Liebhaber gesucht

Spricht jemand über einen Liebhaber, dann denkt man doch immer nur an eine kurzweilige, eher sexuelle Beziehung. Nichts von Dauer. Also, in meiner Vorstellung ist das so. Aber sieht man das Wort eher abgeleitet vom Liebhaben, was die erste und wichtigste Pflicht (hoffentlich auch Vergnügen) eines Liebhabers sein sollte, dann bekommt das Ganze etwas mehr Ernsthaftigkeit. Zu dem Thema habe ich einen ganz wunderschönen Text von Dr. Lisa Vallejos gefunden, den ich euch nicht vorenthalten möchte. 

 Wie man einen Liebhaber wählt
(von Dr. Lisa Vallejos)
Mit Liebhaber meine ich nicht nur einen Partner, mit dem man intim wird oder eine Liebschaft hat. Mit Liebhaber meine ich jemanden, der dein ganzes Wesen beglückt – Geist, Körper, Herz und Seele.  Mit Liebhaber meine ich die Person, die dir den Atem raubt und deinen Träumen Leben einhaucht. Mit Liebhaber meine ich die Person dessen Körper wie ein Handschuh zu deinem passt und in deren Augen du die Ewigkeit erkennst. Mit Liebhaber meine ich die Person, die dich fasziniert und dein ganzes Wesen verzaubert.

Weisst du, es ist leicht, einen körperlichen Liebhaber zu wählen – die Werbung erinnert und daran, dafür gibt es eine App. Du kannst einen vollen Terminkalender haben und trotzdem mit einem leeren Herzen leben. Viele sehen die Sucht nach Liebe wie ein Zahlenspiel… Je mehr Kontakte vorhanden sind, die potentielle Partner sein könnten, desto besser stehen die Chancen. Ich erkenne zwar die Beweggründe dahinter, aber ich denke, das ist viel zu einfach. 

Einen Liebhaber wie oben beschrieben zu wählen ist kein Zahlenspiel. Es wird in einem tiefen und rauen Ort der Seele geboren – ein Ort, den viele von uns selten erforschen oder gar kennen. Deshalb wählen wir unsere Liebhaber aufgrund von Oberflächlichkeiten und vermissen die seelenvolle Verbindung, die unser Herz begehrt. 

Einen Liebhaber zu wählen, der unsere Seele nährt, ist ein Prozess, der zuerst von uns selbst fordert, dass wir die tiefsten Anteile unseres Selbst erforschen. Man muss herausfinden, wer man war, bevor das Leben einem sagte, wer man sein sollte. Man muss Licht in die Dunkelheit bringen, wissend, dass es für die Selbstfindung unerlässlich ist, den dort lebenden Dämonen zu begegnen. Man muss bereit sein, die schmerzenden Orte, die Sehnsucht und den Ruf des Herzens zu berühren. Man muss bereit sein, zu fallen, sich verloren zu fühlen und loszulassen – von Projektion, Erwartungen und all den Dingen, die man für Liebe hält. 

Wenn du dich für diesen Liebhaber entscheidest, ist es nicht so, als würdest du an ein Buffet gehen, an dem du ein wenig hiervon und davon probierst, bis du das gefunden hast, was deinen Gaumen erfreut und den Hunger stillt. Du wirst diesen Liebhaber erst dann finden, wenn du bereit warst, durch deinen eigenen Prozess der Selbstfindung zu gehen.

Weisst du, den gefühlvollen Liebhaber gibt es wahrscheinlich nicht am Buffet. Der gefühlvolle Liebhaber ist wie der beste Diamant, der beim Juwelier aufbewahrt wird – im hintersten Teil, im Tresor und zu dem nur die ernsthaftesten Käufer Zutritt erhalten. Der gefühlvolle Liebhaber ist wie ein verborgener Schatz, den nur die Augen erkennen, die unter die Oberfläche sehen und tief in die Seele blicken. Um einen Liebhaber zu wählen, musst du dich zunächst selbst wählen. Du entscheidest dich dafür, dass die Zerstörung, die mit Erleuchtung einher geht, in dein Leben kommt. Du entscheidest dich standhaft zu bleiben, in einer Verpflichtung dem höchsten Gut gegenüber. Du entscheidest dich für die Hoffnung und den Glauben an die Göttlichkeit des Universums, dass es dir alles, was du brauchst, zur richtigen Zeit bringen wird. 

Du rennst nicht herum und jagst der Liebe nach. Du lehnst dich zurück und wirst selbst zur Liebe. Du verbreitest Liebe wo auch immer du bist oder was du tust. Du lässt die Liebe zu deinem Führer, deiner Landkarte und deinem einzigen Norden werden. Liebe erzeugt Liebe und was du säst wirst du ernten. 

Um einen Liebhaber zu wählen, musst du wissen wonach du suchst und auf das vertrauen, was Rumi mal sagte: “ Was du suchst, sucht dich“. Wenn du tief aus dem Ort deiner Wahrheit lebst, wirst du diejenigen finden, die es ebenso tun. Von diesem Ort aus wirst du nicht länger an der Büffet-Schlange stehen und alle Optionen probieren. Sondern du wirst deiner Glückseligkeit an den Ort folgen, den du dir am meisten wünschst, und deinen Teller mit dem füllen, was dein Wesen nährt, erhält und bereichert. 

 

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Ne neue Sau wird durchs Dorf getrieben…..

Das muss ja immer mal sein. Es lebe die Abwechslung. Solange ich nicht alles ausprobiert habe, kann es immer mal noch was Neues geben.

In diesem Blog ging es ursprünglich mal ums Abnehmen und allgemein einen gesünderen Lebensstil. Beides wollte ich mir zu eigen machen. So der Plan. Immer wieder.

Das ist mir streckenweise auch ganz gut gelungen. Aber über die Jahre haben sich die alten, schlechten Gewohnheiten eingeschlichen und es zeigte sich, dass ich unterm Strich nicht wirklich gut für mich gesorgt habe.

Asche auf mein Haupt.

Gerade bin ich mal wieder an so einem Punkt, an dem ich mir sage:
So kann es einfach nicht weiter gehen!!!!

Meine Gesundheit wird auf Prio I gesetzt und ich möchte/muss mich jetzt echt mal wieder besser um mich kümmern. Stichwort: Selbstliebe

Zurück zur Überschrift…. sie ist eigentlich Ausdruck meines Misstrauens.

Ich probiere seit dem 01.10.20 eine (für mich) ganz neue Methode des Abnehmens aus:
Die Stoffwechselkur. Im Grunde ist das eine LowCarb Ernährung, sehr viel Gemüse mit der zusätzlichen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln & Globuli. Ich bin da sehr skeptisch und außerdem hasse ich es Pillen zu schlucken und Pülverchen in Wasser gelöst zu trinken. ABER, eine meiner Schwiegertöchter hat damit in diesem Sommer ganz ungeheuerliche Erfolge erzielt. Und es geht ihr gut damit. Sie sieht wirklich blendend aus und ist gut drauf.

Es soll nicht nur Abnahmen bringen sondern auch eine deutlich spürbare Detox Wirkung haben. Entzündliche Prozesse im Körper werden deutlich gelindert.
So sagt man….. so hört und liest man.

Nun denn, ich werde es ausprobieren. Für morgen habe ich sowieso einen Arzttermin
– eine „große Inspektion“- geplant und so werde ich meine Ärztin um ihre Meinung bitten.

———–> Zeitsprung: Heute ist der 29.10.2020 und ich habe 3,5 Wochen Stoffwechselkurs hinter mir. Und die Sau rannte nicht durchs Dorf, sie blieb bei meinem Haus stehen und kam zu mir rein. Blieb bis heute.
Wie lange? Ich weiss es nicht so genau. Noch sitzt sie auf meiner Couch und lächelt mir zu. Und ich lächle zurück. Aus gutem Grund.

