Klaus – Nachspann

Ich brauche immer eine ganze Weile, bis ein Mensch wirklich von meinem Radar verschwindet. Selbst, wenn derjenige mich vermutlich mies behandelt oder auch einfach nur verarscht hat.

Die Flut von Mails, die Klaus mir geschrieben hat, ist verebbt. Mittlerweile kommen keine mehr, weil die letzten 5-6-7 unbeantwortet blieben. Aber er ruft mich an. Immer mit unterdrückter Nummer auf meinem Handy. Was er übrigens die ganze Zeit gemacht hat. Seine Nummer verbergen. Was sollte einen Menschen, der keine Geheimnisse hat, dazu veranlassen, die eigene Nummer zu unterdrücken? Ich verstehe es nicht. Und wenn, dann sollte eine schlüssige Erklärung meine Bedenken zerstreuen können. Oder?

Der eine oder andere von euch wird jetzt sagen:
„Lass mal gut sein. Vergiss ihn einfach. Ist besser so.“ 

Mir fällt es aber schwer Fakten hin zu nehmen, wenn ich den Grund nicht kenne, der diese Fakten geschaffen hat. Und ich denke oft darüber nach, was er mir wohl erklären würde, wenn ich seine anonymen Anrufe entgegen nehmen würde. Ach ja, das hatte ich vergessen zu erwähnen…. ich gehe nicht ran, wenn er anonym anruft. Aber ich weiß gleichzeitig auch, dass er es ist. Es gibt niemand sonst, der das tut.

Meine sehr ausgeprägte Neugierde führt mich immer wieder in Versuchung, wenn das Telefon klingelt. Ich möchte ja zu gerne wissen, was er sagen würde. Oder will er nur meine Stimme hören? Und er sagt dann nichts?

Die vernünftigen Anteile in mir lassen diese Anrufe unbeantwortet. Zu schräg ist das Verhalten dieses Mannes. Erinnert mittlerweile schon langsam an stalking. Ich bin ziemlich froh, dass er meine Adresse nicht kennt und ich nicht im Telefonbuch stehe.

Wohin soll das denn bitte führen? Was ist der Sinn hinter diesen Anrufen?
Ich glaube, ich werde es nie verstehen. 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Vorwärts | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Klaus (2)

Bitte erst lesen …wie alles begann

Bis dahin hatten wir uns noch immer nicht getroffen und ich hatte von ihm auch kein Foto gesehen. Sein altertümliche Handy enthielt keine versandfähigen Fotos und im Ausland war er ohne sein heimisches Fotoarchiv. Ich hatte ihm ein paar Bilder von mir per Mail ins ferne Polen geschickt, damit er wusste, mit wem er schreibt. Ich hoffte derweil, dass er sich später nicht als ein Bruder Quasimodos entpuppen würde.  Aber mir fiel auf, je besser ich ihn kennenlernte, je mehr wir schrieben und telefonierten, umso unwichtiger wurde mir sein Aussehen.

Seine Aussagen waren mitunter einfach zauberhaft. Er sagte zum Bespiel, dass er sich eigentlich vorgenommen hatte, sich nie mehr im Leben zu verlieben. Und ich sei nun Schuld, dass sein Plan nicht aufgegangen war. Seit er mich kenne, wäre sein Leben wieder lebenswert für ihn. Er habe mit diesem 2019 ein ziemlich mieses und sehr stressiges Jahr hinter sich gebracht. Bis zu dem Tag, als ich aus dem Nichts auftauchte und er mich online fand. Seitdem würde er vom Aufstehen bis zum Schlafengehen am liebsten einfach immer nur an mich denken. Und schwups, schon ginge es ihm gut. Er nannte mich immer wieder sein Wunder.

Er war auch mir mehr und mehr vertraut und wir machten bereits Pläne Silvester zusammen zu feiern. Ich war mir recht sicher, dass es mit uns passen würde. Vorsorglich beendete ich alle meine losen Online Bekanntschaften, die ich immer als „die Halbgaren“ bezeichnete, weil irgendwas nicht passte. Entweder waren die Männer verheiratet oder lebten in einer Beziehung oder hatten das Sorgerecht für eigene Kinder, die mit im Haushalte lebten oder sie wohnten sehr weit weg von mir und waren an ihren Standort unweigerlich gebunden  uvm. Viele Gründe, bei denen ich mitunter vermutete, da stimmt was nicht. Diese Aussagen entsprachen in dem meisten Fällen mit Sicherheit nicht der reinen Wahrheit.

Ich wollte mir mit diesen Bekanntschaften aber nicht diese neue, offensichtlich ganz wunderbare, Beziehung mit Klaus kaputt machen. Ich meinte es also wirklich ernst und wollte ehrlich und mit offenen Karten spielen. Deshalb gab es ein großes Aufräumen in meiner Kontaktliste. Allen sagte ich: Hey, ich habe da jemand kennengelernt. Mit dem möchte ich etwas Ernsthaftes starten und deshalb verabschiede ich dich aus meinem Leben. Machs gut. Und Alles Gute für dich.

