Paarungszeit

Wieso gibt es denn bei Menschen nicht eine bestimmte Paarungszeit? Ich meine, im Jahreslauf nur bestimmte Zeiten? Wäre das nicht einfacher? Weniger anstrengend?
Warum muss Mann sich eigentlich immer paaren wollen? Weil er seine Gene streuen muss? Ist das eine genetisch bedingte Notwendigkeit, solange der Mann sexuell aktiv und nicht vergeben ist?

So kommt es mir gerade vor. Es ist kein Frühling mehr. Der Sommer ist beinahe vorbei. Er war besonders heiss, teilweise zu heiss. Ist die Gattung Mensch vom Aussterben bedroht? Habe ich was verpasst? Gab es da ne Ansage? Irgendwas in den News? Lese ich zu wenig bei FB?

Ich verhalte mich nicht anders als sonst, aber es ist so, als wenn ich Baldrian im Garten ausgeschüttet hätte. Es amüsiert mich gerade. Noch ist es überschaubar. Kein Stress. Bislang nur Amüsement.

Die Kraft der Gedanken ist nicht zu unterschätzen.
Es passieren für mich unerklärliche Dinge.

Wie ich hier letztens bekannt gegeben habe, bin ich auf der Suche nach einem für mich geeigneten Lebensabschnitts Partner. (das Wort ist schlimm und passt irgendwie auch so überhaupt nicht zu mir) Und ich versuche auf dem normalen Weg, im realen Leben, fündig zu werden und auch mittels Datingseiten im Internet. Mit mal mehr und mal weniger Erfolg. Wie ein Grundrauschen gibt es da aber einige Männer in meinem Leben, die sich zwar für mich interessieren und gerne mehr mit mir teilen würden…. aber die sind allesamt verheiratet oder anderweitig gebunden. Oder eben so gar nicht mein Fall.

Und weil mich das alles langfristig nicht weiter bringt, muss ich hin und wieder aktiv werden. Der Prinz reitet einfach nicht vor der Tür her und klingelt bei mir. Komisch!

Jetzt habe ich mich vor einer Woche bei einer für mich neuen und ganz anderen Seite angemeldet, die nicht direkt als Heiratsmarkt angesehen werden kann. Das ist was für alle, die „erst mal nur schauen wollen, was passiert“. Und nicht für die, die sich in absehbarer Zeit verloben, zusammen ziehen und den Rest ihres Lebens miteinander verbringen wollen. Und zu genau dieser Zielgruppe zähle ich mich auch gerade. Erstmal nur beschnuppern, sehen ob man sich riechen kann und schauen, ob das gemeinsame Spiel Spaß macht. Da werden keine Versorger fürs Alter gesucht, keine Haushälterinnen, keine Rasenmäher Men, keine Weibchen am Herd, keine Waschfrauen und keine Couch Kumpane. Eher so Ausgehbegleiter, Tanzpartner, Kinosessel- und Parkbank Besetzer, Nachtschwärmer, Sternegucker, Waldweg Vagabunden, Erklär Bären, Ideen Teiler, Weinkenner und -trinker, Geschichten Vorleser, Regenschirm Halter, Buchfans, Waldpilzsammel Experten, Tür Aufhalter, Zuhörer, Mithörer,  Mitsinger und Mitlacher. Wenn das gut klappt kann man die nächste Raketenstufe zünden. Dann rückt man näher zusammen und schaut was passiert….. ihr wisst schon. Küssen und mehr. Denn das ist auch wichtig. Obwohl….. neulich wollte mich jemand davon überzeugen, dass diese Art von Vergnügen doch den Jungen vorbehalten sei. Also denen, die noch im reproduktionsfähigen Alter sind. Man solle sich mal ein Beispiel an der Natur nehmen. Da tun es nur die jungen Tiere. Ach ja? Ach so? Der Versuch mich zu überzeugen ist kläglich gescheitert. Ich bin einfach zu uneinsichtig gewesen. Störrisches Weib.