Es geht mir gut und ich habe abgenommen.
Und? Was neu ist: Ich weiss nicht wie viel. Denn ich habe mich nicht gewogen. Meine Waage steckt noch in einem, der nicht ausgepackten Umzugskartons. Und, wenn ich ehrlich bin, dann habe ich sie auch nicht gesucht. Denn ich möchte wegkommen von dieser Diktatur der Zahlen. 1kg mehr oder weniger, 100g mehr vor dem Gang zum Klo? Hallo gehts noch? Das zelebrieren manche Leute und ich habe es auch jahrelang in allen möglichen Diäten so getan. Meine Stimmung für den Tag hing von der Zahl auf der Waage ab. Es war ein Thema von Schuld und schlechtem Gewissen, von Versagensängsten oder von unbändiger Freude, weil 500g weg waren. Oder mehr.

Jetzt weiss ich es: Ich habe abgenommen. Und das sind nicht nur 2-3kg. Das merke ich an meiner Kleidung und ich sehe es im Spiegel. Gesicht, Hals, Décolleté, Hände, Füße usw. Das sind die Äußerlichkeiten. Ich fühle mich auch wohl. Sehr viel wohler als vorher. Das ist/war das Ziel.

Deshalb mache ich weiter.

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An der Front nichts Neues

Schön wärs ja, wenn ich hier mal wieder was Ergiebiges schreiben könnte. Ich warte auch auf ein oder gerne auch mehrere Abenteuer. Endlich mal wieder einer, der es spannend werden lässt, der meine Neugierde weckt, der mein Blut in Wallung bringt.
Aber leider ist es auf den Partnerportalen immer die gleiche unergiebige Leier.

Gemütliche Opas, die sich selber als pflegeleicht bezeichnen und eine Frau für den gemütlichen TV Abend zu zweit suchen. Was sie wohl eher meinen, ist eine für den Haushalt und die Wäsche. Oft als 1:1 Ersatz für die durch Scheidung oder Tod verloren gegangene Allround Betreuerin. Die Neue sollte auch Sex mögen…. sie nennen es kuscheln, um die Frauen nicht abzuschrecken. Mitunter  geben sie als einzige Hobbies Sauna und FKK an. Manche Männer schlagen allen Ernstes ein 1. Date in der Sauna vor. **schenkelklopf** Also bei allem Sinn für Humor, das ist mir dann doch ne Nummer zu derb und ich kann mir einen entsprechenden Kommentar nicht verkneifen.
Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich wurde deshalb schon als frigide Alte beschimpft.

In einem der Partnerportale wird einem neben vielen anderen Fragen auch die folgende gestellt:  „Würden Sie ihrer Partnerin aus einem Buch vorlesen?“
Da kommt ganz oft ein völlig entrüstetes: „Warum das denn?“
Und so scheidet sich die Spreu vom Weizen. Fast nur Spreu. Ich krieg da nichts gebacken. Kein Brot, noch nicht mal das kleinste Brötchen. 

Die jüngeren Männer sind beinahe alle von der reinen Spaß Fraktion. Unverhohlen verkünden sie, Erfahrungen sammeln zu wollen. Manche geben als Referenz bestimmte Maße an. Sie erhoffen sich, dass Frauen ab einem gewissen Alter aus der „Not“ heraus jeden Strohhalm ergreifen. Mag ja sein, dass das manchmal auch klappt. 

Eine weitere Kategorie sind die, die in festen Händen sind und nur ein Gspusi suchen. 
Wenigstens sind die meist direkt und spielen mit offenen Karten. Da kann man als Frau gleich den berühmten Bogen drum machen. Faire Sache.

Und dann habe ich mich letztes Wochenende bei einer (für mich) völlig neuen Seite angemeldet. „ZitronenSchwan“?? Lemon Swan. Wie kommt man auf so einen Namen für ein Singleportal? Die Seite soll im Ranking der Datingseiten angeblich besonders gut abgeschnitten haben und gerade für suchende Frauen der absolute Bringer sein.  
Das wollte ich doch mal ausprobieren. Und so habe ich alle möglichen Fragen beantwortet und mir ein Profil erstellen lassen, sogar ein Foto rein gestellt und war gespannt, was passieren würden. Innerhalb weniger Stunden gab es auch viele Klicks….. der Frischfleisch-Effekt, das kennt man schon. Und es gab auch vielversprechende Zuschriften aus meiner Region. ABER!!! Und nun kommt der Haken. Als Frischling und, zunächst mal nicht zahlendes Mitglied, darf man gar nichts. Nur schauen, nicht antworten oder die von den Herren frei geschalteten Fotos anschauen. Egal was man tun will, nichts darf man. 

Wie soll man denn eine Seite kennenlernen und testen, wenn man nirgendwo reinschauen darf? Ich hatte mich über die Preise einer Mitgliedschaft informiert und stellte mit Erschrecken fest, dass die kleinste/kürzeste Mitgliedschaft 6 Monate dauert und mit monatlich 79€ zu Buche schlägt. Hammer!!! Für 12 oder  24 Monate kann man sich auch mit dieser Seite „verheiraten“, was den Monatsbeitrag zwar kleiner werden lässt, aber die Summe der Investition gewaltig aufpumpt.

Und das Alles für den „Kauf einer Katze im Sack“? Nee, nicht deren Ernst.
Ich habe also alles wieder gelöscht, platt gemacht und ausradiert. Von deren Support bekam ich eine Mailanfrage nach meinen Gründen für den Ausstieg. Und da habe ich mir gedacht: Warum nicht? Und so haben ich ihnen meinen euphorischen Einstieg geschildert und auch die bittere Bauchlandung inklusive entsprechender Enttäuschung. 
Man bedankte sich für die konstruktive Kritik. Das wars!! 

Hätten die mir nicht eine kostenlose Probemitgliedschaft für einen Monat anbieten können? 

 

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Alles so (un)schön neu

Ich bin so dermaßen mit den Umbrüchen in meinem Leben beschäftigt, dass für die Männersuche keine Zeit und Kraft mehr bleibt. Und es fehlt mir nichts.

Ob das wohl jetzt so bleibt? Für immer?

Und wenn ich hin und wieder gefunden werde, dann entziehe ich mich mühelos jeglichem Zugriff. Ich winde mich wie ein Aal. Und flutsche weg. Das ist zu Zeiten von Corona ganz einfach. Und die Momente häufen sich, in denen ich feststelle, wie unpassend und unbequem jetzt die Anwesenheit eines Mannes wäre.

Neulich war ich drauf und dran mich sogar kurzerhand bei den diversen Dating Portalen abzumelden. Einfach löschen -löschen-löschen, denn es sind zur Zeit gerade drei, in denen ich relativ aktiv bin. War? Weiterlesen

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Über Trennungen

Bis dass der Tod uns scheidet……
Wer sagt und meint das heute wirklich noch?
In diesem 1-stündigen Interview zwischen Sabrina Fox und Eva Maria Zurmhorst geht es darum, was wir aus Trennungen mitnehmen können.

Ich würde Menschen in schwierigen Lebenssituationen nicht zur pauschal zur Trennung raten. Es kommt immer sehr auf beide Partner an und inwieweit sie sehen, wo es Veränderung braucht. Und wenn auch nach vielen Bemühungen auch weiterhin nur einer von beiden an der  Beziehung arbeiten möchte, dann ist es hoffnungslos. Für mich käme/kommt dann eine Fortführung der Gemeinschaft nicht mehr in Frage. Egal ob Ehe oder Partnerschaft.