Dann kam eine Phase zwischen Klaus und mir, in der die Technik uns mehr oder weniger im Stich ließ. Dies passierte vorwiegend an Wochenenden. Das heisst, er schrieb mir Mails, die ich nie erhielt. Ich schrieb ihm auch und er fand nichts in seinem Postfach. Der Tag seiner Rückreise rückte näher und wir waren beide schon aufeinander gespannt wie Flitzebogen. Endlich nach wochenlangem Austausch sollten wir uns die Augen schauen und sehen, was dann passiert, ob die Chemie stimmt. Ob das wirklich ein Match war und längerfristig was werden könnte.

Einer meiner „Halbgaren“ war aber auch besonders während dieser Zeit sehr  hartnäckig und fragte alle paar Tage nach, was es denn Neues von der jungen Liebe gäbe. Da es ein wirklich guter Freund ist, berichtete ich wahrheitsgemäß und er stellte mir immer wieder seine Bedenken dar. Er glaubte, dass Klaus ein mieses Spiel mit mir spielte und sorgte sich, ich könne verarscht werden. Klar, er selber hat nach wie vor Interesse an mir und sah einen Nebenbuhler als Störenfried, den es zu „vernichten“ oder wenigstens auszustechen gilt. Er nannte Klaus mittlerweile „Baron von Münchhausen“ oder „den Lügenbaron“.

Ich jedoch wollte das nicht glauben.

Durch die schlechte Internetverbindung und die stockende Kommunikation an Wochenenden, kam es manchmal vor, dass Klaus einen halben oder auch einen ganzen Tag nichts von mir hörte. Und umgekehrt. Ich schaute wieder und wieder auf der Onlineseite nach, in deren Chat wir uns getroffen hatten. Und ich hinterließ dort Nachrichten für ihn. Nach einer solchen, sehr langen Pause sah er dann dort zwar meine Nachrichten, aber er unterstellte mir auch urplötzlich, dass ich aufgrund, dass ich da online war, schon Ausschau nach einem Neuen hielt. Es kamen wirklich böse Unterstellungen und er fragte, ob ich denn am Samstagabend schon richtig Spaß gehabt hätte und mich mit einem anderen Mann getroffen habe.

Ich war wirklich schockiert!!!! Wie konnte er nur sowas denken und auch noch aussprechen? Nicht im Ansatz hatte ich an sowas gedacht. Ich war immer nur auf „der Jagd“ nach Nachrichten von ihm, die ich mir entweder per Mail oder per Chat erhoffte.  Ich kam mir selber teilweise schon echt blöd vor….. wie ein verliebter Teenie….. wenn ich ständig online ging, Mails checkte….. Postfach checkte und enttäuscht wieder offline ging. Wie besessen. Meine Güte!!! dachte ich bei mir. „Du bist doch keine 16 mehr. Bleib mal locker. Er wird sich schon melden, wenn er kann.“

Zwei Tage vor seinem geplanten Rückflug hat er es echt übertrieben. Er warf mir Dinge an den Kopf, die ich hier gar nicht aufschreiben und somit wiederholen mag.

Der Kontakt brach ab. Ich war geknickt und auch unsagbar enttäuscht. Vor allem über mich und meine Naivität. Alles war mir bis dahin so schön erschienen. Ich fiel ein bisschen aus Wolke 7 und versuchte vernünftig und erwachsen zu reagieren, mir klar zu machen, dass ja im Grunde nichts passiert war. Kein Porzellan war zerschlagen, nichts wirklich in die Brüche gegangen.

Und wie es typisch für mich ist, habe ich versucht zu verstehen, was da passiert war. Versucht Klaus zu verstehen. Er hatte in seiner Ehe, die vor ca. 5 Jahren in die Brüche gegangen war und auch vorher schon öfter in seinem Leben, schlimme Erfahrungen mit Frauen gemacht, was die Treue in einer Beziehung anging. Seine Exfrau hatte er „red handed“ im Bett mit seinem eigenen Bruder erwischt. Das ist was, was emotional natürlich richtig rein haut. Und so war seine Fähigkeit, jemandem bzw. einer Frau, zu vertrauen sehr angeschlagen. Dazu kommt, dass sein Selbstwertgefühl eher schwach ausgebildet ist. Er ist keine Riese in dem, was er von sich selber hält. Er glaubt nicht wirklich daran, dass er sowas wie Glück verdient haben könnte. Diese Themen haben wir lang und breit besprochen, bevor es zum Bruch gekommen war. Wir waren uns einig, in einer Beziehung ist es wirklich essentiell notwendig, dass man sehr ehrlich ist und beide immer sagen – und das von Anfang an – wo der Schuh drückt. Denn nur so kann man den jeweils anderen wirklich verstehen. Und nur so kann man Fehler, die in früheren Beziehungen passiert sind von vorne herein vermeiden. Es wäre doch einfach wunderbar, wenn zwei Menschen, die ihre Erfahrungen gemacht haben, sich was ganz Neues aufbauen könnten und alte Fehler wirklich zu vermeiden lernen würden. Dass dies funktionieren sollte, davon waren wir beide überzeugt. Leider aber nur theoretisch, wie sich in konkreten Fall zeigte.

