Über Trennungen

Bis dass der Tod uns scheidet……
Wer sagt und meint das heute wirklich noch?
In diesem 1-stündigen Interview zwischen Sabrina Fox und Eva Maria Zurmhorst geht es darum, was wir aus Trennungen mitnehmen können.

Ich würde Menschen in schwierigen Lebenssituationen nicht zur pauschal zur Trennung raten. Es kommt immer sehr auf beide Partner an und inwieweit sie sehen, wo es Veränderung braucht. Und wenn auch nach vielen Bemühungen auch weiterhin nur einer von beiden an der  Beziehung arbeiten möchte, dann ist es hoffnungslos. Für mich käme/kommt dann eine Fortführung der Gemeinschaft nicht mehr in Frage. Egal ob Ehe oder Partnerschaft.

Ich war mehrfach verheiratet und bin geschieden worden. Dies ist innerhalb der Familie ein Makel, der mir anhängt. Das sagt keiner offen. Aber ich weiss es einfach. Meine Eltern sind jetzt beinahe 62 Jahre verheiratet….. „durch dick und dünn und bis dass der Tod uns scheidet.“ Das findet hier Anwendung. Das ist in meinen Augen einerseits bewundernswert, aber auch wieder Zeichen von persönlicher Aufgabe. Ohne ins Detail gehen zu wollen…. da passt sich ein Teil dem anderen an und findet es bequemer so, als eigene Interessen wirklich durch zu setzen.

In den Interview gibt es eine interessante Aussage:
„Nein sagen ist eine Seelen Hausaufgabe“ sagt Sabrina Fox. Ich muss erkennen, dass ich mich da wirklich schwer tue. Oft, wenn mir was zu viel wird, hat es damit zu tun, dass ich nicht gut für mich einstehe und nicht klar NEIN sage, wenn mir bestimmte Aufgaben über den Kopf wachsen. Ich möchte einfach weiterhin geliebt werden und keinen vor den Kopf stoßen. Und ich weiss, mit dieser Einstellung bin ich nicht alleine.

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Wandelgedanken | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Neues von Klaus (5)

Wechselbäder sollen ja gesund sein. Hört man.
Wenn das also stimmt, dann leben Klaus und ich sehr gesund.

Nach meiner kratzbürstigen Phase von Mitte Februar ging ich mehr und mehr auf Schmusekurs, denn er malte mir ein Bild unserer  gemeinsamen Zukunft, was mir überaus gut gefiel. Er stellte mir gemeinsame Einkaufsbummel über den Wochenmarkt und den Einkauf leckerer, frischer Lebensmittel in Aussicht, die er dann in ein köstliches Essen für uns verwandeln wollte. Bei einem schönen Glas Rotwein würden wir dann fürstlich speisen und es uns gemeinsam richtig gut gehen lassen. Mit allem, was dazu gehört.

Wir versprachen einander, dass  Ehrlichkeit und Offenheit  wichtige Eckpfeiler unserer beginnenden Beziehung sein sollten. Nichts sollte es geben, was man nicht ansprechen darf. Wir können und wollen über alles reden. Darin sind wir uns einig. Nicht etwas  rein interpretieren in das Verhalten des anderen sonders gezielt nachfragen, wenn was völlig oder auch nur teilweise unklar oder unverständlich ist.

Und dann….. je näher der 09.03. (geplantes Datum für seine Heimreise) heran rückte, umso kühler und abweisender wurde er. Früher schrieb er beinahe unter jede Mail „in Liebe und Sehnsucht, dein K.“ Und nun kamen nur noch hingeworfene Phrasen. Immer öfter behauptete er nichts von mir gehört zu haben. Und wieder machte er den dummen Fehler für genau diese Beschwerde, meine letzte Mail zu nehmen und darauf zu antworten. Das ist, als wenn ich sage: „ich habe dein Paket leider nicht erhalten“ und ich verwende den erhaltenen Karton für eine weitere Sendung an den Absender. Einfach nur dumm!!

Und dann, am letzten Montag ging es wieder los. Er schrieb mir, dass diese Beziehung zu ihm meinen Horizont überschreiten würde. Dass ich ihm sowieso nicht gewachsen wäre. Dass ich meine Versprechungen sicher nicht einhalten würde, wenn auch gewollt. Dass ich am Ende wohl doch nur ein Fake wäre und es mich in der dargestellten Form gar nicht gäbe. Ich sei sicher eine schrumpelige Alte, die in Kittelschürze am Küchentisch säße und Kartoffeln schälen würde. Und dabei hobbymässig Männer verarschen würde….und und und. Die Beleidigungen gingen auch wieder unter die Gürtellinie. Ich werde das hier auf keinen Fall wiederholen. Ganz finster.

