, der diese Fakten geschaffen hat. Und ich denke oft darüber nach, was er mir wohl erklären würde, wenn ich seine anonymen Anrufe entgegen nehmen würde. Ach ja, das hatte ich vergessen zu erwähnen…. ich gehe nicht ran, wenn er anonym anruft. Aber ich weiß gleichzeitig auch, dass er es ist. Es gibt niemand sonst, der das tut.

Meine sehr ausgeprägte Neugierde führt mich immer wieder in Versuchung, wenn das Telefon klingelt. Ich möchte ja zu gerne wissen, was er sagen würde. Oder will er nur meine Stimme hören? Und er sagt dann nichts?

Die vernünftigen Anteile in mir lassen diese Anrufe unbeantwortet. Zu schräg ist das Verhalten dieses Mannes. Erinnert mittlerweile schon langsam an stalking. Ich bin ziemlich froh, dass er meine Adresse nicht kennt und ich nicht im Telefonbuch stehe.

Wohin soll das denn bitte führen? Was ist der Sinn hinter diesen Anrufen?
Ich glaube, ich werde es nie verstehen. 

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Klaus (2)

Bitte erst lesen …wie alles begann

Bis dahin hatten wir uns noch immer nicht getroffen und ich hatte von ihm auch kein Foto gesehen. Sein altertümliche Handy enthielt keine versandfähigen Fotos und im Ausland war er ohne sein heimisches Fotoarchiv. Ich hatte ihm ein paar Bilder von mir per Mail ins ferne Polen geschickt, damit er wusste, mit wem er schreibt. Ich hoffte derweil, dass er sich später nicht als ein Bruder Quasimodos entpuppen würde.  Aber mir fiel auf, je besser ich ihn kennenlernte, je mehr wir schrieben und telefonierten, umso unwichtiger wurde mir sein Aussehen.

Seine Aussagen waren mitunter einfach zauberhaft. Er sagte zum Bespiel, dass er sich eigentlich vorgenommen hatte, sich nie mehr im Leben zu verlieben. Und ich sei nun Schuld, dass sein Plan nicht aufgegangen war. Seit er mich kenne, wäre sein Leben wieder lebenswert für ihn. Er habe mit diesem 2019 ein ziemlich mieses und sehr stressiges Jahr hinter sich gebracht. Bis zu dem Tag, als ich aus dem Nichts auftauchte und er mich online fand. Seitdem würde er vom Aufstehen bis zum Schlafengehen am liebsten einfach immer nur an mich denken. Und schwups, schon ginge es ihm gut. Er nannte mich immer wieder sein Wunder.

Er war auch mir mehr und mehr vertraut und wir machten bereits Pläne Silvester zusammen zu feiern. Ich war mir recht sicher, dass es mit uns passen würde. Vorsorglich beendete ich alle meine losen Online Bekanntschaften, die ich immer als „die Halbgaren“ bezeichnete, weil irgendwas nicht passte. Entweder waren die Männer verheiratet oder lebten in einer Beziehung oder hatten das Sorgerecht für eigene Kinder, die mit im Haushalte lebten oder sie wohnten sehr weit weg von mir und waren an ihren Standort unweigerlich gebunden  uvm. Viele Gründe, bei denen ich mitunter vermutete, da stimmt was nicht. Diese Aussagen entsprachen in dem meisten Fällen mit Sicherheit nicht der reinen Wahrheit.

Ich wollte mir mit diesen Bekanntschaften aber nicht diese neue, offensichtlich ganz wunderbare, Beziehung mit Klaus kaputt machen. Ich meinte es also wirklich ernst und wollte ehrlich und mit offenen Karten spielen. Deshalb gab es ein großes Aufräumen in meiner Kontaktliste. Allen sagte ich: Hey, ich habe da jemand kennengelernt. Mit dem möchte ich etwas Ernsthaftes starten und deshalb verabschiede ich dich aus meinem Leben. Machs gut. Und Alles Gute für dich.