Tagelang keine Lebenszeichen. Und es war von meiner Seite aus auch nichts mehr geplant. Mein o.g. Freund sollte Recht behalten haben und die schöne, schillernde Seifenblase namens „Beziehung mit Klaus“ war geplatzt. Gewonnen. Aber nur an Lebenserfahrung. Mein Groll und meine Enttäuschen waren eigentlich verraucht und ich schaute mit sowas wie Mitgefühl auf Klaus. Wohl gemerkt, kein Mitleid. Er war gefangen in seiner Angst vor Nähe, in seinem mangelnden Vertrauen und in dem Glauben, das sich hier entwickelnde Glück einfach nicht verdient zu haben.

Da fing er wieder an Mails zu schreiben. Er teilte mir mit, dass es mich vermisst und es ihm alles wahnsinnig leid tut. Er entschuldigte sich und wollte meine Gedanken zu dem Ganzen erfahren. Und ich habe ihm genau das geschrieben, was ich auch hier jetzt aufgeschrieben habe.

Tatsächlich war er nach Hause geflogen, hatte sogar einige Tage frei gehabt. Ich hatte mir für exakt diese Woche auch frei genommen gehabt, weil ich mich ja auf unser echtes Kennenlernen gefreut hatte und genügend Zeit haben wollte. Aber genau in dieser Woche lag  Funkstille nach dem Bruch.

Mittlerweile, als er sich traute mich anzuschreiben, war er schon wieder unterwegs. Diesmal in Slowenien. In Sicherheit vor mir. Sicherheitsabstand zwischen ihm und der Frau, die ihn angeblich so aus der Bahn geworfen hatte.

Ich fand dann, dass jeder eine zweite Chance verdient hat. Ich verzieh ihm, was er mir alles unterstellt und wie er mich beleidigt hatte. Und wir begannen wieder da anzuknüpfen, wo es vorher geendet hatte.

Das ging ca. 5 Tage lang gut. An einem Freitagnachmittag stockte die Konversation dann wieder und Mails kamen wieder keine mehr. Und dann am nachfolgenden Montag kam ich auf die Onlineseite und fand die Nachricht vom Admin, dass der User (Klaus) mich aktiv gesperrt hatte. Und ich wurde gefragt, ob ich das ebenfalls tun wollte…. ihn sperren, so dass dauerhaft keine Kommunikation mehr zwischen uns möglich sein würde. Ich habe mich, nach reiflicher Überlegung, dann für ein eindeutiges JA entschieden. Das war mir dann doch langsam zu blöd. Was für ein Kasper Theater!!!

Seit dem letzten Wochenende schreibt er mir wieder per Mail. Bisher 2 x und immer nur die Zusicherung, dass er mich vermisst, er an mich denkt und mich liebt.

GAME OVER – ich mag nicht mehr

 

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Stillstand | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 9 Kommentare

Und dann war da auf einmal Klaus….

Jetzt isser endlich da….. (?) Er ist zwei Jahre jünger als ich, wohnt Luftlinie nur 4km von mir entfernt, hat einen anständigen Beruf – Ingenieur bei einer namhaften Firma in der benachbarten Großstadt und Klaus ist *Trommelwirbel** NICHT VERHEIRATET.

Er fand mich Mitte Oktober auf LaBlue. Sein Statement im Erstkontakt war, dass er meinen Profiltext irre süss findet. Warum genau konnte er nicht sagen. Es wäre mehr so ein Gefühl, aber er sah auch eine Verbindung meines Textes zu „Game of Thrones“. Nun kenne ich weder Buch noch Serie und kann mir bis heute keinen Reim drauf machen. Ist aber mittlerweile auch unwichtig geworden.

Foto habe ich auf dieser Seite keins im Profil stehen. Also wurde er nicht durch mein Aussehen angelockt. Allein durch meine offenbar betörenden Worte. *kicher* Er hatte auch kein Foto dort und so war es ein echtes blind Date.

Wie sehr verbreitet unter den Ü55 Herren, nutzt er bewusst kein WhatsApp, was mich schon wieder von Anfang an ziemlich nervte. Immer diese Gestrigen, die ihren Umgang mit den „modernen Medien“ als retro hinstellen und sich gut fühlen, weil sie sich  damit bewusst von der Masse abheben wollen. *ächz* Er hat immerhin ein internetfähiges Handy, wenn auch ein Nokia 3110,  **Herr hilf** womit er Mails schreiben und empfangen kann. 