Ich bin ehrlich, mir war ganz schlecht. Das ist so, als wenn du einen schönen Traum hattest und  in einer finsteren und schrecklichen Realität aufwachst. Du realisierst…. alles nicht wahr. Schöne Seifenblase zerplatzt. Das naive Dummchen hat den ganzen Scheiß allen Ernstes geglaubt. **schäm**

So geschehen am letzten Montag.
Ich habe dann ENDLICH ne Vollbremsung gemacht und den Rückwärtsgang eingelegt. Jetzt war Schluss. Das Maß war voll. Ich habe kein einziges Wort mehr erwidert. In meinem Mailpostfach hatte ich einen eigenen Ordner für unserer Korrespondenz angelegt und gesehen, dass es seit 03. Januar über 2600 Mails waren, die zwischen ihm und mir hin und her geflogen waren.

Die Beschimpfungen wurden weniger. Mittlerweile hat er es eingesehen und schweigt.
Alles in allem habe ich keinen wesentlichen Schaden genommen sondern eher gelernt, zukünftig meine Gutgläubigkeit ein wenig mehr im Auge zu behalten und mich nicht immer gleich so euphorisch in sowas zu zeigen. Die Menschen sind nicht so sehr reinen Herzens, wie ich mir das wünschen würde.

Ich hege keinen Groll gegen ihn. Er ist ne arme Sau. Um das mal ganz deutlich zu sagen. Gefangen in seinen eigenen Zweifeln. Wenig Selbstvertrauen, wenig Mut einen Schritt nach vorn zu gehen und an ein Gelingen des Vorhabens zu glauben.

Dennoch…. ich denke schon darüber nach, was von der ganzen Story jetzt wahr ist und was erfunden und erlogen. Denn es gab immer mal wieder Hinweise darauf, dass er die Wahrheit ein bisschen zu seinen Gunsten verbogen hat. Um das mal freundlich zu formulieren. Manche Sachverhalte waren einfach nicht schlüssig, nicht logisch zu Ende gedacht. Ja, auch zum erfolgreichen Lügen braucht es Intelligenz. Das vergessen manche Leute.

Unterm Strich ein PLUS an Lebenserfahrung für mich.

Und NEIN, ein Aufwachen aus einen schönen Traum mündet bei mir nicht in eine finstere, schreckliche Realität. Denn mein Leben ist schön und reich an Freude.

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Iris 2.0

Eigentlich müsste es mindestens schon das 27. Update sein. Und ein paar Upgrades waren auch dabei in all den Jahren. Wäre schlimm, wenn es nicht so wäre.

Kritisch
Kratzbürstig
Unerbittlich
zickig
den Finger in die Wunde legend
ehrlich
gerade heraus
nicht zurückhaltend
wahrheitsliebend
egoistisch
anstrengend
kompromisslos
pragmatisch
hartnäckig
insistierend
nachhaltig
werteorientiert
konsequent

All das bin ich. Gerade und besonders, wenn es um Klaus geht. Ich drehe ihn mit meinen bohrenden Fragen täglich auf links. Er widerspricht sich manchmal selber und erinnert sich nicht so ganz genau an das, was er mir vor Wochen mal erzählt hat. Dadurch kommt es zu Ungereimtheiten, deren Ursache für mich eindeutig in Lügen liegen, die er mir irgendwann mal erzählt hat. Denn das will auch gelernt sein. Wer gut lügen kann/will muss gut strukturiert sein und die Lügen in einem stabilen Netz aus Zusammenhängen platzieren. Jede Schwachstelle im Geflecht kann zur Instabilität  und zum Zusammenbruch führen.

So steht er also gerade auf dem Prüfstand. Der Ärmste!!
Nein, natürlich muss man ihn deswegen nicht bedauern. Wenn er ein Guter ist, dann macht ihm das nichts aus. Aber er hat inzwischen verstanden, dass er mir kein X für ein U vormachen kann. Ich bin hell wach und passe auf. Da darf er sich keine Fehler leisten. Sonst ist er mich los. Ich fürchte, das wird er so oder so demnächst sein. Alle Zeichen deuten darauf hin.