Ich war mehrfach verheiratet und bin geschieden worden. Dies ist innerhalb der Familie ein Makel, der mir anhängt. Das sagt keiner offen. Aber ich weiss es einfach. Meine Eltern sind jetzt beinahe 62 Jahre verheiratet….. „durch dick und dünn und bis dass der Tod uns scheidet.“ Das findet hier Anwendung. Das ist in meinen Augen einerseits bewundernswert, aber auch wieder Zeichen von persönlicher Aufgabe. Ohne ins Detail gehen zu wollen…. da passt sich ein Teil dem anderen an und findet es bequemer so, als eigene Interessen wirklich durch zu setzen.

In den Interview gibt es eine interessante Aussage:
„Nein sagen ist eine Seelen Hausaufgabe“ sagt Sabrina Fox. Ich muss erkennen, dass ich mich da wirklich schwer tue. Oft, wenn mir was zu viel wird, hat es damit zu tun, dass ich nicht gut für mich einstehe und nicht klar NEIN sage, wenn mir bestimmte Aufgaben über den Kopf wachsen. Ich möchte einfach weiterhin geliebt werden und keinen vor den Kopf stoßen. Und ich weiss, mit dieser Einstellung bin ich nicht alleine.

 

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Neues von Klaus (5)

Wechselbäder sollen ja gesund sein. Hört man.
Wenn das also stimmt, dann leben Klaus und ich sehr gesund.

Nach meiner kratzbürstigen Phase von Mitte Februar ging ich mehr und mehr auf Schmusekurs, denn er malte mir ein Bild unserer  gemeinsamen Zukunft, was mir überaus gut gefiel. Er stellte mir gemeinsame Einkaufsbummel über den Wochenmarkt und den Einkauf leckerer, frischer Lebensmittel in Aussicht, die er dann in ein köstliches Essen für uns verwandeln wollte. Bei einem schönen Glas Rotwein würden wir dann fürstlich speisen und es uns gemeinsam richtig gut gehen lassen. Mit allem, was dazu gehört.

Wir versprachen einander, dass  Ehrlichkeit und Offenheit  wichtige Eckpfeiler unserer beginnenden Beziehung sein sollten. Nichts sollte es geben, was man nicht ansprechen darf. Wir können und wollen über alles reden. Darin sind wir uns einig. Nicht etwas  rein interpretieren in das Verhalten des anderen sonders gezielt nachfragen, wenn was völlig oder auch nur teilweise unklar oder unverständlich ist.

Und dann….. je näher der 09.03. (geplantes Datum für seine Heimreise) heran rückte, umso kühler und abweisender wurde er. Früher schrieb er beinahe unter jede Mail „in Liebe und Sehnsucht, dein K.“ Und nun kamen nur noch hingeworfene Phrasen. Immer öfter behauptete er nichts von mir gehört zu haben. Und wieder machte er den dummen Fehler für genau diese Beschwerde, meine letzte Mail zu nehmen und darauf zu antworten. Das ist, als wenn ich sage: „ich habe dein Paket leider nicht erhalten“ und ich verwende den erhaltenen Karton für eine weitere Sendung an den Absender. Einfach nur dumm!!

Und dann, am letzten Montag ging es wieder los. Er schrieb mir, dass diese Beziehung zu ihm meinen Horizont überschreiten würde. Dass ich ihm sowieso nicht gewachsen wäre. Dass ich meine Versprechungen sicher nicht einhalten würde, wenn auch gewollt. Dass ich am Ende wohl doch nur ein Fake wäre und es mich in der dargestellten Form gar nicht gäbe. Ich sei sicher eine schrumpelige Alte, die in Kittelschürze am Küchentisch säße und Kartoffeln schälen würde. Und dabei hobbymässig Männer verarschen würde….und und und. Die Beleidigungen gingen auch wieder unter die Gürtellinie. Ich werde das hier auf keinen Fall wiederholen. Ganz finster.

Ich bin ehrlich, mir war ganz schlecht. Das ist so, als wenn du einen schönen Traum hattest und  in einer finsteren und schrecklichen Realität aufwachst. Du realisierst…. alles nicht wahr. Schöne Seifenblase zerplatzt. Das naive Dummchen hat den ganzen Scheiß allen Ernstes geglaubt. **schäm**

So geschehen am letzten Montag.
Ich habe dann ENDLICH ne Vollbremsung gemacht und den Rückwärtsgang eingelegt. Jetzt war Schluss. Das Maß war voll. Ich habe kein einziges Wort mehr erwidert. In meinem Mailpostfach hatte ich einen eigenen Ordner für unserer Korrespondenz angelegt und gesehen, dass es seit 03. Januar über 2600 Mails waren, die zwischen ihm und mir hin und her geflogen waren.

Die Beschimpfungen wurden weniger. Mittlerweile hat er es eingesehen und schweigt.
Alles in allem habe ich keinen wesentlichen Schaden genommen sondern eher gelernt, zukünftig meine Gutgläubigkeit ein wenig mehr im Auge zu behalten und mich nicht immer gleich so euphorisch in sowas zu zeigen. Die Menschen sind nicht so sehr reinen Herzens, wie ich mir das wünschen würde.

Ich hege keinen Groll gegen ihn. Er ist ne arme Sau. Um das mal ganz deutlich zu sagen. Gefangen in seinen eigenen Zweifeln. Wenig Selbstvertrauen, wenig Mut einen Schritt nach vorn zu gehen und an ein Gelingen des Vorhabens zu glauben.

Dennoch…. ich denke schon darüber nach, was von der ganzen Story jetzt wahr ist und was erfunden und erlogen. Denn es gab immer mal wieder Hinweise darauf, dass er die Wahrheit ein bisschen zu seinen Gunsten verbogen hat. Um das mal freundlich zu formulieren. Manche Sachverhalte waren einfach nicht schlüssig, nicht logisch zu Ende gedacht. Ja, auch zum erfolgreichen Lügen braucht es Intelligenz. Das vergessen manche Leute.

Unterm Strich ein PLUS an Lebenserfahrung für mich.

Und NEIN, ein Aufwachen aus einen schönen Traum mündet bei mir nicht in eine finstere, schreckliche Realität. Denn mein Leben ist schön und reich an Freude.

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Iris 2.0

Eigentlich müsste es mindestens schon das 27. Update sein. Und ein paar Upgrades waren auch dabei in all den Jahren. Wäre schlimm, wenn es nicht so wäre.

Kritisch
Kratzbürstig
Unerbittlich
zickig
den Finger in die Wunde legend
ehrlich
gerade heraus
nicht zurückhaltend
wahrheitsliebend
egoistisch
anstrengend
kompromisslos
pragmatisch
hartnäckig
insistierend
nachhaltig
werteorientiert
konsequent

All das bin ich. Gerade und besonders, wenn es um Klaus geht. Ich drehe ihn mit meinen bohrenden Fragen täglich auf links. Er widerspricht sich manchmal selber und erinnert sich nicht so ganz genau an das, was er mir vor Wochen mal erzählt hat. Dadurch kommt es zu Ungereimtheiten, deren Ursache für mich eindeutig in Lügen liegen, die er mir irgendwann mal erzählt hat. Denn das will auch gelernt sein. Wer gut lügen kann/will muss gut strukturiert sein und die Lügen in einem stabilen Netz aus Zusammenhängen platzieren. Jede Schwachstelle im Geflecht kann zur Instabilität  und zum Zusammenbruch führen.

So steht er also gerade auf dem Prüfstand. Der Ärmste!!
Nein, natürlich muss man ihn deswegen nicht bedauern. Wenn er ein Guter ist, dann macht ihm das nichts aus. Aber er hat inzwischen verstanden, dass er mir kein X für ein U vormachen kann. Ich bin hell wach und passe auf. Da darf er sich keine Fehler leisten. Sonst ist er mich los. Ich fürchte, das wird er so oder so demnächst sein. Alle Zeichen deuten darauf hin.

 

 

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Klaus (4) Urlaubspläne

Wenn es nach ihm geht, dann fliegen wir am 20. März nach Kapstadt.