Und da sind wir wieder beim Balzverhalten…… seit ich nun auf der o.g. Seite angemeldet bin, stelle ich erfreut fest, dass mein Profil offensichtlich gefällt. Ich bekomme recht viele Anfragen und das sind – anders als ich es von anderen Datingseiten gewohnt bin – sehr niveauvolle und durchweg erfreuliche Kontakte. Sonntag hatte ich schon das erste Date. Ein Treffen in einem Gartenlokal. Sehr schöner Nachmittag. Da ist durchaus Potential.

Kaum bin ich wieder aktiv auf der Suche kommt einer der Herren vom „Grundrauschen“ wieder auf mich zu, funkt mich an und will mich just zur selben Zeit treffen. Und da ich angab leider keine Zeit zu haben, gab es schlechte Stimmung und Genörgel. Eifersucht lag in der Luft. Da werden gewisse Ansprüche angemeldet, die verdächtig an Besitzansprüche erinnern. Darauf kann ich ja gar nicht!!!! Gerade wenn mein Gegenüber nicht in der Position ist, Ansprüche stellen zu können und die Verhältnisse klar geregelt sind. Deshalb habe ich den Kontakt erstmal auf Eis gelegt und geniesse die Stille.
Dachte ich…..

Heute Morgen vor 6 Uhr schon erreichte mich die zweite Anfrage aus dem „Grundrauschen“. Ein anderer Kandidat, der sich wochenlang nicht gemeldet hatte. Und auch er fragte recht schnell nach einer vorsichtigen Konversation nach, ob wir eine Verabredung ausmachen wollen. Ob er mich sehen kann.

Wie geht sowas? Woher kommt dieses plötzliche Interesse? Was liegt da in der Luft?

Egal, ich beobachte das Geschehen und genieße alles was mir gerade Spaß macht.

Advertisements
Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Wandelgedanken | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Alpha

Leider bin ich eine Organisationsnudel. Ich liebe es Dinge selbst in die Hand zu nehmen und zum Laufen zu bringen. Gepaart mit einem ausgeprägten Helfersyndrom neige ich dazu, andere nicht einfach machen zu lassen sondern stürze mich ohne großes Zögern voll ins Gewühle. Nicht lange zögern — Aktion! Hau ruck und anpacken! Fertig!!

Die Männer, mit denen ich liiert war, fanden das toll. Entweder hatten sie zwei linke Hände (alles Daumen) oder  kein ausgeprägtes Bedürfnis, die Initiative zu ergreifen. Der vorerst letzte, in zeitlicher Reihenfolge, war vom Typ her „der Hilflose“. Den wollte und musste ich ständig retten und für ihn die Kastanien aus dem Feuer holen. Als er feststellte, dass ihm das ne Menge Stress erspart, ließ er dann auch dauerhaft die Finger von jeglicher Bemühung mal auf eigenen Beinen zu stehen und Dinge alleine zu wuppen.

Psychologie ist mein Hobby. Ich stehe drauf mich selbst zu therapieren und so fand ich heraus, dass mein Aktionismus ein Resultat meines Lebens als zweifache Singlemutter ist. Ich musste einfach viele Jahre lang meinen beiden Söhnen Mama und Papa in Personalunion sein. Und sowas geht schon mal leicht in Fleisch und Blut über. Deshalb will ich „meinen Männern“ nicht allein die Schuld geben, dass sie dieses Verhalten von mir nicht boykottiert haben.