 

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 2 Kommentare

Klaus (4) Urlaubspläne

Wenn es nach ihm geht, dann fliegen wir am 20. März nach Kapstadt.

Das hat er mir vorige Woche gesagt. Er lädt mich ein bzw. nimmt mich mit und sein Arbeitgeber bezahlt Flug und Hotelunterkunft. Die Firma zahlt den Mitarbeitern, die beinahe ständig im Ausland im Einsatz sind, einmal im Jahr für zwei Wochen den Aufenthalt der PartnerIn / Ehegatten.  Dies hat er noch nie in Anspruch genommen. Und da er sicher ist, dass wir beide von jetzt an bis in alle Ewigkeit zusammen gehören und den Rest unseres Lebens miteinander verbringen werden….. bin ich jetzt THE ONE.

Das ist einerseits ein schöner Gedanke, auf der anderen Seite aber auch eine seltsame Vorstellung für mich. Ein Mann, den ich so wenig und erst so kurz kenne?

Gerade in den letzten zwei Tagen kommen mir immer mehr Zweifel auf. Und ich sehe mich in der entscheidenden Phase der Reiseplanung dann absagen. Nämlich dann, wenn die Flüge gebucht und die Unterkunft verbindlich auf unsere Namen reserviert werden sollen. Ginge der ganze Trip mit dem Auto an die Nordsee oder meinetwegen noch an den Gardasee, dann würde ich sagen: Okay, wenn wir uns auf die Nerven gehen, dann setze ich mich ins Auto oder in den Zug und reise nach Hause. Aber so? Südafrika?

Ich halte sehr viel von Bauchentscheidungen. Und ich denke, meine Entscheidung ist beinahe schon gefallen.

Andererseits…. no risk, no fun?

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Projekt Klaus (3) – die On-Off-Story

Man mag es nicht für möglich halten…… es ist mir auch ein klitzekleines bisschen peinlich das hier zu schreiben….. aber es geht weiter, nachdem es Mitte Dezember 2019 so aussah, als wenn alles vorüber wäre. Ich hatte es hier beschrieben.

Am 03. Januar meldete Klaus sich wieder bei mir und ließ mich wissen, dass ihm alles, was geschehen war, so schrecklich Leid tue, er sich entschuldigen möchte und er mich nicht vergessen könne.

Hm, was soll man dazu sagen? Auch er war nach wie vor noch interessant für mich. So ganz war er noch nicht aus meinen Gedanken verschwunden. Und so habe ich mich wieder drauf ein gelassen. Er ist einfach mein besonderes Projekt. Projekt Klaus. Wäre ich ein neutraler Beobachter, würde ich mir selber spätestens jetzt nen Vogel zeigen.

Aber irgendwas ist da. Zwischen ihm und mir. Und das will ich ergründen. Immerhin sind wir uns noch nie begegnet und haben bisher keine Fotos ausgetauscht. Ein kompletter Blindflug also. Das hat schon auch einen besonderen Reiz. Heute, wo die Optik überall in den Medien so extrem in den Vordergrund gestellt wird, ist ein Kennenlernen ohne Bild schon was Besonderes. Aber eben schon auch besonders schräg.

Mittlerweile seit mehr als 4 Wochen schreiben wir wieder. Und auch ein paar Telefonate waren dabei. Zur Zeit ist er in Belgien. Er wird in der ersten Märzwoche nach Hause kommen. Und dann wird es unser erstes Face to Face Treffen geben.
Au weia, wie spannend wird das wohl werden??

Also noch 3 Wochen Wartezeit.
Wie schon berichtet ist er ein Mann der Vor-WhatsApp Generation. Und so schreiben wir Emails. Neulich an meinem freien Tag brach gegen Abend der Mailverkehr von meiner Seite aus zusammen, denn mein Mail Anbieter hat eine Sperre eingerichtet, die es unmöglich macht, mehr als 100 Mail pro Tag an ein und dieselbe Mailadresse zu senden. Tritt das auf, wird von einem Error ausgegangen, bedingt durch einen Virus o.ä. und die Tore werden für diesen Tag geschlossen. Sowas hab ich noch nie erlebt. Wie so einiges, was ich mit Klaus erlebe.

Gerade vor einigen Tagen musste ich mein Postfach mal aufräumen und ich stellte fest, seit Anfang Januar sind mehr als 1800 Mails zwischen uns hin und her gegangen. Also  900 Stück pro Nase. Wobei ich schon mehr geschrieben haben werde.
Wehe, wenn sie los gelassen.