Das hat er mir vorige Woche gesagt. Er lädt mich ein bzw. nimmt mich mit und sein Arbeitgeber bezahlt Flug und Hotelunterkunft. Die Firma zahlt den Mitarbeitern, die beinahe ständig im Ausland im Einsatz sind, einmal im Jahr für zwei Wochen den Aufenthalt der PartnerIn / Ehegatten.  Dies hat er noch nie in Anspruch genommen. Und da er sicher ist, dass wir beide von jetzt an bis in alle Ewigkeit zusammen gehören und den Rest unseres Lebens miteinander verbringen werden….. bin ich jetzt THE ONE.

Das ist einerseits ein schöner Gedanke, auf der anderen Seite aber auch eine seltsame Vorstellung für mich. Ein Mann, den ich so wenig und erst so kurz kenne?

Gerade in den letzten zwei Tagen kommen mir immer mehr Zweifel auf. Und ich sehe mich in der entscheidenden Phase der Reiseplanung dann absagen. Nämlich dann, wenn die Flüge gebucht und die Unterkunft verbindlich auf unsere Namen reserviert werden sollen. Ginge der ganze Trip mit dem Auto an die Nordsee oder meinetwegen noch an den Gardasee, dann würde ich sagen: Okay, wenn wir uns auf die Nerven gehen, dann setze ich mich ins Auto oder in den Zug und reise nach Hause. Aber so? Südafrika?

Ich halte sehr viel von Bauchentscheidungen. Und ich denke, meine Entscheidung ist beinahe schon gefallen.

Andererseits…. no risk, no fun?

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Projekt Klaus (3) – die On-Off-Story

Man mag es nicht für möglich halten…… es ist mir auch ein klitzekleines bisschen peinlich das hier zu schreiben….. aber es geht weiter, nachdem es Mitte Dezember 2019 so aussah, als wenn alles vorüber wäre. Ich hatte es hier beschrieben.

Am 03. Januar meldete Klaus sich wieder bei mir und ließ mich wissen, dass ihm alles, was geschehen war, so schrecklich Leid tue, er sich entschuldigen möchte und er mich nicht vergessen könne.

Hm, was soll man dazu sagen? Auch er war nach wie vor noch interessant für mich. So ganz war er noch nicht aus meinen Gedanken verschwunden. Und so habe ich mich wieder drauf ein gelassen. Er ist einfach mein besonderes Projekt. Projekt Klaus. Wäre ich ein neutraler Beobachter, würde ich mir selber spätestens jetzt nen Vogel zeigen.

Aber irgendwas ist da. Zwischen ihm und mir. Und das will ich ergründen. Immerhin sind wir uns noch nie begegnet und haben bisher keine Fotos ausgetauscht. Ein kompletter Blindflug also. Das hat schon auch einen besonderen Reiz. Heute, wo die Optik überall in den Medien so extrem in den Vordergrund gestellt wird, ist ein Kennenlernen ohne Bild schon was Besonderes. Aber eben schon auch besonders schräg.

Mittlerweile seit mehr als 4 Wochen schreiben wir wieder. Und auch ein paar Telefonate waren dabei. Zur Zeit ist er in Belgien. Er wird in der ersten Märzwoche nach Hause kommen. Und dann wird es unser erstes Face to Face Treffen geben.
Au weia, wie spannend wird das wohl werden??

Also noch 3 Wochen Wartezeit.
Wie schon berichtet ist er ein Mann der Vor-WhatsApp Generation. Und so schreiben wir Emails. Neulich an meinem freien Tag brach gegen Abend der Mailverkehr von meiner Seite aus zusammen, denn mein Mail Anbieter hat eine Sperre eingerichtet, die es unmöglich macht, mehr als 100 Mail pro Tag an ein und dieselbe Mailadresse zu senden. Tritt das auf, wird von einem Error ausgegangen, bedingt durch einen Virus o.ä. und die Tore werden für diesen Tag geschlossen. Sowas hab ich noch nie erlebt. Wie so einiges, was ich mit Klaus erlebe.

Gerade vor einigen Tagen musste ich mein Postfach mal aufräumen und ich stellte fest, seit Anfang Januar sind mehr als 1800 Mails zwischen uns hin und her gegangen. Also  900 Stück pro Nase. Wobei ich schon mehr geschrieben haben werde.
Wehe, wenn sie los gelassen.

Wir machen schon erste Urlaubspläne, wobei wir gar nicht wissen, ob es überhaupt passt mit der Chemie. Also sind die Pläne nur mit Bleistift gezeichnet.

Es ist alles recht verrückt. Das sehe ich ein. Aber irgendwie passt sowas auch zu mir und normal kann doch jeder……. Oder?

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Radikale Ehrlichkeit

Ich bin in diesem Jahr auf einem radikal ehrlichen Weg, der mich auch zu Opfern zwingt. Wie schon hier berichtet, bezieht sich das auf die Männer, aber eben auch auf andere Kontakte.

Solange ich zurück denken kann, war ich immer an einer konfliktarmen Kommunikation mit Familien, Freunden und Bekannten interessiert.  Wenn mir was nicht gepasst hat und ich anderer Meinung war, dann habe ich das meistens nur offen angesprochen oder ausgesprochen, wenn das Thema es wert war, darüber eventuell auch mal zu streiten, falls nötig. Oder wenn es mir sehr am Herzen lag und ich meine (andere) Meinung nicht für mich behalten konnte, weil es zu wichtig für mich war. Aber sehr oft – aus heutiger Sicht zu oft – habe ich geschwiegen und gedacht: Ach, Schwamm drüber…. ist ja auch egal.

Neee, ist es eben nicht. Denn, wenn man sich selber damit nicht ernst nimmt, die eigenen Werte immer wieder verrät, dann kommt irgendwann der Punkt, wo sich zu viel Unmut angestaut hat. Und dann platzt einem der Kragen. Denn es entwickelt sich mehr und mehr das Gefühl, sich selbst nicht ernst zu nehmen und dann auch von anderen nicht ernst genommen zu werden.

Ich hatte mal eine Freundin, die einige Jahre älter war als ich. Sie hatte eine ziemlich dominante Art und liebte es, den Ton anzugeben. Sei es bei Aktivitäten im Urlaub oder auch nur bei der Wahl des Lokals. Sie war gut darin, anderen ihren Willen regelrecht aufzudrücken, rein zu drücken. Und wenn man keine Lust auf endlos lange Diskussionen hatte, dann tat man besser, was sie wollte und hatte seine Ruhe. Sowas kann dann schnell zur bequemen Angewohnheit werden. Doch das ist äusserst ungut. Denn es ist unehrlich sich selbst gegenüber und auch dem anderen gegenüber. Der Gesprächspartner glaubt, alles sei in bester Butter und dann…… kaum sind ein paar Jahre rum platzt die Bombe. Dann wird aus der sonst so friedlichen Iris eine Kratzbürste. Und alle verstehen die Welt nicht mehr.

Heute sehe ich ein, dass dieser Weg nicht der richtige war und zukünftig für mich auch nicht mehr sein wird.

Aktuelles Beispiel: Vor etwas mehr als zwei Jahren traf ich einige Frauen im Internet. Wir waren uns von Anfang an sehr sympathisch und gründeten bald eine kleine, aber feine  WhatsApp Gruppe. Dort schrieben wir dann mehr und auch zu anderen Themen. Wir lernten uns nach und nach besser kennen und öffneten uns den anderen auf wirklich besondere Weise. Ein schöne Frauengemeinschaft.