Warum, das können wir beide nicht erklären, aber es funkte gewaltig zwischen uns. Die Hormone beförderten uns in einen regelrechten Rauschzustand und das Hirn hatte Probleme das alles einzuordnen. Auch deshalb, weil zwischen uns so viel passte, Meinungen, Ideen, Ansichten, Hobbys, Erfahrungen, Wünsche, Pläne…. wie man sich eine Beziehung vorstellt, die unter solchen Umständen unbedingt auch funktionieren sollte. Vorlieben was Freizeitaktivitäten angeht, oder bzgl. Essen & Trinken, Musik, Filme, Literatur (er liest viel) und sogar die sexuellen Vorlieben, Wünsche, Träume, Erfahrungen und Abneigungen waren beinahe deckungsgleich. Sowas hatten wir beide noch nicht bzw. lange nicht mehr erlebt. Wir bestätigten uns gegenseitig immer wieder, dass es sowas „wie dich“ gar nicht geben kann.

Aber wir redeten oder schrieben ja miteinander, denn all das fand per Telefon oder Mail statt. Dann, kurz nachdem wir uns online begegnet waren, fuhr ich für ein verlängertes Wochenende zu einer Freundin nach Coburg. Darauf folgte eine Arbeitswoche, in der er Spätschicht hatte. Und dann musste er für eine Inbetriebnahme einer Anlage für unbestimmte Zeit nach Polen fliegen.  Die Königskinder waren also erstmal getrennt und konnten zueinander nicht kommen. Nicht mal auf einen Kaffee.

Fortsetzung folgt – siehe Klaus (2)

Veröffentlicht unter Vorwärts | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Das Simpson Protocol

Vor einer Woche habe ich in Coburg mit dieser Hypnose Methode Bekanntschaft gemacht. Und ich möchte euch darüber berichten, weil es für mich eine sehr tiefgreifende Erfahrung war/ist. Heute fühlt es sich rückblickend so an, als hätte ich einen sehr schönen Traum mit nachhaltiger Wirkung gehabt.

Hier zu den Hintergründen bzw. einer kleinen Erklärung:
——– >  Was bedeutet das: Das Simpson Protocol?

Ich hatte am letzten Wochenende eine Freundin in der Nähe von Coburg besucht. Und für Samstag war ein Termin in der Praxis von Heike Schauberger vereinbart. Meine erste Begegnung mit ihr und auch mit Hypnose. Bis dahin war Hypnose für mich eine Sache, die unmöglich mit mir funktionieren kann. Allerdings dachte ich dabei auch an die sog. Show Hypnose, wo Menschen mit einer Berührung an der Stirn in eine Art Schlaf versetzt werden und unter Hypnose dann seltsame Dinge tun und sich teilweise recht zum Affen machen. Zur Belustigung der Zuschauer. Von sowas habe ich noch nie was gehalten. Und deshalb dachte ich bis letzte Woche: Hypnose und ich – das gibt kein Match.

Aber dem ist nicht so. Angeregt und motiviert durch die guten Erfahrungen meiner Freundin mit dieser Hypnose Methode, habe ich mich entschlossen, das jetzt mal auszuprobieren. Wir allen blockieren gewünschte Veränderungen unbewusst durch alte Glaubenssätze, die sehr stark in uns verankert sind. Neue Erfahrungen werden mit bekannten Mustern verglichen. Gibts da keine Übereinstimmung, dann rät uns „der innere Kritiker“ dazu, besser nicht das gewohnte Terrain zu verlassen und lieber in der schönen, warmen Komfortzone zu bleiben. Ist angeblich sicherer und fühlt sich besser  an. Doch dadurch ist keine Veränderung möglich. Wir stecken deshalb manchmal im Leben in bestimmten Situationen fest und kommen nicht voran, können gewünschte Verbesserungen nicht umsetzen.

So hat jeder von uns bestimmte Baustellen, wo er mitunter seit Jahren „gräbt“ und wo dennoch kein rechter Fortschritt festzustellen ist. Alte Muster durchbrechen ist eben nicht so leicht. Und wenn man dann Hilfe zur Selbsthilfe bekommen kann, dann ist das eine Möglichkeit, die man nutzen kann. Wenn man das will. Das ist aber natürlich jedem selbst überlassen.

Meine Hypnose Sitzung hat mit Vorgespräch beinahe drei Stunden gedauert. Und es kam mir danach vor, als wäre es nur eine gewesen. So rasend schnell verging die Zeit für mich. Wer jetzt erwartet hat, dass ich genau erzähle, wie das war und was da genau abgegangen ist, den muss ich leider enttäuschen. Die Hypnotiseurin liest mir eine Art Fragenkatalog vor und ich beantworte die Fragen – die beinahe alle nur  JA/NEIN Antworten erfordern – mit Fingerzeichen, die wir vor Beginn der Session vereinbart haben. Ich erinnere mich also nicht konkret oder nur wie durch eine feine Nebelwand. Es ist, wie gesagt, als hätte ich einen schönen, beruhigenden Traum gehabt, der mich gestärkt und mit einer dicken Schicht Balsam auf meiner Seele in mein Leben zurück entlassen hat.

