Tag 11

Nach 7 Tagen reinem Fasten bin ich nun bei Tag 4 der Aufbauphase angekommen.Ich esse noch recht wenig und ganz anders als vorher. Aber es geht mir einfach nur phantastisch. Das erstaunt mich selbst am meisten.

Mein Getränk am Morgen ist vorübergehend erstmal noch kein Kaffee sondern Tee.

IMG_6962

Und mein Essen ist handverlesen und schonend zubereitet. Ich koche momentan völlig ohne Salz aber dafür mit viel mehr Gewürzen wie z.B. Kardamom, frisch gemahlenem Pfeffer und unter Verwendung von Kräutern wie Bärlauch. Gestern sah mein Abendessen so aus:

IMG_6950

Ich genieße das schöne Wetter und bin nicht nur am Wochenende tiefenentspannt.

Wenn diese Woche um ist, dann endet das OMEGA Programm, meine Fasten Reise. Bis dahin muss ich alleine laufen gelernt haben, was die neue Ernährung angeht. Das alte Hausfrauenwissen, was ich mir im Laufe der Jahre angeeignet hat, das ist nicht so ganz nutzlos. Aber vieles wird es erstmal nicht mehr geben. Irgendwie sowas wie Schweinsbraten und andere klassische deutsche Gerichte wie Rouladen, Rollbraten, Sauerbraten und Gulasch, Kassler und Rinderzunge in Madeira. Um letzteres tut es mir beinahe schon ein wenig leid. Aber ich sag mal so…. ich verspreche nicht, eine Kampf-Veganerin zu werden. Und sehe es nicht als neues Gesetz für mich an. Was ich will ist, mich so zu ernähren, dass es mir gut geht. So gut wie jetzt gerade.

Selten habe ich mich in den vergangenen Jahren so ungeheuerlich wohl gefühlt. Und nicht nur körperlich. Es ist mehr als das. Ich habe mich aus Unverstand, Gedankenlosigkeit und teilweise auch aus Gleichgültigkeit in den letzten Jahren ungesund ernährt, habe Raubbau an meiner Gesundheit betrieben. Und dabei hatte ich verdammtes Glück, dass ich nicht schon an Diabetes, Bluthochdruck oder Schlimmerem erkrankt bin. Es ist haarsträubend, was ich alles an Ungesundem in mich rein gestopft habe und auch mit welcher Regelmässigkeit. Seit ich hier im Dorf einen sehr guten und auch unschlagbar günstigen Metzger entdeckt habe, der eine Art Fabrikverkauf veranstalte und nur 3 Tage die Woche geöffnet hat, habe ich meinen Fleischkonsum extrem erhöht. Immer auf der low carb Schiene habe ich viel Fleisch mit Gemüsezutaten gegessen. Weniger Kartoffeln, Nudeln, Reis, dafür die allerfeinsten Braten. Nicht genug das. Ich habe mir Würstchen rein gepfiffen, fertige Frikadellen und allerlei andere Fleischgerichte, die dieser Metzger jeden Woche mit unaufhörlicher Vielfalt anbietet. Kein Wunder dass ich a) immer mehr zugenommen habe und b) dass ich mehr und mehr Gelenkschmerzen bekommen habe. Die Knie waren vor allem betroffen. Und ignorant wie ich war, dachte ich bei mir: „Na ja, ist halt so. Du hast halt Arthritis in den Gelenken. Das ist das Alter und der Verschleiß.“

Und nach nur einer Woche fleischfreiem Leben bin ich schmerzfrei? Hallo??
Da wird aber die größte Schlafmütze auch mal endlich wach! Klar habe ich das theoretisch gewusst, dass tierisches Eiweiß entzündliche Prozessen im Körper verstärkt. Aber anstatt mal nachzudenken, habe ich einfach weiter gefuttert. MEINE GUTE!!

Nach dem Motto: > Besser spät als nie < habe ich jetzt die Reißleine gezogen. Ihr seht also, es geht nicht nur um eine gewünschte Abnahme. Dieser Wunsch steht auch ganz weit oben, keine Frage. Aber nicht allein. Ich will raus aus dem Hamsterrad. Darüber schreibe ich dann noch mal einen eigenen Blogpost.

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Creatione

IMG_6854

Mein Frühstück heute:
-frische Ananas 🍍

-eine reife Mini Banane🍌

-eine kleine grüne Paprika

-einige Scheiben grüne Gurke 🥒

-eine Hand voll TK Erbsen

-eine kleine Karotte

-Wasser 💦🍕

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | 1 Kommentar

Fastenbrechen

Heute morgen habe ich gebrochen….. **kicher**…. aber nur das Fasten. Denn ich habe in einem richtig schönen Ritual zusammen mit unseren Tastenmentoren Ursula, Rüdiger und Veit das erste mal wieder  gegessen.