Doch wie das meist in Gruppen so ist, es zeichnete sich bald ab, dass es bei allen Bemühungen um demokratische Verhältnisse und Gleichberechtigung, Frauen gab, die sich zu Anführerinnen berufen sahen. Das ist mir in den ersten anderthalb Jahren nicht so direkt aufgefallen. Aber irgendwann begannen sie damit, die anderen Gruppenmitglieder, deren Aktivitäten und Entwicklungsstand, zu bewerten. Da gab es dann – egal was man erzählte – entweder Lob oder gut gemeinte Ratschläge zur Verbesserung und einer anderen Handhabung der jeweiligen Situation, wenn sie nochmal auftreten sollte. Die, ich nenne sie mal Führerinnen, erzählten auch über ihre Aktivitäten anderen Menschen in ihrem Umfeld zu helfen. Sie bei deren Bewusstwerdung und Weiterentwicklung zu unterstützen. Es war eine Art Lebensberatung.

Ich frage mich bei sowas immer: Wie kommt ein Mensch auf die Idee, besonderes dann, wenn er keine explizite und anerkannte Ausbildung auf dem Gebiet erhalten hat,  sich zum Ratgeber für andere berufen zu sehen?  Wer sagt denn, dass seine Ratschläge nützlich und hilfreich sind und nicht womöglich noch mehr Schaden anrichten? Auf welcher Basis wird hier Rat erteilt? Manche Leute besuchen ein paar Wochenenden lang diverse Seminare und bekommen dann ein Teilnahmezertifikat. Damit gehen sie anschließend los, am besten gleich das Wochenende drauf, und machen einen auf Lebensberater. Sorry, aber da stellen sich mir die Nackenhaare auf.

In der Gruppen wurden wir immer vertrauter und hielten schließlich beinahe nichts mehr unter Verschluss.  Es wurde alles in der Gruppe „abgekippt“. Das hatte anfangs etwas sehr Erfrischendes. Doch nach einiger Zeit bekamen die Gruppenmitgliedern eine gute Entwicklung in die „richtige“ Richtung attestiert. Oder eben nicht. Dann wurde automatisch der bessere Weg aufgezeigt.  Kritische Äußerungen wurden mehr oder weniger nieder gebügelt. Wer „brav“ war, hielt sich an die Meinung der Führerinnen und bekam auch prompt eine gute Entwicklung attestiert.

Doch ich bin in sowas nicht wirklich gut. Manchmal konnte ich dann doch nicht an mir halten, musste mein Schweigen brechen und musste meine konträre Meinung kund tun. Damit stand ich beinahe immer allein da. Bis auf wenige Ausnahmen, wo sich jemand zu mir gesellte. Ich bin sowieso eher der pragmatische Typ. Und das empfinden manche als zu hart, zu direkt, zu wenig weichgespült, zu wenig emphatisch. So lautete dann das Urteil. Ich bin einfach nicht so das brave Herdentier, was in der Masse gerne und gehorsam mit läuft. Unauffällig.

Ich zog mich also in der Folge mehr und mehr zurück. Das ist einigen auch aufgefallen und sie fragten teilweise besorgt nach. Trotzdem baute sich mit der Zeit in mir ein ungutes Gefühl auf. Eine Art von Unwohlsein mir gegenüber. Beinahe ein schlechtes Gewissen. Aber aus dem Grund, weil ich immer wieder meine Meinung zurück hielt und nicht ehrlich sagte, was ich dachte. Ich war nicht geradlinig und ehrlich. Nicht mir gegenüber und auch nicht den anderen gegenüber. Das nagte zusehends mehr an mir.

Als es dann in der Gruppe nur noch die Geschichten der anderen nachzulesen und zu diskutieren gab, war dies keine Gemeinschaft mehr für mich. Sie fing regelrecht an meine Energie zu fressen. Ich hätte es so weiter laufen lassen können. Einfach schweigen und hin und wieder mal noch mitlesen. Aber es ging und geht dort um sehr intime Themen und so kam ich mir wie ein Spanner vor. Der schweigend Einblicke bekommt, sich aber nicht (mehr) dazu äussert.

Zeit für mich, zu gehen. Es war einfach nicht mehr meine Gruppe. Wir, die Gruppe und ich hatten uns in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Oder ich gar nicht…würden sicher manche sagen. Was weiss denn ich?? Deshalb teilte ich an einem Sonntagmorgen mit, dass ich gehen werde und erklärte auch soweit das möglich war, warum. Leicht ist mir das tatsächlich nicht gefallen. Denn es gab schon auch richtig schöne Zeiten. Gerade am Anfang. *schnief**

Es war wie am Ende eines tollen Urlaubs, in dem man richtig nette Leute kennengelernt hat. Man verabschiedet sich, womöglich noch tränenreich und mit viel Geschrei, versichert sich gegenseitig eine unvergesslich schöne Zeit gehabt zu haben, verspricht auf jeden Fall in Kontakt zu bleiben….. und dann. Werden die Stimmen leiser bis sie verstummen.

That’s life.
Wieder was gelernt.

 

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Auf dem Weg zum Optimum

Frohes Neues Jahr 2o2o euch allen da draussen.
Bleibt gesund oder werdet es wieder.
Je nachdem.

Gerade jetzt am Anfang des Jahres halten die meisten von uns inne und betrachten ihr Leben mal von aussen. Beleuchten besonders die Schwachstellen.
Wo besteht Optimierungsbedarf?

So auch ich. Aber einen Jahresrückblick erspare ich mir und euch. Mag ich nicht so.

Seit dem Silvesterabend habe ich mich aber beinahe durchgehend selber gefragt: Wo in meinem Leben lasse ich faule Kompromisse zu? Wo bin ich es mir nicht wert, konsequent auf mein Wohl zu bestehen und meinem Glück aufs Pferd zu helfen? Wo schweige ich aus Höflichkeit, aus Rücksicht, aus Mitleid oder anderen Gründen? Anstatt zu sagen, was ich denke, was ich brauchen würde, was mir  fehlt.

Damit täusche ich nicht nur mich sondern auch meine Umwelt. Denn solange ich schweige denkt die, dass alles super gut und zufriedenstellend läuft. TUT ES NICHT!!!

Da war zum Beispiel der Apotheker. Wir kennen uns nun beinahe zwei Jahre. Und es wurde immer ein bisschen mehr, aber nie etwas, was man Beziehung nennen kann. Mehr so Freundschaft plus. Es passt vom Kopf und vom Körper her, aber nicht so vom Herz. Unsere Lebensumstände sind auch so, dass aus uns kein echtes Paar werden könnte. Ausserdem wollen wir beide das nicht, so eine echte, klassische Beziehung mit Zusammenziehen und gemeinsamen Alltag. So weit, so gut. Aber ähnlich wie bei vielen Paaren wurde die Achtsamkeit mit der Zeit weniger. Er sah es immer mehr als selbstverständlich an, dass er „konsumieren“ durfte und sein Wohl war ihm wichtig. Meins eher Nebensache. So habe ich es jedenfalls empfunden. Geplant waren immer mal gemeinsame Unternehmungen. Wohl mehr Wunschdenken von mir als von ihm. Ein Wochenende zu zweit oder auch mal ein Kurzurlaub. Aber es wurde nie was draus. Er besuchte mich, übernachtete auch, wenn mein Standort auf der Route seiner Geschäftstermine lag. Und das war’s. Alles eher praktisch und kostensparend für ihn, als beziehungsfördernd oder als paarbildende Maßnahme anzusehen. Die letzten paar Mal kam er sehr spät in der Nacht an und fuhr im Morgengrauen weiter. So blieb nicht mal mehr Zeit für Gespräche. Zumal er zu meinem Entsetzen prophylaktisch vor dem Schlafengehen eine Schlaftablette einwarf, was mir sehr nach Gewohnheit aussah. Das ärgerte mich und ich verzichtete dennoch auf ausführlichen Erläuterung. Denn wenn man wenig Zeit zusammen hat, dann möchte man die nicht auch noch lamentierend verbringen. Dennoch habe ich mehrfach erwähnt, dass mir das alles einfach zu wenig ist. Doch nichts änderte sich.