Doch ab jetzt und in der Zukunft möchte ich dieses Vorpreschen mal abstellen. Das heisst nicht, ich möchte von nun an nichts mehr tun und die Männer für mich malochen lassen. **wobei, Moment mal….. der Gedanke ist gar nicht so schlimm…. smile** Nein, ich möchte jetzt endlich mal den Plan in die Tat umsetzen und einen Mann suchen & bestenfalls  finden, der alles andere als phlegmatisch und/oder hilflos ist. Ein Macher. Das wäre was für mich! Einer, der weiß was er will und alles dafür tut, dass er genau das auch bekommt. Ich möchte das Gefühl geniessen und das Vertrauen haben, er bekommt alles hin. Mindestens genauso gut wie ich – besser noch, wenn er mehr drauf hat. Ich brauche einen Mann, den ich aus vielen Gründen respektieren kann und der mir noch das Eine oder Andere beibringen kann. Das klingt jetzt so, als wenn ich glauben würde, das das eher unwahrscheinlich erscheint. Aber nein, so sehr bin ich nicht von mir und meinen Fähigkeiten überzeugt. Nur bin ich eben gebranntes Kind. In der Vergangenheit bin ich einfach mehrfach auf Männer rein gefallen, die vorgaben viel zu können und die sich dann in der Praxis bzw. im Alltag als ziemliche Luftpumpen heraus stellten. Das muss ein Ende haben. Dann lieber keinen.

Mein idealer Mann ist auch einer, dem ich absolut nicht auf der Nase herum tanzen kann. Der einfach mental sehr stark ist und mir die Stirn bieten kann und will. Denn wenn ich merke, einer weicht vor mir zurück und gibt Kleinbei, dann kann ich ne ziemliche Zicke sein und  das ausnutzen. Langfristig gesehen finde ich nichts öder und langweiliger, als wenn der Mann klaglos tut was ich möchte. Kein Widerstand. **gähn* ..

Alpha Mann eben. Er muss stark sein. Stärker als ich. Und das beschränkt sich nicht auf die körperliche Stärke. Aber auch. Es klingt alles andere als emanzipiert, wenn ich das jetzt hier hin schreibe, aber ich möchte ihn in gewisser Weise bewundern und zu ihm aufschauen können. Er muss so sein, dass ich das gerne tue und stolz bin, ihn an meiner Seite zu haben. Ein richtiger Mann eben. Ich möchte mich geliebt und beschützt und gut aufgehoben fühlen. Weiblich. Wobei dieses weiblich nicht das eines süßen Mäuschens ist, eines nett aussehenden Anhängsels. Auch wenn es ausgelutscht klingt und zu oft benutzt wird – Augenhöhe ist mir wichtig.

So. Und wenn ich ihn dann gefunden habe, kann es direkt los gehen. Und zwar auf allen Ebenen. Das wird ein Höllenspaß. Für uns beide.

Wo bist du? Melde dich!!!!

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Wandelgedanken | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | 4 Kommentare

Bad Boys

…oder warum stehen viele Frauen auf die sogenannten  A*..loch Typen?

Über diese Frage stolperte ich, als ich einen Beitrag bei einer anderen Bloggerin gelesen hatte, die auch über ihre Dating Erfahrungen schreibt. Es fiel mir da nicht zum ersten Mal auf, dass viele Frauen eher an den Männern interessiert sind, die auf den ersten Eindruck ein bisschen kaltschnäuzig wirken und ihnen nicht die ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Diese Männer haben sich nicht zum Lebenszweck gemacht eine Frau für sich zu gewinnen und ihr das Leben schön und bequem zu gestalten. Ihr die Sterne vom Himmel zu holen und die Welt zu Füßen zu legen. Jeden Wunsch von den Lippen ablesen und so.

Ich denke, viele dieser Frauen vermissen einfach echtes männliches Verhalten. Sie wollen keinen Softie. Sie wollen sich bis zu einem gewissen Grad mit ihrem Kerl batteln. Oder wenigstens reiben. Und das meine ich in dem Fall mal nicht (nur) körperlich.