IMG_6793.PNG

Ganz bewusst, ganz feierlich und Bissen für Bissen, wovon jeder 36x gekaut wurde. Das ist verdammt viel. 36 x kauen. Ich bin sonst auch so ein Gierschlund GEWESEN. Jemand, der nicht langsam, bewusst und mit Bedacht essen konnte. Das möchte ich gerne unbedingt ändern. Und nicht nur das WIE sondern auch das WAS möchte ich ändern. Habe ich ja bereits erzählt.

Nun geht es also los. Und mein Sohn, mit dem ich geschäftlich tagsüber die meiste Zeit verbringe, hat heute gefragt, ob wir mittags essen gehen. Gestern hatte ich vom letzten Fastentag erzählt. Logische Schlussfolgerung von ihm: Heute bin ich zurück unter den Lebenden, den Normalen, denen die essen.

Ich konnte mich in dieser Fastenwoche nicht nur vom ihm wie ein kariertes Maiglöckchen bestaunen lassen. Mein gesamtes Umfeld hat grosse Augen gemacht. Die meisten haben mehr oder weniger mit dem Kopf geschüttelt und sich einen Kommentar verkniffen. Und es stellte sich heraus, viele Leute wissen gar nicht, was Fasten bedeutet. Meine Friseurin hat mich gestern gefragt: „Ach ja? Und was essen sie da so, beim Fasten?“

Ehrlich gesagt hatte ich nun auch erwartet, dass ich mit dem Hinweis auf den Wiedereinstieg mit einem Apfel gleich mal eine ganze Reihe von Rezepten und Zutatenlisten bekommen würde, wie ich mich die kommenden Tage ernähren soll. Ich muss das ja sicher alles noch einkaufen, denn ich habe  momentan nicht mal die mir bereits bekannten Lebensmittel zu Hause. Geschweige denn von unbekannten. Einfach nichts. Nur Wasser im Überfluss…… plätschert plätschert……(schöne Vorstellung, oder?) und Tee in den allerlieblichsten Sorten. Ihr macht euch kein Bild was es da alles gibt.  Oder doch?? Teekenner unter uns? ABER nein. Ich muss erstmal nichts weiter einkaufen. Es geht beinahe wie in der Fastenwoche weiter. Ich esse nur am Abend ein bisschen selbst gekochte Gemüsesuppe. Salzlos, da gesünder.

Allgemein fühle ich mich oberprächtig. Es ist ein Gefühl, als wenn ich mein (Körper)Haus picobello geputzt hätte, alle Wäsche ist gewaschen, die Fenster blinken im Sonnenlicht und meine Boden sind spiegelblank und klinisch rein. Die Mülleimer sind alle geleert und desinfiziert, das Altglas und Altpapier ist weg gebracht, die Kruschelecken, wo sich sonst das Unerledigte stapelt sind aufgeräumt. Alles in Ordnung und beinahe jungfräulich. (von einem chirurgischen Eingriff habe ich dann doch lieber mal Abstand genommen) Jetzt ist der Zeitpunkt, wo ich mir auch sonst vornehme, nie wieder so eine gewisse Grundunordnung aufkommen zu lassen, immer dran zu bleiben, stets die anliegenden Arbeiten sofort zu erledigen und nicht stattdessen faul und tatenlos auf dem Sofa zu hocken. 

Ich bin wild entschlossen mein KörperHaus umzubauen. Für diesen Umbau sind große und weitreichende Maßnahmen nötig. Ne Grundsanierung quasi. Denn die Bausubstanz ist schon etwas marode. Ich muss also ziemlich viel Mühe und vor allem Dingen eine große Portion LIEBE hinein stecken, um die alte Villa wieder auf Vordermann zu bringen. Aber dann…… dann erstrahlt sich in alten Glanz. Das verspreche ich euch.

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Der letzte Tag ohne Essen

Heute ist Tag 7 und morgen ist Fastenbrechen. Und man mag es glauben oder auch nicht, ich würde gerne noch weiter machen. Denn es geht mir sooooo unglaublich gut damit. Ich vermisse nichts, ich fühle mich gut, Kreislauf und auch sonstige Konstitution gut, kein Schwindel oder Hunger oder Magengrummeln festzustellen.