Nach der Session war ich mit meiner Freundin in einer Therme. Wir haben das wohlig warme Salzwasser genossen. Und wie es der Zufall wollte, wurde während  der Zeit unseres Aufenthaltes in einem Außenbecken eine Chigong Session angeboten. Das passte perfekt zu meinem eh schon entspannten Gemütszustand. Sanfte Bewegungen zu schöner meditativer Musik in warmen Wasser. Ein Genuss!!

Wer mich näher kennt, der weiss: Wenn es mir gut geht, ich mich wohl fühle und gut drauf bin, dann äußert sich das in einem scheinbar nicht enden wollenden Redefluss.  Freunde und Familie erinnern mich dann manchmal und sagen sowas wie: Iris, das Atmen nicht vergessen!!!

Das war nach der Hypnose am Samstag anders. Ich fühlte mich sehr wohl und ich war still. Im Inneren und auch im Aussen. Irgendwie tiefenentspannt fühlte ich mich. Und das hält bis heute, in einer etwas abgeschwächten Form, an.

Das Ganze hat mir, wenn ich das zusammenfassend so sagen darf, ein Mehr an Selbstvertrauen und Selbstliebe gebracht. Ich spüre, ich kann viel bewegen in meinem Leben bzw. ich bin diejenige, die die Veränderung einleiten kann und muss. Theoretisch war mir das durchaus bekannt. Aber gerade in der letzten Zeit schien mir das alles zu mühsam, zu aufwändig, ein Berg, den ich nicht erklimmen konnte. Weil ich ihn nicht erklimmen wollte. Ich glaubte, ich wäre zu schwach. Typische Opferhaltung. Ich hatte ein Stück weit aufgegeben und mich selbst bemitleidet. Nicht gut!!!

Es ist erst eine Woche her. Ich stehe noch ganz am Anfang. Aber das macht nichts. Ich habe ja Zeit. Schließlich wollen meine Freundin und ich 111 Jahre alt werden. Und bis dahin sind es noch 51 Jahre.

Tina, wir machen das schon!!!!!

(Beitrag enthält unbezahlte Werbung)

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Recycling

Manchmal fällt mir besonders auf, dass sich alles im Leben wiederholt.

Im Sommer 2018 habe ich folgende Gedanken hier „zu Papier“ gebracht. Und gerade passen sie wieder so extrem gut.

Die Spür Bar

Ich stehe an der Spür Bar

und horche in mich rein.

Hier gibt es  keine Barhocker,

weil ich mich nicht festsetzen möchte.

Festlegen schon gleich gar nicht.

Erstmal.

Der letzte Drink ist ausgetrunken.

Der neue muss ein anderer sein.

Soviel weiß  ich jedenfalls.

Viel mehr aber auch nicht.

 

IS / 07-2018

 

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Wandelgedanken | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Von Kaviar und Gemüseeintopf

Ich habe entschieden, ich werde mir ab sofort mehr als bisher selber treu bleiben. Oder überhaupt erstmal treu werden. Denn das war ich oft nicht in meinem bisherigen Leben. Zu viele Kompromisse zu meinen Lasten. Immer darum bemüht, die Nette zu sein. Die Freundliche, der oft das Wohl des Gegenübers wichtiger war, als das eigene. Bei Stolpersteinen und auch kleineren Hindernissen, immer diese Einstellung: „Ach ja, das geht schon irgendwie. Ich kriege das schon hin. Ist nicht optimal für mich, aber ich nehme es so in Kauf, wie es ist. Besser als nüscht!!“

Auch wenn man jahrelang immer und immer wieder Kaviar serviert bekommt oder meinetwegen Austern und Champagner….. irgendwas Edles jedenfalls…. dann hat man trotz permanentem Luxus irgendwann Lust auf Gemüseeintopf mit Würstchen und kann den edlen Kram nicht mehr sehen.

Wenn man diese Situation auf das Liebesleben zweier Menschen überträgt, dann kann es zu argen Irritationen führen. Der big spender sieht sich ungerecht behandelt, wenn die Frau, die er meint jahrelang verwöhnt zu haben, auf einmal unzufrieden ist. Wenn die Frau mehr will, wo er doch vermeintlich alles gegeben hat. Er fragt sich, was das eigentlich soll. Hat er ihr denn die ganze Zeit nicht wirklich viel geboten? Mehr als jeder andere auch nur gewillt und in der Lage wäre zu geben?

Hintergrund ist folgender: Ich habe exakt am 11.09.19 meinem Langzeitlover ((für die Insider unter euch – es spreche von meinem Osmanen aus Anatolien) schweren Herzens den Laufpass gegeben. Und das nicht ohne vorher wieder und wieder nach Gemüsesuppe gefragt zu haben. Regelrecht gebettelt hab ich drum. Er brachte einen Fingerhut voll und beim nächsten Mal wieder ne Schubkarre Austern. Und ich habe viel zu oft dann kein Theater gemacht und genommen, was er für mich vorgesehen hatte. Dankbar, brav, demütig. Wie sich das gehört. So wie wir Mädchen erzogen wurden. Sei dankbar. Er meint es doch nur gut. Sieh nur, wie schön! Er ist großzügig. Du bist ihm viel wert. Sei doch vernünftig.