Nun hätte am letzten Wochenende ein weiterer Besuch mit Übernachtung angestanden. Wir haben uns Ende Oktober zuletzt gesehen und eigentlich freute ich mich auf ihn. Aber da waren bereits sichere Anzeichen, dass es wieder nur ein Schnellschuss werden würde, was mich schon im Vorfeld traurig machte. Und ich ging in mich, befand die Gesamtsituation als unzureichend. Jedenfalls für mich.

Ich fasste mir ein Herz und ihm gegenüber meine Gefühle in Worte.
Am Donnerstag, also zwei Tage vor dem geplanten Besuch.

Ich komme zu kurz, fühle mich nicht gesehen, möchte da was ändern.

Sieht er das nicht so – passt es so für ihn, dann wäre für mich der Punkt erreicht, wo ich nicht mehr so weiter machen mag. Würde mich dann an der Stelle verabschieden wollen.

Und seine Reaktion: Alles Gute & soll ich deine Nr. löschen?

Ich fand es sehr ernüchternd und war gelinde gesagt halbwegs schockiert. Das hätte ich nun nicht erwartet. So kurz und schmerzhaft. Ich denke übrigens, dass es das für beide Seiten ist.

Nun bin ich ein Stück näher am Optimum. Das mag komisch klingen. Aber ich bereue es nicht, meine Meinung gesagt zu haben und konsequent für mein Wohl gehandelt zu haben. Ich würde wieder so entscheiden. Zumal ich erkennen musste, dass für ihn kein Redebedarf bestand.

Was ich jetzt habe….. freie Bahn für den Mann, der besser zu mir passt.
Und den gibt es. Davon bin ich überzeugt.

 

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Klaus – Nachspann

Ich brauche immer eine ganze Weile, bis ein Mensch wirklich von meinem Radar verschwindet. Selbst, wenn derjenige mich vermutlich mies behandelt oder auch einfach nur verarscht hat.

Die Flut von Mails, die Klaus mir geschrieben hat, ist verebbt. Mittlerweile kommen keine mehr, weil die letzten 5-6-7 unbeantwortet blieben. Aber er ruft mich an. Immer mit unterdrückter Nummer auf meinem Handy. Was er übrigens die ganze Zeit gemacht hat. Seine Nummer verbergen. Was sollte einen Menschen, der keine Geheimnisse hat, dazu veranlassen, die eigene Nummer zu unterdrücken? Ich verstehe es nicht. Und wenn, dann sollte eine schlüssige Erklärung meine Bedenken zerstreuen können. Oder?

Der eine oder andere von euch wird jetzt sagen:
„Lass mal gut sein. Vergiss ihn einfach. Ist besser so.“ 

Mir fällt es aber schwer Fakten hin zu nehmen, wenn ich den Grund nicht kenne, der diese Fakten geschaffen hat. Und ich denke oft darüber nach, was er mir wohl erklären würde, wenn ich seine anonymen Anrufe entgegen nehmen würde. Ach ja, das hatte ich vergessen zu erwähnen…. ich gehe nicht ran, wenn er anonym anruft. Aber ich weiß gleichzeitig auch, dass er es ist. Es gibt niemand sonst, der das tut.

Meine sehr ausgeprägte Neugierde führt mich immer wieder in Versuchung, wenn das Telefon klingelt. Ich möchte ja zu gerne wissen, was er sagen würde. Oder will er nur meine Stimme hören? Und er sagt dann nichts?

Die vernünftigen Anteile in mir lassen diese Anrufe unbeantwortet. Zu schräg ist das Verhalten dieses Mannes. Erinnert mittlerweile schon langsam an stalking. Ich bin ziemlich froh, dass er meine Adresse nicht kennt und ich nicht im Telefonbuch stehe.

Wohin soll das denn bitte führen? Was ist der Sinn hinter diesen Anrufen?
Ich glaube, ich werde es nie verstehen. 

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Klaus (2)

Bitte erst lesen …wie alles begann

Bis dahin hatten wir uns noch immer nicht getroffen und ich hatte von ihm auch kein Foto gesehen. Sein altertümliche Handy enthielt keine versandfähigen Fotos und im Ausland war er ohne sein heimisches Fotoarchiv. Ich hatte ihm ein paar Bilder von mir per Mail ins ferne Polen geschickt, damit er wusste, mit wem er schreibt. Ich hoffte derweil, dass er sich später nicht als ein Bruder Quasimodos entpuppen würde.  Aber mir fiel auf, je besser ich ihn kennenlernte, je mehr wir schrieben und telefonierten, umso unwichtiger wurde mir sein Aussehen.

Seine Aussagen waren mitunter einfach zauberhaft. Er sagte zum Bespiel, dass er sich eigentlich vorgenommen hatte, sich nie mehr im Leben zu verlieben. Und ich sei nun Schuld, dass sein Plan nicht aufgegangen war. Seit er mich kenne, wäre sein Leben wieder lebenswert für ihn. Er habe mit diesem 2019 ein ziemlich mieses und sehr stressiges Jahr hinter sich gebracht. Bis zu dem Tag, als ich aus dem Nichts auftauchte und er mich online fand. Seitdem würde er vom Aufstehen bis zum Schlafengehen am liebsten einfach immer nur an mich denken. Und schwups, schon ginge es ihm gut. Er nannte mich immer wieder sein Wunder.

Er war auch mir mehr und mehr vertraut und wir machten bereits Pläne Silvester zusammen zu feiern. Ich war mir recht sicher, dass es mit uns passen würde. Vorsorglich beendete ich alle meine losen Online Bekanntschaften, die ich immer als „die Halbgaren“ bezeichnete, weil irgendwas nicht passte. Entweder waren die Männer verheiratet oder lebten in einer Beziehung oder hatten das Sorgerecht für eigene Kinder, die mit im Haushalte lebten oder sie wohnten sehr weit weg von mir und waren an ihren Standort unweigerlich gebunden  uvm. Viele Gründe, bei denen ich mitunter vermutete, da stimmt was nicht. Diese Aussagen entsprachen in dem meisten Fällen mit Sicherheit nicht der reinen Wahrheit.

Ich wollte mir mit diesen Bekanntschaften aber nicht diese neue, offensichtlich ganz wunderbare, Beziehung mit Klaus kaputt machen. Ich meinte es also wirklich ernst und wollte ehrlich und mit offenen Karten spielen. Deshalb gab es ein großes Aufräumen in meiner Kontaktliste. Allen sagte ich: Hey, ich habe da jemand kennengelernt. Mit dem möchte ich etwas Ernsthaftes starten und deshalb verabschiede ich dich aus meinem Leben. Machs gut. Und Alles Gute für dich.

Dann kam eine Phase zwischen Klaus und mir, in der die Technik uns mehr oder weniger im Stich ließ. Dies passierte vorwiegend an Wochenenden. Das heisst, er schrieb mir Mails, die ich nie erhielt. Ich schrieb ihm auch und er fand nichts in seinem Postfach. Der Tag seiner Rückreise rückte näher und wir waren beide schon aufeinander gespannt wie Flitzebogen. Endlich nach wochenlangem Austausch sollten wir uns die Augen schauen und sehen, was dann passiert, ob die Chemie stimmt. Ob das wirklich ein Match war und längerfristig was werden könnte.

Einer meiner „Halbgaren“ war aber auch besonders während dieser Zeit sehr  hartnäckig und fragte alle paar Tage nach, was es denn Neues von der jungen Liebe gäbe. Da es ein wirklich guter Freund ist, berichtete ich wahrheitsgemäß und er stellte mir immer wieder seine Bedenken dar. Er glaubte, dass Klaus ein mieses Spiel mit mir spielte und sorgte sich, ich könne verarscht werden. Klar, er selber hat nach wie vor Interesse an mir und sah einen Nebenbuhler als Störenfried, den es zu „vernichten“ oder wenigstens auszustechen gilt. Er nannte Klaus mittlerweile „Baron von Münchhausen“ oder „den Lügenbaron“.

