Neid auf Leid

„Ich will das bitte auch!!“ habe ich gedacht, als mir ein Freund vor ein paar Tagen über seinen heftigen Liebeskummer berichtete.

Er schilderte mir, was ihm passiert war und wie er nun in den Seilen hing.
Dabei hätte ich das nie von ihm erwartet. Denn er ist sich – genau wie ich- seit Jahren sicher, dass er nur seinen Spaß will und sowas wie echte Gefühle am besten nicht an sich ran kommen lässt.

Alles unter Kontrolle. Immer schön vernünftig. Nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und das Geschehen in jeder Lebenslage vollständig im Griff haben. Könnte es gefährlich werden…. geordneter Rückzug. Zugbrücke leise hochziehen. Schotten dicht. Abwarten, bis der Nebel verzogen ist.

Und dann, wenn die Luft rein ist: Auf ein Neues. Holdriooooooh!!!! Next please.

Wir kennen uns seit Frühjahr 2018. Und niemals während dieser Zeit hat uns die Liebe gestreift. Weder ihn, noch mich. Wir hatten schöne gemeinsame Erlebnisse währenddessen und auch jeder für sich anderswo Spaß. Das war alles gut eingespielt.

Und dann geht er im letzten Herbst heimlich still und leise eine Beziehung ein.
Eine Fernbeziehung.
Er stellt sie in den folgenden Monaten sogar seiner Familie inkl. den erwachsenen Kindern vor. Sie verbringen Weihnachten, Silvester und seinen runden Geburtstag zusammen. Doch dann…. bämm….. findet er heraus, sie hat an ihrem Wohnort einen Anderen, den sie öfter sieht als ihn und mit dem sie vor allem mit schöner Regelmässigkeit Sex hat. Er konfrontiert sie mit seinem Wissen, sie schwört es bedeutet nichts mit dem anderen Mann und sie liebt ihn unendlich, von heute bis ans Ende ihres Lebens.

Er ist erschüttert und weint sich bei mir aus. Vorläufig nur telefonisch.

Und was macht das mit mir?
Ich stelle fest: Ich bin eifersüchtig. Ich, die coole Socke.

Die, die nur praktisch denkt und alles an sich abperlen lässt, entdeckt:
Der Mann bedeutet mir was. Mehr als ich mir jemals eingestehen wollte.
Verflixt!!! Das irritiert mich jetzt aber doch.

Vorsicht an der Zugbrücke.

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Eine Antwort zu Neid auf Leid

  1. torenia schreibt:

    ach, dieses ganze Gefühlsgedöns. Bleib mir bloß weg damit! 😀

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