Ich gehöre auch zu den Frauen, die diese sogenannten Bad Boys mögen. Nur ich würde sie nicht so oder gar A*loch Typen nennen. Denn mein Blickwinkel ist da ein bisschen anders. Lange schon wollte ich da mal drüber schreiben. In meinem Kopf bewege ich das Thema seit gefühlten Ewigkeiten hin und her, von rechts nach links. Und der Grund dafür ist ganz einfach. Bisher waren die Männer, mit denen ich eine Beziehung hatte,  keine Bad Boys. Deshalb sind sie wohl auch so reizvoll für mich. Man sehnt sich immer das herbei, was man noch nicht hatte. Und in diesen (meinen) Zeiten der Partnersuche mache ich mir verstärkt Gedanken drüber, was ich will. Erstaunlich ist dabei, sogar für mich selbst, dass sich meine Wunschliste immer mal wieder verändert. Aber beim Fine Tuning bin ich auf dieses „Bad Boy Ding“ gestoßen.

Sicherlich gibts da aber auch sehr viele Facetten. Ich möchte selbstverständlich von einem Mann nicht schlecht behandelt werden. Er darf nicht unaufmerksam oder arrogant sein. Nicht mehr von sich überzeugt als nötig, womöglich ohne Substanz dahinter. Kein Blender also. Er muss schon was können, was drauf haben, wenn er selbstbewusst auftritt. Keine Luftnummer. Keine Vortäuschung falscher Tatsachen. Da komme ich mit fortschreitendem Alter aber auch immer schneller dahinter. Paar gezielte Fragen und der Vorhang fällt. Älter werden und älter sein hat also nicht nur Nachteile. *wink an meine jungen Leserinnen* 

Inzwischen bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es ein Alpha Männchen ist, was ich mir wünsche. Wobei es besser heissen sollte – einen Alpha Mann, einen Alpha Typ.

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Wandelgedanken | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Die Schnitte

Irgendwie ist es wie verhext. Ich kriege einfach keine  Schnitte sondern bisher leider nur Brotkrumen. Und ich habe in den letzten Tagen gemerkt, ich füge in mühevoller und auch liebevoller Kleinarbeit die vielen großen und kleinen Krümel zusammen und versuche daraus eine Schnitte zu formen. Aber das wird nichts. Da ist nicht genügend Bindemittel. Das ist und bleibt Krümelkram.

Und aus einer unterschwelligen Angst heraus, bei Ablehnung der Krümel dann ganz ohne Futter da zu stehen, habe ich mich mit dem Wenigen zufrieden gegeben. Und es macht mich wirklich so gar nicht glücklich. Oder ich formuliere es mal so: Es macht mich nicht satt. Ich verkaufe mich einfach unter Wert. Das ist ein Fakt. Und das muss ein Ende haben.

Manchmal braucht es einfach eine gewisse Zeit, bis diese Erkenntnis sackt und bis ich mir der Tatsachen bewusst werde. Wir alle verdrängen ja schon mal gerne das Unangenehme. Dann bin ich sehr umtriebig, ich beschäftigte mich mit allerlei (auch) Unwichtigem. Das alles nur, um nicht hinsehen zu müssen. Das Elend ignorieren. Denn es ist ja auch das Zugestehen eines Versagens. Des eigenen Versagens.

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht. Also stelle ich jetzt mal die aktive Suche ein. Heute habe ich mich bei den diversen Partnerbörsen, wo ich einen Account hatte, abgemeldet. Gleichzeitig habe ich einigen Karteileichen oder denen, die auf dem Weg dahin waren eine nette Abschiedsnachricht geschickt. Ich möchte meine Zeit nicht länger sinnlos vergeuden. Ich kümmere mich mal richtig intensiv um mich. Darüber und darauf freue ich mich.

Es ist ein wenig kahl in meinem Spielzimmer. So, als wenn man in eine neue Wohnung einzieht. Aber ich werde jetzt mal sehr intensiv mit mir alleine spielen. Und ich bin zuversichtlich, dass das auch nicht allzu langweilig wird.

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Wandelgedanken | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 3 Kommentare

Energiefresser

In den vergangenen Monaten habe ich auf der Suche nach meinen Mr. Right immer wieder neue Männerbekanntschaften geschlossen. Einige haben sich in sowas wie eine Freundschaft verwandeln lassen. Andere sind im Laufe der Zeit abgestorben. Ganz still und leise und eher unspektakulär.