Wir machen schon erste Urlaubspläne, wobei wir gar nicht wissen, ob es überhaupt passt mit der Chemie. Also sind die Pläne nur mit Bleistift gezeichnet.

Es ist alles recht verrückt. Das sehe ich ein. Aber irgendwie passt sowas auch zu mir und normal kann doch jeder……. Oder?

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , | 2 Kommentare

Radikale Ehrlichkeit

Ich bin in diesem Jahr auf einem radikal ehrlichen Weg, der mich auch zu Opfern zwingt. Wie schon hier berichtet, bezieht sich das auf die Männer, aber eben auch auf andere Kontakte.

Solange ich zurück denken kann, war ich immer an einer konfliktarmen Kommunikation mit Familien, Freunden und Bekannten interessiert.  Wenn mir was nicht gepasst hat und ich anderer Meinung war, dann habe ich das meistens nur offen angesprochen oder ausgesprochen, wenn das Thema es wert war, darüber eventuell auch mal zu streiten, falls nötig. Oder wenn es mir sehr am Herzen lag und ich meine (andere) Meinung nicht für mich behalten konnte, weil es zu wichtig für mich war. Aber sehr oft – aus heutiger Sicht zu oft – habe ich geschwiegen und gedacht: Ach, Schwamm drüber…. ist ja auch egal.

Neee, ist es eben nicht. Denn, wenn man sich selber damit nicht ernst nimmt, die eigenen Werte immer wieder verrät, dann kommt irgendwann der Punkt, wo sich zu viel Unmut angestaut hat. Und dann platzt einem der Kragen. Denn es entwickelt sich mehr und mehr das Gefühl, sich selbst nicht ernst zu nehmen und dann auch von anderen nicht ernst genommen zu werden.

Ich hatte mal eine Freundin, die einige Jahre älter war als ich. Sie hatte eine ziemlich dominante Art und liebte es, den Ton anzugeben. Sei es bei Aktivitäten im Urlaub oder auch nur bei der Wahl des Lokals. Sie war gut darin, anderen ihren Willen regelrecht aufzudrücken, rein zu drücken. Und wenn man keine Lust auf endlos lange Diskussionen hatte, dann tat man besser, was sie wollte und hatte seine Ruhe. Sowas kann dann schnell zur bequemen Angewohnheit werden. Doch das ist äusserst ungut. Denn es ist unehrlich sich selbst gegenüber und auch dem anderen gegenüber. Der Gesprächspartner glaubt, alles sei in bester Butter und dann…… kaum sind ein paar Jahre rum platzt die Bombe. Dann wird aus der sonst so friedlichen Iris eine Kratzbürste. Und alle verstehen die Welt nicht mehr.

Heute sehe ich ein, dass dieser Weg nicht der richtige war und zukünftig für mich auch nicht mehr sein wird.

Aktuelles Beispiel: Vor etwas mehr als zwei Jahren traf ich einige Frauen im Internet. Wir waren uns von Anfang an sehr sympathisch und gründeten bald eine kleine, aber feine  WhatsApp Gruppe. Dort schrieben wir dann mehr und auch zu anderen Themen. Wir lernten uns nach und nach besser kennen und öffneten uns den anderen auf wirklich besondere Weise. Ein schöne Frauengemeinschaft.

Doch wie das meist in Gruppen so ist, es zeichnete sich bald ab, dass es bei allen Bemühungen um demokratische Verhältnisse und Gleichberechtigung, Frauen gab, die sich zu Anführerinnen berufen sahen. Das ist mir in den ersten anderthalb Jahren nicht so direkt aufgefallen. Aber irgendwann begannen sie damit, die anderen Gruppenmitglieder, deren Aktivitäten und Entwicklungsstand, zu bewerten. Da gab es dann – egal was man erzählte – entweder Lob oder gut gemeinte Ratschläge zur Verbesserung und einer anderen Handhabung der jeweiligen Situation, wenn sie nochmal auftreten sollte. Die, ich nenne sie mal Führerinnen, erzählten auch über ihre Aktivitäten anderen Menschen in ihrem Umfeld zu helfen. Sie bei deren Bewusstwerdung und Weiterentwicklung zu unterstützen. Es war eine Art Lebensberatung.