Egal was ich gesagt habe. Egal wie oft. Er entschied, was ich brauche. So als hätte ich ihn auf Chinesisch angesprochen, wo er der Sprache nicht mächtig ist.

Bis mir der Kragen geplatzt ist und ich ihm gesagt habe: Es reicht mir jetzt.

Seine einzige Reaktion: „Okay, weiß ich Bescheid. Dann hast du wohl einen anderen Lieferanten gewählt. Bin ist raus. Ist ja okay. Alles gut.“

Dann folgten allen Ernstes 16 Tage eisernes Schwiegen. Kein Wort, weder telefonisch noch schriftlich. Und ich dachte: Okay, das wars dann also ?!?!?
Ich kenne ihn seit exakt 36 Jahren. Also wirklich richtig gut. Und ich weiss, er hat unter meiner Ansage und den Konsequenzen gelitten wie der sprichwörtliche Hund. Es muss ihm schlecht gegangen sein. Und mir tat er wirklich Leid, weil ich auch weiß: Er versteht es einfach immer noch nicht wirklich, warum ich so ticke. Aber er gab mir nicht die Gelegenheit mich in Ruhe zu erklären. Ohne Zorn und ohne Aggression. In Ruhe und aller Ausführlichkeit. Denn es gibt ihn nicht, den anderen Lieferanten.

Dann, zwei Wochen später,. Gegen 9 Uhr morgens klingelte mein Telefon. Ich sah, er war dran. Ich war überrascht und/aber auf dem Sprung ins Büro. Hatte also keine Zeit. Ich ging kurz ran und sagte, wir sollten in Ruhe reden. Aber eben nicht jetzt. Abends oder so. Dann aber auch nicht unbedingt in meiner Wohnung.

Zu verführerisch das Umfeld. Der Gewohnheit folgend wäre er schnell wieder in seine Routine eingestiegen und mir auf die Pelle gerückt. Und ich räume immerhin ein, dass auch ich schwach werden könnte. Reden käme dann wieder zu kurz. Dabei möchte ich, dass er mich einfach auch mal versteht. Doch dafür brauche ich die Gelegenheit mich in Ruhe und ausführlich zu erklären. Er will aber nicht reden. Ich weiss das. Deshalb versuchte er mich davon ab zu bringen. Er meinte: „Ach komm Schatz, ich bringe und ne schöne Flasche mit. Wir trinken ein Gläschen oder zwei und machen es uns gemütlich. Wie immer.“ Das habe ich abgelehnt. Aus eben beschriebenen Gründen. Da wurde er sauer und meinte, es müsse ja einen Grund geben, warum ich ihn nicht bei mir zu Hause haben wolle. Ich solle doch endlich sagen, was los sei. **Augen roll** Wieder diese Eifersucht-Nummer!!

Es folgten wieder zwei Wochen beleidigtes Schweigen von seiner Seite. Dann habe ich ihm Montag vorgeschlagen, zu mir ins Büro zu kommen. Ich habe diese Woche Zeit und bin allein hier. Wir könnten in Ruhe reden. Bei Regenwetter ist auch nicht viel los. Kein Kundenandrang.

Gestern rief er mich am Nachmittag an. Und er erklärte, die Idee mit dem Gespräch im Büro würde ihm nicht gefallen. Er möchte am Abend bei mir zu Hause vorbei kommen. Da können wir auch reden. **kreisch-schrei-hüpf-spring**Haare rauf**

Jetzt is feddisch!!! Jetzt mag ich nimmer. Ich habe ihm mitgeteilt, dass er offensichtlich nicht aus seinem Film raus kommt, der wohl in Dauerschleife läuft. Wir treffen uns jetzt seit exakt drei Jahren immer bei mir zu Hause. Und da schlage ich ein einziges Mal was anderes vor und da geht kein Weg hin?? Neeee, also echt!!!

Gestern Abend hatte ich einen Online Kurs mit abschließender Meditation, die sehr wohltuend für mich war. Da hieß es unter anderem, es gäbe etwas, was mir nicht gut tut und was sich seit längerer Zeit für mich als Energiefresser erweist. Ich solle mal überlegen, ob ich da nicht mal los lassen wolle….. Ja, will ich. Und ich habe es ihm gleich gestern noch mitgeteilt. Es fühlt sich nachhaltig gut an.

Heute habe ich am Morgen mit einem Freund gechattet.
Der meinte: Du bist heute so anders, was ist passiert?

Klarheit ist sexy. Vor allem für mich.