Ich jedoch wollte das nicht glauben.

Durch die schlechte Internetverbindung und die stockende Kommunikation an Wochenenden, kam es manchmal vor, dass Klaus einen halben oder auch einen ganzen Tag nichts von mir hörte. Und umgekehrt. Ich schaute wieder und wieder auf der Onlineseite nach, in deren Chat wir uns getroffen hatten. Und ich hinterließ dort Nachrichten für ihn. Nach einer solchen, sehr langen Pause sah er dann dort zwar meine Nachrichten, aber er unterstellte mir auch urplötzlich, dass ich aufgrund, dass ich da online war, schon Ausschau nach einem Neuen hielt. Es kamen wirklich böse Unterstellungen und er fragte, ob ich denn am Samstagabend schon richtig Spaß gehabt hätte und mich mit einem anderen Mann getroffen habe.

Ich war wirklich schockiert!!!! Wie konnte er nur sowas denken und auch noch aussprechen? Nicht im Ansatz hatte ich an sowas gedacht. Ich war immer nur auf „der Jagd“ nach Nachrichten von ihm, die ich mir entweder per Mail oder per Chat erhoffte.  Ich kam mir selber teilweise schon echt blöd vor….. wie ein verliebter Teenie….. wenn ich ständig online ging, Mails checkte….. Postfach checkte und enttäuscht wieder offline ging. Wie besessen. Meine Güte!!! dachte ich bei mir. „Du bist doch keine 16 mehr. Bleib mal locker. Er wird sich schon melden, wenn er kann.“

Zwei Tage vor seinem geplanten Rückflug hat er es echt übertrieben. Er warf mir Dinge an den Kopf, die ich hier gar nicht aufschreiben und somit wiederholen mag.

Der Kontakt brach ab. Ich war geknickt und auch unsagbar enttäuscht. Vor allem über mich und meine Naivität. Alles war mir bis dahin so schön erschienen. Ich fiel ein bisschen aus Wolke 7 und versuchte vernünftig und erwachsen zu reagieren, mir klar zu machen, dass ja im Grunde nichts passiert war. Kein Porzellan war zerschlagen, nichts wirklich in die Brüche gegangen.

Und wie es typisch für mich ist, habe ich versucht zu verstehen, was da passiert war. Versucht Klaus zu verstehen. Er hatte in seiner Ehe, die vor ca. 5 Jahren in die Brüche gegangen war und auch vorher schon öfter in seinem Leben, schlimme Erfahrungen mit Frauen gemacht, was die Treue in einer Beziehung anging. Seine Exfrau hatte er „red handed“ im Bett mit seinem eigenen Bruder erwischt. Das ist was, was emotional natürlich richtig rein haut. Und so war seine Fähigkeit, jemandem bzw. einer Frau, zu vertrauen sehr angeschlagen. Dazu kommt, dass sein Selbstwertgefühl eher schwach ausgebildet ist. Er ist keine Riese in dem, was er von sich selber hält. Er glaubt nicht wirklich daran, dass er sowas wie Glück verdient haben könnte. Diese Themen haben wir lang und breit besprochen, bevor es zum Bruch gekommen war. Wir waren uns einig, in einer Beziehung ist es wirklich essentiell notwendig, dass man sehr ehrlich ist und beide immer sagen – und das von Anfang an – wo der Schuh drückt. Denn nur so kann man den jeweils anderen wirklich verstehen. Und nur so kann man Fehler, die in früheren Beziehungen passiert sind von vorne herein vermeiden. Es wäre doch einfach wunderbar, wenn zwei Menschen, die ihre Erfahrungen gemacht haben, sich was ganz Neues aufbauen könnten und alte Fehler wirklich zu vermeiden lernen würden. Dass dies funktionieren sollte, davon waren wir beide überzeugt. Leider aber nur theoretisch, wie sich in konkreten Fall zeigte.

Tagelang keine Lebenszeichen. Und es war von meiner Seite aus auch nichts mehr geplant. Mein o.g. Freund sollte Recht behalten haben und die schöne, schillernde Seifenblase namens „Beziehung mit Klaus“ war geplatzt. Gewonnen. Aber nur an Lebenserfahrung. Mein Groll und meine Enttäuschen waren eigentlich verraucht und ich schaute mit sowas wie Mitgefühl auf Klaus. Wohl gemerkt, kein Mitleid. Er war gefangen in seiner Angst vor Nähe, in seinem mangelnden Vertrauen und in dem Glauben, das sich hier entwickelnde Glück einfach nicht verdient zu haben.

Da fing er wieder an Mails zu schreiben. Er teilte mir mit, dass es mich vermisst und es ihm alles wahnsinnig leid tut. Er entschuldigte sich und wollte meine Gedanken zu dem Ganzen erfahren. Und ich habe ihm genau das geschrieben, was ich auch hier jetzt aufgeschrieben habe.

Tatsächlich war er nach Hause geflogen, hatte sogar einige Tage frei gehabt. Ich hatte mir für exakt diese Woche auch frei genommen gehabt, weil ich mich ja auf unser echtes Kennenlernen gefreut hatte und genügend Zeit haben wollte. Aber genau in dieser Woche lag  Funkstille nach dem Bruch.

Mittlerweile, als er sich traute mich anzuschreiben, war er schon wieder unterwegs. Diesmal in Slowenien. In Sicherheit vor mir. Sicherheitsabstand zwischen ihm und der Frau, die ihn angeblich so aus der Bahn geworfen hatte.

Ich fand dann, dass jeder eine zweite Chance verdient hat. Ich verzieh ihm, was er mir alles unterstellt und wie er mich beleidigt hatte. Und wir begannen wieder da anzuknüpfen, wo es vorher geendet hatte.

Das ging ca. 5 Tage lang gut. An einem Freitagnachmittag stockte die Konversation dann wieder und Mails kamen wieder keine mehr. Und dann am nachfolgenden Montag kam ich auf die Onlineseite und fand die Nachricht vom Admin, dass der User (Klaus) mich aktiv gesperrt hatte. Und ich wurde gefragt, ob ich das ebenfalls tun wollte…. ihn sperren, so dass dauerhaft keine Kommunikation mehr zwischen uns möglich sein würde. Ich habe mich, nach reiflicher Überlegung, dann für ein eindeutiges JA entschieden. Das war mir dann doch langsam zu blöd. Was für ein Kasper Theater!!!

Seit dem letzten Wochenende schreibt er mir wieder per Mail. Bisher 2 x und immer nur die Zusicherung, dass er mich vermisst, er an mich denkt und mich liebt.

GAME OVER – ich mag nicht mehr

 

 

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Und dann war da auf einmal Klaus….

Jetzt isser endlich da….. (?) Er ist zwei Jahre jünger als ich, wohnt Luftlinie nur 4km von mir entfernt, hat einen anständigen Beruf – Ingenieur bei einer namhaften Firma in der benachbarten Großstadt und Klaus ist *Trommelwirbel** NICHT VERHEIRATET.

Er fand mich Mitte Oktober auf LaBlue. Sein Statement im Erstkontakt war, dass er meinen Profiltext irre süss findet. Warum genau konnte er nicht sagen. Es wäre mehr so ein Gefühl, aber er sah auch eine Verbindung meines Textes zu „Game of Thrones“. Nun kenne ich weder Buch noch Serie und kann mir bis heute keinen Reim drauf machen. Ist aber mittlerweile auch unwichtig geworden.