Ich frage mich bei sowas immer: Wie kommt ein Mensch auf die Idee, besonderes dann, wenn er keine explizite und anerkannte Ausbildung auf dem Gebiet erhalten hat,  sich zum Ratgeber für andere berufen zu sehen?  Wer sagt denn, dass seine Ratschläge nützlich und hilfreich sind und nicht womöglich noch mehr Schaden anrichten? Auf welcher Basis wird hier Rat erteilt? Manche Leute besuchen ein paar Wochenenden lang diverse Seminare und bekommen dann ein Teilnahmezertifikat. Damit gehen sie anschließend los, am besten gleich das Wochenende drauf, und machen einen auf Lebensberater. Sorry, aber da stellen sich mir die Nackenhaare auf.

In der Gruppen wurden wir immer vertrauter und hielten schließlich beinahe nichts mehr unter Verschluss.  Es wurde alles in der Gruppe „abgekippt“. Das hatte anfangs etwas sehr Erfrischendes. Doch nach einiger Zeit bekamen die Gruppenmitgliedern eine gute Entwicklung in die „richtige“ Richtung attestiert. Oder eben nicht. Dann wurde automatisch der bessere Weg aufgezeigt.  Kritische Äußerungen wurden mehr oder weniger nieder gebügelt. Wer „brav“ war, hielt sich an die Meinung der Führerinnen und bekam auch prompt eine gute Entwicklung attestiert.

Doch ich bin in sowas nicht wirklich gut. Manchmal konnte ich dann doch nicht an mir halten, musste mein Schweigen brechen und musste meine konträre Meinung kund tun. Damit stand ich beinahe immer allein da. Bis auf wenige Ausnahmen, wo sich jemand zu mir gesellte. Ich bin sowieso eher der pragmatische Typ. Und das empfinden manche als zu hart, zu direkt, zu wenig weichgespült, zu wenig emphatisch. So lautete dann das Urteil. Ich bin einfach nicht so das brave Herdentier, was in der Masse gerne und gehorsam mit läuft. Unauffällig.

Ich zog mich also in der Folge mehr und mehr zurück. Das ist einigen auch aufgefallen und sie fragten teilweise besorgt nach. Trotzdem baute sich mit der Zeit in mir ein ungutes Gefühl auf. Eine Art von Unwohlsein mir gegenüber. Beinahe ein schlechtes Gewissen. Aber aus dem Grund, weil ich immer wieder meine Meinung zurück hielt und nicht ehrlich sagte, was ich dachte. Ich war nicht geradlinig und ehrlich. Nicht mir gegenüber und auch nicht den anderen gegenüber. Das nagte zusehends mehr an mir.

Als es dann in der Gruppe nur noch die Geschichten der anderen nachzulesen und zu diskutieren gab, war dies keine Gemeinschaft mehr für mich. Sie fing regelrecht an meine Energie zu fressen. Ich hätte es so weiter laufen lassen können. Einfach schweigen und hin und wieder mal noch mitlesen. Aber es ging und geht dort um sehr intime Themen und so kam ich mir wie ein Spanner vor. Der schweigend Einblicke bekommt, sich aber nicht (mehr) dazu äussert.

Zeit für mich, zu gehen. Es war einfach nicht mehr meine Gruppe. Wir, die Gruppe und ich hatten uns in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Oder ich gar nicht…würden sicher manche sagen. Was weiss denn ich?? Deshalb teilte ich an einem Sonntagmorgen mit, dass ich gehen werde und erklärte auch soweit das möglich war, warum. Leicht ist mir das tatsächlich nicht gefallen. Denn es gab schon auch richtig schöne Zeiten. Gerade am Anfang. *schnief**

Es war wie am Ende eines tollen Urlaubs, in dem man richtig nette Leute kennengelernt hat. Man verabschiedet sich, womöglich noch tränenreich und mit viel Geschrei, versichert sich gegenseitig eine unvergesslich schöne Zeit gehabt zu haben, verspricht auf jeden Fall in Kontakt zu bleiben….. und dann. Werden die Stimmen leiser bis sie verstummen.

That’s life.
Wieder was gelernt.

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Wandelgedanken | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Auf dem Weg zum Optimum

Frohes Neues Jahr 2o2o euch allen da draussen.
Bleibt gesund oder werdet es wieder.
Je nachdem.

Gerade jetzt am Anfang des Jahres halten die meisten von uns inne und betrachten ihr Leben mal von aussen. Beleuchten besonders die Schwachstellen.
Wo besteht Optimierungsbedarf?

So auch ich. Aber einen Jahresrückblick erspare ich mir und euch. Mag ich nicht so.