Was ich auch sagen kann, ich habe kaum noch Schmerzen im Knie, die sonst an manchen Tagen nicht unerheblich und eine echte Einschränkung für mich waren. All das kommt von der Entgiftung und vom Verzicht auf Fleisch bzw. allgemein den Verzicht auf tierisches Eiweiß. Das ist eine Botschaft, die richtig rein haut. Das ist die stärkste Lehre, die ich aus dieser Fastenwoche gezogen habe.

Außerdem bin ich wirklich stolz auf mich. Kein einziger kleiner Fehltritt. Nix. Ich war wirklich sehr diszipliniert. Obwohl ich auch sagen muss: Es war total einfach. Ich bin in dieser Fastenwoche sehr selten in eine Situation gekommen, wo es mich gerupft und gezupft hat. Kaum Versuchungen. Das Essen der Leute um mich herum macht mir keine Gelüste. Ich kann es ja selber kaum glauben. Aber es ist wirklich wahr. Heute, am letzten Tag meiner Fastenwoche haben die Kollegen mittags gegrillt. Das Wetter ist sonnig und schön, da bietet sich das als Mittagessen an. Und so brutzelten gegen 12 Uhr Würstchen, Steaks und Hähnchenspieße auf dem Grill und verbreiteten einen ganz wundervollen Duft auf dem Hof. Und der wehte bis in mein Büro. Dazu gab es mittags dann Kartoffelsalat und Krautsalat sowie frische Brötchen. Das alles wäre unter normalen Umständen genau mein Ding. Da war ich bisher immer dabei. Keine Frage. Und heute? Ich habe mich zu den Kollegen gesetzt und meine selbst gekochte Gemüsebrühe geschlürft.

Ist das nicht irre?
Ja, das ist es. Und während ich das schreibe, fühlt es sich so an, als wenn ich über eine andere Person berichte. Aber nicht über mich. Die Iris, die immer und überall bei allen möglichen Leckereien – gerade den herzhaften – ganz vorne mit dabei war.

Ab morgen werde ich lernen, wie vegane Lebensweise geht. Ich weiss bisher nur, dass man dabei auf Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte verzichtet. Aber wie das gehen soll? Ich denke ich habe bisher immer gerne gegessen. Sicher, viel Falsches und oft auch zuviel. Aber ich möchte auch weiterhin gut und gerne essen, auch satt werde, lecker essen  und  nicht das Gefühl von Mangel haben. Wie das gehen soll, das ist mir noch schleierhaft. Egal. Abwarten. Ich werde es erfahren ob und wie das für mich geht.

Hier mal ein Link zu einer wundervollen Musik, die exakt ausdrückt, wie ich mich gerade fühle:   Wohlfühl Musik

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Vorwärts | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 2 Kommentare

Spring

….. so heißt nicht nur die Jahreszeit, die heute beginnt.🌸

„Spring“ beschreibt meinen Gemütszustand. Springlebendig, mopsfidel und happy.

Irgendwann habe ich mal geschrieben, ich melde mich erst wieder mit Gewichtsangaben, wenn ich die 10 kg Marke 🏆 geknackt habe.

IMG_6651.JPG

Und da heute Frühlingsanfang ist, hat meine Waage, das nette Ding, den Tag zum Anlass genommen und mir heute die Freude gemacht eine Abnahme von  10,1 kg zu melden.

Ich könnte jetzt Paaaaarty 🥂machen. Aber Alkohol ist ungesund. Jawoll!!☝️

Dann feiere ich eben mit Gemüsesaft. 🍷 Den habe ich gestern unter Zugabe von Rote Bete 🍠 Und allerlei anderem Gemüse 🥒  🥕 🌽🥑🌰🌶selbst gekocht und der sieht wenigstens aus wie Rotwein. 🤓

Ich hatte mal geplant bis Ende März diese Abnahme zu erreichen. Und nun bin ich schon 10 Tage früher da angekommen.

Und es passieren erstaunliche Wandlungen in meinem Hirn. Ich spiele allen Ernstes mit dem Gedanken mich nach der Fastenphase auf das Experiment einer kompletten Ernährungsumstellung einzulassen. Weg vom Allesfresser, auch Mischköstler genannt, hin zu einer vollwertigen pflanzlichen Ernährung. Keine Ahnung, ob ich das langfristig als meine neue Ernährung beibehalten werde…. das kommt drauf an, wie das mit der Vielfalt aussieht. Ich mag die Fülle. Ich koche auch sehr gerne. Und noch erscheint mir die Idee, auf tierische Produkte komplett zu verzichten, recht verrückt. Aber es tut mir so unglaublich gut, so ohne  Fleischeslust. 😋 Meine sonst so schmerzgeplagten Knie funktionieren jetzt nach so kurzer fleischloser Zeit viel besser als sonst. Allein das wäre schon Grund genug.