 

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 3 Kommentare

Mein Wunschzettel

Wie das mit Wunschzetteln so ist….. man schreibt auf, was man gerne hätte und weiss bereits in dem Moment, dass niemals alle Wünsche in Erfüllung gehen können. Manchmal weiss man nicht mal so genau, was man sich in Einzelnen so wünschen sollte. Unsicherheiten sind also normal. Denn was man dann letztlich bekommt, steht in den Sternen.

 

Mein Traummann……. das Aussehen

  • er ist ca.  1,80m groß oder größer
  • schöne Augen, am liebsten braun oder schwarz (grün oder blau geht auch) und er hat einen sehr intensiven, interessierten Blick.  NeuGIERIG
  • er hat dunkle, gut geschnittene Haare (falls länger, dann muss ein Schnitt erkennbar sein) Altersgemäß können sie natürlich auch grau sein.
  • keinen Bart oder wenn, dann einen gepflegten Bart …wie er überhaupt sehr sauber und gepflegt sein sollte.
  • er ist schlank, wobei ein kleiner Waschbär Bauch auch kein Problem wäre
  • er hat Haare auf der Brust und am Unterbauch….das finde ich sehr sexy
  • er hat schöne gepflegte Hände (Fingernägel sauber und kurz). Die Hände müssen nicht schmal und klein und fein sein sondern können durchaus auch Pranken sein, groß und kräftig.
  • er ist gut ausgestattet, was seine externes männliches Geschlechtsmerkmal angeht. **grins**
  • lange Beine – für kurze Hosen tauglich. Ich mag schöne Männerbeine.
  • seine Kleidung ist sportlich, praktisch und kann aber im Bedarfsfall auch mal elegant sein. Ich liebe Oberhemden und da besonders die weissen. Dazu gerne eine edle Jeans. Er trägt  nicht immer nur Jeans, auch mal Stoffhose. Nicht immer nur Turnschuhe, auch mal Lederschuhe… und da am liebsten so richtig edle, hochwertige Teile, gerne bisschen ausgefallen und modisch. Lederjacken liebe ich auch an Männern. Der Duft, gemischt mit einem guten Rasierwasser ist der Hammer.
  • er hat ein schönes, verschmitztes Lächeln und weicht meinem Blick nicht eher aus, als ich seinem.

Mein Traummann……. der Charakter

  • er ist selbstbewusst und ruht in sich
  • er arbeitet gerne an sich und ist an Weiterentwicklung immer interessiert
  • er ist aufgeschlossen für Neues, abenteuerlustig, mutig, loyal mir gegenüber und nicht arrogant.
  • er ist kein Klugscheißer. Gerne darf er Dinge besser können oder besser wissen als ich. Aber er muss mich deshalb nicht behandeln, als wär ich blöd. Da bin ich allergisch.
  • er lässt sich nicht mit Leichtigkeit von mir um den Finger wickeln, d.h. er durchschaut mich. Zu jeder Zeit. Und er erahnt  meine Vorhaben schon vorab und interveniert, wenn es ihm nicht gefällt bzw. der falsche Weg sein sollte, den ich einschlage.
  • er hat eine gesunde Dominanz. Das macht ihn und seine Männlichkeit aus.
  • er gibt mir das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit.
  • ich kann mich auf ihn blind verlassen und ihm vertrauen
  • er ist stark, wo ich schwach bin
  • er zeigt Gefühl und kann auch mal weinen, wenn er wirklich traurig ist
  • er vertraut mir seine geheimen Gedanken an und lehnt sich auch mal an mich an, genau wie ich an ihn
  • er ist verspielt, auch mal albern und ein großer Junge von Zeit zu Zeit. Er hat einen guten Humor, gerne auch einen schwarzen.
  • er weiss, wie man mich aufmuntert, aufbaut, mir wieder Mut macht, mich zum Lachen bringt usw. Er stärkt mich in jeder Lebenslage und ich tue das natürlich dann auch gerne für ihn. Gemeinsam statt einsam.

So oder so ähnlich könnte mein idealer Partner aussehen. Da ich weiss, dass jeder seine Ecken und Kanten hat, jeder durch seine Lebensgeschichte geschliffen worden ist, nehme ich Abweichungen von diesem Idealbild natürlich in Kauf. Und mir ist durchaus bewusst, dass ich auch für einen Mann nicht immer alle Wunschkriterien erfüllen kann. Etwas anderes anzunehmen wäre vermessen.

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 4 Kommentare

Durchlaufende Posten

Es wird Herbst. Andere sammeln Kastanien und Eicheln. Scheinbar ist das die Jahreszeit, wo viele sich auch für die kalten Winterabende etwas zum Kuscheln suchen. Ich suche nicht aktiv. Ich lasse mich finden.

Während ich am Samstag in meinem Büro saß und mich mit der Buchhaltung beschäftigte, gingen meine Gedanken spazieren. Es flanierten vor meinem geistigen Auge die Männer, die mich in den letzten Wochen über diverse Datingportale kontaktiert haben. Die meisten muss ich bei näherer Betrachtung leider als „durchlaufende Posten“ verbuchen.