Dann kam eine Phase zwischen Klaus und mir, in der die Technik uns mehr oder weniger im Stich ließ. Dies passierte vorwiegend an Wochenenden. Das heisst, er schrieb mir Mails, die ich nie erhielt. Ich schrieb ihm auch und er fand nichts in seinem Postfach. Der Tag seiner Rückreise rückte näher und wir waren beide schon aufeinander gespannt wie Flitzebogen. Endlich nach wochenlangem Austausch sollten wir uns die Augen schauen und sehen, was dann passiert, ob die Chemie stimmt. Ob das wirklich ein Match war und längerfristig was werden könnte.

Einer meiner „Halbgaren“ war aber auch besonders während dieser Zeit sehr  hartnäckig und fragte alle paar Tage nach, was es denn Neues von der jungen Liebe gäbe. Da es ein wirklich guter Freund ist, berichtete ich wahrheitsgemäß und er stellte mir immer wieder seine Bedenken dar. Er glaubte, dass Klaus ein mieses Spiel mit mir spielte und sorgte sich, ich könne verarscht werden. Klar, er selber hat nach wie vor Interesse an mir und sah einen Nebenbuhler als Störenfried, den es zu „vernichten“ oder wenigstens auszustechen gilt. Er nannte Klaus mittlerweile „Baron von Münchhausen“ oder „den Lügenbaron“.

Ich jedoch wollte das nicht glauben.

Durch die schlechte Internetverbindung und die stockende Kommunikation an Wochenenden, kam es manchmal vor, dass Klaus einen halben oder auch einen ganzen Tag nichts von mir hörte. Und umgekehrt. Ich schaute wieder und wieder auf der Onlineseite nach, in deren Chat wir uns getroffen hatten. Und ich hinterließ dort Nachrichten für ihn. Nach einer solchen, sehr langen Pause sah er dann dort zwar meine Nachrichten, aber er unterstellte mir auch urplötzlich, dass ich aufgrund, dass ich da online war, schon Ausschau nach einem Neuen hielt. Es kamen wirklich böse Unterstellungen und er fragte, ob ich denn am Samstagabend schon richtig Spaß gehabt hätte und mich mit einem anderen Mann getroffen habe.

Ich war wirklich schockiert!!!! Wie konnte er nur sowas denken und auch noch aussprechen? Nicht im Ansatz hatte ich an sowas gedacht. Ich war immer nur auf „der Jagd“ nach Nachrichten von ihm, die ich mir entweder per Mail oder per Chat erhoffte.  Ich kam mir selber teilweise schon echt blöd vor….. wie ein verliebter Teenie….. wenn ich ständig online ging, Mails checkte….. Postfach checkte und enttäuscht wieder offline ging. Wie besessen. Meine Güte!!! dachte ich bei mir. „Du bist doch keine 16 mehr. Bleib mal locker. Er wird sich schon melden, wenn er kann.“

Zwei Tage vor seinem geplanten Rückflug hat er es echt übertrieben. Er warf mir Dinge an den Kopf, die ich hier gar nicht aufschreiben und somit wiederholen mag.

Der Kontakt brach ab. Ich war geknickt und auch unsagbar enttäuscht. Vor allem über mich und meine Naivität. Alles war mir bis dahin so schön erschienen. Ich fiel ein bisschen aus Wolke 7 und versuchte vernünftig und erwachsen zu reagieren, mir klar zu machen, dass ja im Grunde nichts passiert war. Kein Porzellan war zerschlagen, nichts wirklich in die Brüche gegangen.