Ich muss mal sehen…. wenn ich aus meiner Fasten Euphorie wieder raus bin, ob ich das dann noch genauso sehe. Man soll ja nichts versprechen, was man nicht halten kann. ☺

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | 2 Kommentare

Verzaubert

„Das Fasten ist die Speise der Seele. Wie die körperliche Speise stärkt, so macht das Fasten die Seele kräftiger und verschafft ihr bewegliche Flügel, hebt sie empor und läßt sie über himmlische Dinge nachdenken.“
Johannes Chrysostomos

IMG_6735

Meine Hauptmahlzeit heute.
Grüner Smoothie aus Feldsalat, 1/2 🍎, Saft einer Limette, einem kleinen frischem Thymianzweig und stillem Wasser. Schaumig aufgeschlagen. Das macht ein Gefühl von: ich bin satt. Und das obwohl der Smoothie kalorisch unter der Erwähnungsgrenze liegt.🤣

Heute ist Tag 3 meiner Fastenwoche. Und es geht mir einfach nur fantastisch. Das hätte ich so nicht erwartet. Mir war ja bisschen bang, wenn ich ehrlich bin. Ich dachte ich müsse mich von Lebensmitteln fern halten und würde leiden oder in Versuchung geraten, wenn andere essen. Aber beides ist nicht der Fall.

Natürlich ist mein Kühlschrank weitestgehend leer. Vorwiegend Gemüse und Kräuter sind jetzt da drin. Mein Wocheneinkauf bestand aus drei Kisten stillem Wasser und Suppengemüse, Möhren sowie Kartoffeln und Knollensellerie. Aus dem Gemüse und Kräutern koche ich täglich neu meine salzlose Gemüsebrühe. Wer jetzt denkt: Igitt! Der täuscht sich.

Meine neulich selbst hergestellte Gemüsebrüh Paste mit Meersalz darf ich jetzt allerdings nicht verwenden. Salz zieht Wasser an und das wirkt der Entschlackung entgegen. Also wird die Paste später verwendet. 👍

Doch noch habe ich gar keine Lust auf dieses Später. Denn ich genieße   den Moment. Die Momente. Und das sind unendlich viele. Durch die Online Anleitung fühle ich mich perfekt begleitet. Denn Fasten ist so viel mehr als nur nichts essen. Das darf ich gerade erfahren. Und das überrascht mich doch einigermaßen. Ich bin eher nicht so der esoterische Typ. Und wie es scheint, öffne ich mich dennoch gerade für Fragen wie: Warum möchte ich diese Erfahrung unbedingt machen? Eine Woche nichts essen? Was ist das Geheimnis, das mich so lockt?

Abnehmen allein ist ja nicht mein Ziel. Ich will ganz viel über mich erfahren. Und das klappt bereits ausgezeichnet.

Der Tag gestern stand im Zeichen der Darmsanierung. Es wurde uns dafür die Methode des Einlaufs wärmstens empfohlen. Man sprach sogar von dem “ Erlebnis Einlauf“.

Aber hey Leute, da bin ich raus. Das macht mal ohne mich. ☺️  Aber  irgendwie möchte auch ich den inneren Grossputz veranstalten. Und so habe ich mich für Trockenpflaumen und Sauerkrautsaft entschieden. 😆

Da ich tagsüber meine Enkeltochter Emily bei mir hatte, begann ich mit der Sauerkraut-Party am frühen Abend. Und? Was soll ich sagen? ☺️ Grossputz gelungen!! Ich bin körperlich sehr leer. Und seelisch sehr voll.

Der Tag heute begann wie Tag 1 und 2 auch mit 20 Minuten Yoga. Allerdings erst um 8 Uhr und nicht wie werktags und am Samstag um 06:30 Uhr. Das tut mir so unglaublich gut. Spätestens jetzt bin ich zum echten Yoga Fan geworden. Vorher habe ich auch schon in Ursula Karvens Programm für  Yoga & bewusstes gesundes Essen rein gespicktert. Aber es hat  mich nicht gepackt. Nur bisschen an der Oberfläche gekratzt. Jetzt ist der Funke übergesprungen.

Dr. Rüdiger Dahlke  gibt uns Teilnehmern zweimal am Tag kurze Hinweise, Ratschläge und beantwortet Fragen aller Art rund ums Fasten. Und er erzählt wunderbar anschaulich, seine Geschichten sind amüsant und reich an Informationen. Ich mag seine ruhige, unaufgeregte Art und er berät ohne erhobenen Zeigefinger. Selten und angenehm, wenn man bedenkt, dass er Arzt ist.