Und dann gab und gibt es die Hartnäckigen, die nach dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“ verfahren. Die haben es nicht eilig und halten den Kontakt zu mir über Monate, ohne dass wir spürbar weiter kommen oder sich die Qualität der Verbindung wesentlich ändert. Ich möchte an der Stelle schon auch mal erwähnen, dass es in dieser Gruppe ein paar wenige gibt, die mir schon recht nah gekommen sind. Das mündete in einer Freundschaft plus, denn für eine Beziehung hat es entweder nicht gereicht oder der aktuelle Beziehungsstatus der Männer machte es nicht möglich sich entsprechend was aufzubauen.

Gerade in der Zeit, als mir der berufliche Stress arg zu schaffen machte, war so ein bisschen Seelenpflege Balsam für mein Gemüt. Wichtiger als alles andere ist mir jedoch immer, dass es vom Kopf her passt. Wir haben da viele Gemeinsamkeiten. Der Humor ist kompatibel. Uns gehen die Themen nicht aus. Wir befruchten und inspirieren uns gegenseitig. Bei dieser besonderen Form der Freundschaft war und ist es uns wichtig, stets zu wissen, was den anderen umtreibt und bewegt. Irgendwann waren die Gespräche wichtiger als alles andere. Wir hatten keinen sexuellen Kontakt mehr sondern der andere war nur noch der/die Vertraute. Das fühlte sich schon irgendwie rund und schön an. Über einen langen Zeitraum jedenfalls. (nur, dass wir uns nicht missverstehen…. ich spreche hier nicht von vielen Personen. Aber es waren zeitweise schon so 2-3 Freunde +)

Aber wie das auch in richtigen Beziehungen oft so ist – nach ner Weile ändert sich dann mal was. Nicht nur zum Positiven. So ist das jetzt in den letzten Wochen geschehen. Nicht nur bei einem der Männer. Zufall oder nicht? Ich weiss es nicht. Die Ansprüche auf der anderen Seite wuchsen. Sowas wie Besitzansprüche. Ein bisschen Kontrollwahn. Während wir bis dahin alle Fragen ausklammerten, die in das Leben des anderen zu tiefe und vielleicht schmerzhafte Einblicke erlaubten, kam nun auffallend viel Neugierde auf.  Der Freund wollte sich zwar nicht richtig engagieren, aber dennoch mehr und mehr wissen, was ich wann – wo – mit wem mache. Eifersucht ist nichts was stressfrei verläuft.

Das hat mir zusehends die Freude an der „Beziehung“ verhagelt. Ich fühlte mich wie am Gängelband. Lange habe ich das weg gedrückt und als unwichtig deklariert. Doch es wurde mehr und mehr zum Energie-Staubsauger.

Und nun ist Sommer…. die Leute fahren in die Ferien. Da ergeben sich Möglichkeiten, die die das Jahr über nicht da sind. So bekam ich am späten Montagabend einen Anruf von einem der Freunde. Er wollte mich gerne spontan treffen und erzählte mir, seine Tante sei im Urlaub und er hüte das Haus, gieße den Garten und sei da gerade alleine. Und er wünschte sich, dass ich mich ins Auto setze und zu ihm komme. Er malte sich sehr  fantasievoll einige Szenarien aus, wie wir beide den Abend verbringen könnten. Unsere Beziehung war bis zu diesem Tag noch jungfräulich verlaufen, aber schon mehr als ein halbes Jahr alt. Mir gefiel die Idee von ihm deshalb eigentlich ganz gut. Und ich konnte sogar den Film sehen, den sein Kopfkino da gerade produziert hatte. Und fand ihn ausgesprochen heiss. ABER ich hatte – wahrlich & wahrhaftig – Besuch.  Übernachtungsbesuch. Während ich schon in meinem Bett lag, als er anrief, schlummerte mein Besuch bereits im Wohnzimmer auf der komfortablen Schlafcouch. Dem heiß gekochten Freund ging in der Folge dann die Fantasie auch in dieser Hinsicht durch. Und er ließ seinen Gedanken freien Lauf. Bombardierte mich mit Fragen und sogar Beschuldigungen. Wer denn der Glückliche sei?? Seit wann der Besuch da sei und was wir Schönes zusammen unternommen hatten….ob es toll gewesen war? Ob der Besuch mich glücklich gemacht hätte…. etc.pp  Er wollte mir nicht glauben, dass es sich um eine Verwandte handelte, mit der ich am Montag leider zu einer  Beerdigung hatte gehen müssen.