Und wie es typisch für mich ist, habe ich versucht zu verstehen, was da passiert war. Versucht Klaus zu verstehen. Er hatte in seiner Ehe, die vor ca. 5 Jahren in die Brüche gegangen war und auch vorher schon öfter in seinem Leben, schlimme Erfahrungen mit Frauen gemacht, was die Treue in einer Beziehung anging. Seine Exfrau hatte er „red handed“ im Bett mit seinem eigenen Bruder erwischt. Das ist was, was emotional natürlich richtig rein haut. Und so war seine Fähigkeit, jemandem bzw. einer Frau, zu vertrauen sehr angeschlagen. Dazu kommt, dass sein Selbstwertgefühl eher schwach ausgebildet ist. Er ist keine Riese in dem, was er von sich selber hält. Er glaubt nicht wirklich daran, dass er sowas wie Glück verdient haben könnte. Diese Themen haben wir lang und breit besprochen, bevor es zum Bruch gekommen war. Wir waren uns einig, in einer Beziehung ist es wirklich essentiell notwendig, dass man sehr ehrlich ist und beide immer sagen – und das von Anfang an – wo der Schuh drückt. Denn nur so kann man den jeweils anderen wirklich verstehen. Und nur so kann man Fehler, die in früheren Beziehungen passiert sind von vorne herein vermeiden. Es wäre doch einfach wunderbar, wenn zwei Menschen, die ihre Erfahrungen gemacht haben, sich was ganz Neues aufbauen könnten und alte Fehler wirklich zu vermeiden lernen würden. Dass dies funktionieren sollte, davon waren wir beide überzeugt. Leider aber nur theoretisch, wie sich in konkreten Fall zeigte.

Tagelang keine Lebenszeichen. Und es war von meiner Seite aus auch nichts mehr geplant. Mein o.g. Freund sollte Recht behalten haben und die schöne, schillernde Seifenblase namens „Beziehung mit Klaus“ war geplatzt. Gewonnen. Aber nur an Lebenserfahrung. Mein Groll und meine Enttäuschen waren eigentlich verraucht und ich schaute mit sowas wie Mitgefühl auf Klaus. Wohl gemerkt, kein Mitleid. Er war gefangen in seiner Angst vor Nähe, in seinem mangelnden Vertrauen und in dem Glauben, das sich hier entwickelnde Glück einfach nicht verdient zu haben.

Da fing er wieder an Mails zu schreiben. Er teilte mir mit, dass es mich vermisst und es ihm alles wahnsinnig leid tut. Er entschuldigte sich und wollte meine Gedanken zu dem Ganzen erfahren. Und ich habe ihm genau das geschrieben, was ich auch hier jetzt aufgeschrieben habe.

Tatsächlich war er nach Hause geflogen, hatte sogar einige Tage frei gehabt. Ich hatte mir für exakt diese Woche auch frei genommen gehabt, weil ich mich ja auf unser echtes Kennenlernen gefreut hatte und genügend Zeit haben wollte. Aber genau in dieser Woche lag  Funkstille nach dem Bruch.

Mittlerweile, als er sich traute mich anzuschreiben, war er schon wieder unterwegs. Diesmal in Slowenien. In Sicherheit vor mir. Sicherheitsabstand zwischen ihm und der Frau, die ihn angeblich so aus der Bahn geworfen hatte.

Ich fand dann, dass jeder eine zweite Chance verdient hat. Ich verzieh ihm, was er mir alles unterstellt und wie er mich beleidigt hatte. Und wir begannen wieder da anzuknüpfen, wo es vorher geendet hatte.

Das ging ca. 5 Tage lang gut. An einem Freitagnachmittag stockte die Konversation dann wieder und Mails kamen wieder keine mehr. Und dann am nachfolgenden Montag kam ich auf die Onlineseite und fand die Nachricht vom Admin, dass der User (Klaus) mich aktiv gesperrt hatte. Und ich wurde gefragt, ob ich das ebenfalls tun wollte…. ihn sperren, so dass dauerhaft keine Kommunikation mehr zwischen uns möglich sein würde. Ich habe mich, nach reiflicher Überlegung, dann für ein eindeutiges JA entschieden. Das war mir dann doch langsam zu blöd. Was für ein Kasper Theater!!!

Seit dem letzten Wochenende schreibt er mir wieder per Mail. Bisher 2 x und immer nur die Zusicherung, dass er mich vermisst, er an mich denkt und mich liebt.

GAME OVER – ich mag nicht mehr

 

 

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