Veit, der dritte im Bunde, der täglich zweimal zu uns spricht, versorgt uns mit den mentalen Auswirkungen des Fastens, die wir erwarten dürfen. Aber immer gilt, alles kann und nichts muss. So wie meistens bei den Angeboten vom Human Trust.

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Kommentar hinterlassen

In Tränen aufgelöst

Manch einer  könnte meinen: Na das geht ja gut los.
Und ich muss sagen. Ja, das tut es.

Gestern war am Abend online die Einführungsveranstaltung meiner Fastenaktion. Sie endete mit einer wunderbaren Kerzenmeditation. Das hat mir bereits gut gefallen. Mit dieser Stimmung bin ich dann auch bald danach schlafen gegangen.

Heute dann um 06:30 Uhr die erste Yoga Session für 20 Minuten. Ich bin 06:20 Uhr aufgewacht. Genau passend. Ohne Wecker. Knapp vor Beginn, aber das ist okay so. Ich war, genau wie die beinahe 4.000 anderen Teilnehmer auch, (ja, so viele Anmeldungen gibt es) noch recht müde und in einer relaxten Stimmung. Ich bin ein Frischling im Fasten und auch im Yoga. Deshalb ist es mir nicht gelungen alle Übungen wie vorgeschrieben durchzuführen. Aber ich bemühe mich redlich.

Nach dem Yoga dann 10 Minuten Pause. Ich habe mir einen Tee gemacht, bevor Dr. Rüdiger Dahlke uns etwas über das Fasten im Allgemeinen und unsere Pläne im Besonderen erzählte. Heute ist Obsttag. Wir dürfen alles an Obst essen, was uns gefällt und was wir so zu Hause haben. Ich habe mir zunächst mal ein Smoothie aus einem Apfel, einer kleinen grünen Paprika und einer Minibanane gemacht. Gewürzt mit Kurkuma und Koriander in Pulverform.

Die letzten 15 Minuten dieser morgendlichen Einstimmung kam von Veit Lindau. Er hat uns etwas über das Loslassen erzählt. Der Tag steht unter dem Motto Respekt. Gefällt mir sehr gut.

Nach dieser Stunde Fasten- und Yoga-Einstimmung war ich irgendwie in einer sehr schönen, gelösten Stimmung. Normalerweise wusele ich morgens durch die Wohnung, habe das TV laufen und flitze vom Bad in die Küche und ins Wohnzimmer. Ich packe meine Sachen für die Arbeit, frühstücke vor dem Fernseher, schminke mich und ziehe mich an.

Heute wollte ich am liebsten nichts von all dem. Fernseher blieb auf jeden Fall schon mal aus. Mich interessiert heute nicht, was in der Welt passiert. Ich will nichts wissen von Mord und Totschlag. Aber vor allem gehe ich den Hinweisen aus dem Weg, was man mir als unentbehrlich präsentieren und  verkaufen will. Daran habe ich wirklich gerade kein Interesse.

In dieser Kuschel-Muschel-Stimmung und den sehr legeren yogatauglichen Klamotten flätzte ich in meinem bequemsten Sessel und ließ meinen heraufziehenden Arbeitstag einfach links liegen. Mir doch wurscht!!

Und was passiert mir da? Genau in diesem Moment der Tiefenentspannung finde ich auf meinem Handy in einer kleinen, von mir selbst angelegten Datenbank, ein Gedicht von Josef Beuys, was ich glaubte noch nicht zu kennen, was aber definitiv von mir im Februar dort gespeichert worden war. *grübel**wie kann das sein?*

Lass Dich fallen

Lerne Schlangen zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die „ja“ sagen und verteile sie überall in Deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue Dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen, schaukle so hoch Du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen, verweigere Dich, „verantwortlich zu sein“ – tu es aus Liebe!
Mache eine Menge Nickerchen.
Gib Geld weiter.
Mach es jetzt.
Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge.
Bade im Mondschein.
Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell Dir vor, Du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern.
Höre alten Leuten zu.
Öffne Dich.
Tauche ein.
Sei frei.
Preise Dich selbst.
Lass die Angst fallen, spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in Dir.
Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken.
Werde nass.
Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe.

(Joseph Beuys)

Volltreffer. Mitten ins Herz! ❤️

Meine Tränenschleusen waren geöffnet und ich konnte es nicht wirklich erklären wieso. Aber es tat gut. Es fühlte sich richtig und gut an.
Also? Warum soll ich mich dagegen wehren?
Ich muss mich ja keinem erklären.
Und auch mir selber muss nicht immer alles erklärbar sein.

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | 2 Kommentare