Foto habe ich auf dieser Seite keins im Profil stehen. Also wurde er nicht durch mein Aussehen angelockt. Allein durch meine offenbar betörenden Worte. *kicher* Er hatte auch kein Foto dort und so war es ein echtes blind Date.

Wie sehr verbreitet unter den Ü55 Herren, nutzt er bewusst kein WhatsApp, was mich schon wieder von Anfang an ziemlich nervte. Immer diese Gestrigen, die ihren Umgang mit den „modernen Medien“ als retro hinstellen und sich gut fühlen, weil sie sich  damit bewusst von der Masse abheben wollen. *ächz* Er hat immerhin ein internetfähiges Handy, wenn auch ein Nokia 3110,  **Herr hilf** womit er Mails schreiben und empfangen kann. 

Warum, das können wir beide nicht erklären, aber es funkte gewaltig zwischen uns. Die Hormone beförderten uns in einen regelrechten Rauschzustand und das Hirn hatte Probleme das alles einzuordnen. Auch deshalb, weil zwischen uns so viel passte, Meinungen, Ideen, Ansichten, Hobbys, Erfahrungen, Wünsche, Pläne…. wie man sich eine Beziehung vorstellt, die unter solchen Umständen unbedingt auch funktionieren sollte. Vorlieben was Freizeitaktivitäten angeht, oder bzgl. Essen & Trinken, Musik, Filme, Literatur (er liest viel) und sogar die sexuellen Vorlieben, Wünsche, Träume, Erfahrungen und Abneigungen waren beinahe deckungsgleich. Sowas hatten wir beide noch nicht bzw. lange nicht mehr erlebt. Wir bestätigten uns gegenseitig immer wieder, dass es sowas „wie dich“ gar nicht geben kann.

Aber wir redeten oder schrieben ja miteinander, denn all das fand per Telefon oder Mail statt. Dann, kurz nachdem wir uns online begegnet waren, fuhr ich für ein verlängertes Wochenende zu einer Freundin nach Coburg. Darauf folgte eine Arbeitswoche, in der er Spätschicht hatte. Und dann musste er für eine Inbetriebnahme einer Anlage für unbestimmte Zeit nach Polen fliegen.  Die Königskinder waren also erstmal getrennt und konnten zueinander nicht kommen. Nicht mal auf einen Kaffee.

Fortsetzung folgt – siehe Klaus (2)

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Das Simpson Protocol

Vor einer Woche habe ich in Coburg mit dieser Hypnose Methode Bekanntschaft gemacht. Und ich möchte euch darüber berichten, weil es für mich eine sehr tiefgreifende Erfahrung war/ist. Heute fühlt es sich rückblickend so an, als hätte ich einen sehr schönen Traum mit nachhaltiger Wirkung gehabt.

Hier zu den Hintergründen bzw. einer kleinen Erklärung:
——– >  Was bedeutet das: Das Simpson Protocol?

Ich hatte am letzten Wochenende eine Freundin in der Nähe von Coburg besucht. Und für Samstag war ein Termin in der Praxis von Heike Schauberger vereinbart. Meine erste Begegnung mit ihr und auch mit Hypnose. Bis dahin war Hypnose für mich eine Sache, die unmöglich mit mir funktionieren kann. Allerdings dachte ich dabei auch an die sog. Show Hypnose, wo Menschen mit einer Berührung an der Stirn in eine Art Schlaf versetzt werden und unter Hypnose dann seltsame Dinge tun und sich teilweise recht zum Affen machen. Zur Belustigung der Zuschauer. Von sowas habe ich noch nie was gehalten. Und deshalb dachte ich bis letzte Woche: Hypnose und ich – das gibt kein Match.

Aber dem ist nicht so. Angeregt und motiviert durch die guten Erfahrungen meiner Freundin mit dieser Hypnose Methode, habe ich mich entschlossen, das jetzt mal auszuprobieren. Wir allen blockieren gewünschte Veränderungen unbewusst durch alte Glaubenssätze, die sehr stark in uns verankert sind. Neue Erfahrungen werden mit bekannten Mustern verglichen. Gibts da keine Übereinstimmung, dann rät uns „der innere Kritiker“ dazu, besser nicht das gewohnte Terrain zu verlassen und lieber in der schönen, warmen Komfortzone zu bleiben. Ist angeblich sicherer und fühlt sich besser  an. Doch dadurch ist keine Veränderung möglich. Wir stecken deshalb manchmal im Leben in bestimmten Situationen fest und kommen nicht voran, können gewünschte Verbesserungen nicht umsetzen.

So hat jeder von uns bestimmte Baustellen, wo er mitunter seit Jahren „gräbt“ und wo dennoch kein rechter Fortschritt festzustellen ist. Alte Muster durchbrechen ist eben nicht so leicht. Und wenn man dann Hilfe zur Selbsthilfe bekommen kann, dann ist das eine Möglichkeit, die man nutzen kann. Wenn man das will. Das ist aber natürlich jedem selbst überlassen.

Meine Hypnose Sitzung hat mit Vorgespräch beinahe drei Stunden gedauert. Und es kam mir danach vor, als wäre es nur eine gewesen. So rasend schnell verging die Zeit für mich. Wer jetzt erwartet hat, dass ich genau erzähle, wie das war und was da genau abgegangen ist, den muss ich leider enttäuschen. Die Hypnotiseurin liest mir eine Art Fragenkatalog vor und ich beantworte die Fragen – die beinahe alle nur  JA/NEIN Antworten erfordern – mit Fingerzeichen, die wir vor Beginn der Session vereinbart haben. Ich erinnere mich also nicht konkret oder nur wie durch eine feine Nebelwand. Es ist, wie gesagt, als hätte ich einen schönen, beruhigenden Traum gehabt, der mich gestärkt und mit einer dicken Schicht Balsam auf meiner Seele in mein Leben zurück entlassen hat.

Nach der Session war ich mit meiner Freundin in einer Therme. Wir haben das wohlig warme Salzwasser genossen. Und wie es der Zufall wollte, wurde während  der Zeit unseres Aufenthaltes in einem Außenbecken eine Chigong Session angeboten. Das passte perfekt zu meinem eh schon entspannten Gemütszustand. Sanfte Bewegungen zu schöner meditativer Musik in warmen Wasser. Ein Genuss!!

Wer mich näher kennt, der weiss: Wenn es mir gut geht, ich mich wohl fühle und gut drauf bin, dann äußert sich das in einem scheinbar nicht enden wollenden Redefluss.  Freunde und Familie erinnern mich dann manchmal und sagen sowas wie: Iris, das Atmen nicht vergessen!!!

Das war nach der Hypnose am Samstag anders. Ich fühlte mich sehr wohl und ich war still. Im Inneren und auch im Aussen. Irgendwie tiefenentspannt fühlte ich mich. Und das hält bis heute, in einer etwas abgeschwächten Form, an.

Das Ganze hat mir, wenn ich das zusammenfassend so sagen darf, ein Mehr an Selbstvertrauen und Selbstliebe gebracht. Ich spüre, ich kann viel bewegen in meinem Leben bzw. ich bin diejenige, die die Veränderung einleiten kann und muss. Theoretisch war mir das durchaus bekannt. Aber gerade in der letzten Zeit schien mir das alles zu mühsam, zu aufwändig, ein Berg, den ich nicht erklimmen konnte. Weil ich ihn nicht erklimmen wollte. Ich glaubte, ich wäre zu schwach. Typische Opferhaltung. Ich hatte ein Stück weit aufgegeben und mich selbst bemitleidet. Nicht gut!!!

Es ist erst eine Woche her. Ich stehe noch ganz am Anfang. Aber das macht nichts. Ich habe ja Zeit. Schließlich wollen meine Freundin und ich 111 Jahre alt werden. Und bis dahin sind es noch 51 Jahre.

Tina, wir machen das schon!!!!!

(Beitrag enthält unbezahlte Werbung)

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