Seit dem Silvesterabend habe ich mich aber beinahe durchgehend selber gefragt: Wo in meinem Leben lasse ich faule Kompromisse zu? Wo bin ich es mir nicht wert, konsequent auf mein Wohl zu bestehen und meinem Glück aufs Pferd zu helfen? Wo schweige ich aus Höflichkeit, aus Rücksicht, aus Mitleid oder anderen Gründen? Anstatt zu sagen, was ich denke, was ich brauchen würde, was mir  fehlt.

Damit täusche ich nicht nur mich sondern auch meine Umwelt. Denn solange ich schweige denkt die, dass alles super gut und zufriedenstellend läuft. TUT ES NICHT!!!

Da war zum Beispiel der Apotheker. Wir kennen uns nun beinahe zwei Jahre. Und es wurde immer ein bisschen mehr, aber nie etwas, was man Beziehung nennen kann. Mehr so Freundschaft plus. Es passt vom Kopf und vom Körper her, aber nicht so vom Herz. Unsere Lebensumstände sind auch so, dass aus uns kein echtes Paar werden könnte. Ausserdem wollen wir beide das nicht, so eine echte, klassische Beziehung mit Zusammenziehen und gemeinsamen Alltag. So weit, so gut. Aber ähnlich wie bei vielen Paaren wurde die Achtsamkeit mit der Zeit weniger. Er sah es immer mehr als selbstverständlich an, dass er „konsumieren“ durfte und sein Wohl war ihm wichtig. Meins eher Nebensache. So habe ich es jedenfalls empfunden. Geplant waren immer mal gemeinsame Unternehmungen. Wohl mehr Wunschdenken von mir als von ihm. Ein Wochenende zu zweit oder auch mal ein Kurzurlaub. Aber es wurde nie was draus. Er besuchte mich, übernachtete auch, wenn mein Standort auf der Route seiner Geschäftstermine lag. Und das war’s. Alles eher praktisch und kostensparend für ihn, als beziehungsfördernd oder als paarbildende Maßnahme anzusehen. Die letzten paar Mal kam er sehr spät in der Nacht an und fuhr im Morgengrauen weiter. So blieb nicht mal mehr Zeit für Gespräche. Zumal er zu meinem Entsetzen prophylaktisch vor dem Schlafengehen eine Schlaftablette einwarf, was mir sehr nach Gewohnheit aussah. Das ärgerte mich und ich verzichtete dennoch auf ausführlichen Erläuterung. Denn wenn man wenig Zeit zusammen hat, dann möchte man die nicht auch noch lamentierend verbringen. Dennoch habe ich mehrfach erwähnt, dass mir das alles einfach zu wenig ist. Doch nichts änderte sich.

Nun hätte am letzten Wochenende ein weiterer Besuch mit Übernachtung angestanden. Wir haben uns Ende Oktober zuletzt gesehen und eigentlich freute ich mich auf ihn. Aber da waren bereits sichere Anzeichen, dass es wieder nur ein Schnellschuss werden würde, was mich schon im Vorfeld traurig machte. Und ich ging in mich, befand die Gesamtsituation als unzureichend. Jedenfalls für mich.

Ich fasste mir ein Herz und ihm gegenüber meine Gefühle in Worte.
Am Donnerstag, also zwei Tage vor dem geplanten Besuch.

Ich komme zu kurz, fühle mich nicht gesehen, möchte da was ändern.

Sieht er das nicht so – passt es so für ihn, dann wäre für mich der Punkt erreicht, wo ich nicht mehr so weiter machen mag. Würde mich dann an der Stelle verabschieden wollen.

Und seine Reaktion: Alles Gute & soll ich deine Nr. löschen?

Ich fand es sehr ernüchternd und war gelinde gesagt halbwegs schockiert. Das hätte ich nun nicht erwartet. So kurz und schmerzhaft. Ich denke übrigens, dass es das für beide Seiten ist.

Nun bin ich ein Stück näher am Optimum. Das mag komisch klingen. Aber ich bereue es nicht, meine Meinung gesagt zu haben und konsequent für mein Wohl gehandelt zu haben. Ich würde wieder so entscheiden. Zumal ich erkennen musste, dass für ihn kein Redebedarf bestand.

Was ich jetzt habe….. freie Bahn für den Mann, der besser zu mir passt.
Und den gibt es. Davon bin ich überzeugt.

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Wandelgedanken | Verschlagwortet mit , , , , | 4 Kommentare