Brauch ich sowas? Neee, brauch ich nicht.  Und so sieht es gerade danach aus, als wenn mir an diesem Abend einer der Freunde verloren gegangen ist.

Aber auch weiteren + Freunden scheint die momentane Hitze nicht zu bekommen und irgendwie zu Kopf zu steigen. Die Hormone spielen verrückt. Deshalb gab es am Dienstag den nächsten Freundschafts-Crash. Ich werde berichten.

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Wandelgedanken | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Die Reißleine gezogen

In ganz kleinen Schritten geht es voran. Ich liebe mich endlich mehr. Mein Urteil über mich selber ist weniger hart. Wenn ich sehe, dieses Blog hatte beinahe 10 Jahre lang den Untertitel „von der fetten Frau zur fitten Frau„. Das ist schon sehr vernichtend. Als wäre ich in erster Linie die fette Frau und mehr nicht. Das sehe ich jetzt. Früher fand ich den Spruch gut.

In einem Blogpost vom März 2017 — In der Änderungsfleischerei habe ich die Gedanken dahinter mal in Worte gefasst. Essen war immer in meinem Leben nicht nur Ernährung für den Körper sondern auch Nahrung für die Seele. Lückenfüller. Und da gab und gibt es viele Lücken zu füllen. Manchmal meine ich aber auch Lücken füllen zu müssen, wo gar keine sind. Ich schaue jetzt genauer hin und verdränge nicht mehr so oft.

Einige von euch wissen es schon. Vor mittlerweile 6 Wochen habe ich die Reißleine gezogen und meinen Job hin geschmissen, ohne einen Plan B zu haben. Mein Körper hat mich quasi dazu gezwungen. Der Verstand lief wie auf Schienen und wollte immer weiter kämpfen. Es war mir längst zuviel geworden und ich war müde, erschöpft und ausgebrannt. Aber der Verstand sagte: „Du musst! Stell dich nicht an. Das geht schon irgendwie.“ Bis der Körper einfach streikte. Schmerzen überall und keine organischen Gründe zu finden. Leben und arbeiten war nur unter höchster Anstrengung möglich. Und die Erschöpfung ging ins Unendliche. Notbremse.

In meinem Alter ist dann so ein Schritt recht unvernünftig. Aber vernünftig war ich auch schon viel zu lange. Es geht mir jetzt besser und ich komme langsam runter und zur Ruhe. Und – es erstaunt mich selber immer wieder – ich bin nicht verzweifelt und unruhig und zermartere mir den Kopf, wie es weiter gehen wird. Darauf würde ich derzeit sowieso keine schlüssige Antwort kriegen. Das wird sich ergeben. Und irgendwas in mir sagt: Bleib locker, alles wird sich finden.

Ich weiss einfach, dass ich nicht unter gehen werde. Da ist ein großes Vertrauen. Klingt ein bisschen spinnert, ich weiß. Aber das macht nichts.

Veröffentlicht unter Wandelgedanken | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Spürbar

Ich stehe an der Spür Bar

und horche in mich rein.

Hier gibt es  keine Barhocker,

weil ich mich nicht festsetzen möchte.

Festlegen schon gleich gar nicht.

Erstmal.

Der letzte Drink ist ausgetrunken.

Der neue muss ein anderer sein.

Soviel weiß  jedenfalls.

Viel mehr aber auch nicht.

 

Veröffentlicht unter Wandelgedanken | Kommentar hinterlassen