Stufe 1
Einige Männer verstehen es, sich als sympathische Menschen mit Witz und Geist zu präsentieren. Sie sehen ansprechend aus – wenn sie mit Foto daher kommen – und machen auf mich einen guten Eindruck. Manchmal sogar auch ohne Bild. Wenn mich der Anfangskontakt neugierig macht, studiere ich intensiv das Profil und schreibe zurück. Und dann beginnt das Spiel. Es scheidet sich die Spreu vom Weizen. Während manche einen guten Einstieg hinlegen und dann stark abfallen, können einige wenige das Niveau der Kurznachrichten gleichbleibend hoch halten. Die sind dann schon mal auf der Siegerstraße. Aber auch die endet mitunter überraschenderweise im Straßengraben.

Stufe 2
Über kurz oder lang verlassen wir gemeinsam das Datingportal und steigen auf ein anderes Medium um. Entweder ein beliebiger Messenger, Skype, WhatsApp oder Mail. Je nachdem, an was die Herren so gewöhnt sind oder was für sie in ihrem Alltag praktikabel ist. Oder auch was sie ihrem Alter gemäß noch bewältigen können. Ist leider so. Hab ja bereits hier über die sog. Nokia Opas berichtet. (ich weiss, ich bin eine alte Lästerschwester….. aber heisst es nicht immer: „Frauen & Technik, fremde Welten treffen aufeinander“??)

Stufe 3 – Feuer frei
Dann gehts los. Wo man sich gegenseitig mit Fotos und Sprachnachrichten oder auch live Videos und Telefonaten erfreuen/erheitern oder auch schockieren kann, fallen die Masken und manchmal sogar auch noch die Hüllen. Im schlechtesten Fall trennen sie bereits da die Wege. Manchmal nach Minuten. Während in Phase 1 noch davon die Rede ist, dass der Mann sich von und mit mir Gespräche mit Tiefgang wünscht, suchen in Phase 3 dann einige Männer meine Tiefe nur noch in den Abgründen meines Dekoletés. Und jedes sinnvolle Gespräch rückt dann in weite Ferne. Mittlerweile schaue ich mir das dann auch nicht mehr länger an in der Hoffnung, da kommt noch was Vernünftiges nach. Ich verabschiede die Kandidaten dann freundlich und direkt wieder aus meinem Leben. Gestern hat einer gemeint: Er wäre doch aber ein wirklich niveauvoller, kurzweiliger, attraktiver und interessanter Kerl. Noch dazu Rheinländer, äußerst aufgeschlossen und redefreudig. Und ich würde das mit Sicherheit bereuen, dass ich ihn aus meinem Leben verabschiede. **grins** Hey, das Risiko gehe ich dann jetzt mal ein.

Zurück bleibt jeweils ein schales Gefühl.

Ich habe Freundinnen, die in einer ähnlichen Lebenssituation sind wie ich. Ich denke da gerade an eine spezielle  **wink an Tina**. Wir brauchen einen Mann nicht zum Überleben, denn wir kommen seit einigen Jahren schon ganz passabel ohne klar. Aber dennoch fehlt da was. Das lässt sich nicht abstreiten. Wir wünschen uns einen Mann, der gerne mit uns Zeit verbringt, sich mit uns austauschen mag.  Einen mit eigenen Ideen und Wünsche und  Träumen. In unserem Alter sollte er sein, +/- 5-8 Jahre.  Brauchbar für alles Schöne, was zu zweit mehr Spaß macht als alleine. Und eben auch für das Schöne, wo die beste Freundin nicht weiter helfen kann und will. Jetzt haben wir einen „Anforderungskatalog“ geschrieben. Jede für sich, denn wir wünschen uns keinen „von der Stange“ sondern jeweils ein wunderbares Einzelstück. Den würden wir so gerne lieben. Aber wo steckt er nur? Irgendwo läuft er herum und sucht uns. Da sind wir sicher. Wir müssen jetzt nur noch wie bei Hänsel & Gretel die Steinchen auslegen, nicht die Brotkrumen, damit ER uns findet. Ihrer sie und meiner mich. Klar!! Oder?

Wollt ihr mal lesen? Die Wunschliste? Also meine jedenfalls. Die andere ist top confident.

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Männer von Morgen

Heute hatte ich ein schönes Erlebnis. Ich habe eine neue Männergeneration kennen gelernt. Kunden kamen zur Vertragsunterzeichnung mit ihrem ca. einjährigen Sohn. Der Kleine konnte sich gerade mal einigermaßen auf den kleinen Beinen halten. Also ein Laufanfänger. Er kletterte die einzelne Stufe vor meinem Büro hoch und stand im Raum als wollte er sagen: „Hier bin ich. Kann los gehen.“

Gleich neben er Tür stand auf dem Boden ein kleiner Akku Schrauber, den wir kurz vorher benutzt und noch nicht weg geräumt hatten. Den schnappte er sich beherzt und drückte auch gleich auf den Startknopf. Das Ding brummte fröhlich los in seiner Hand und der Knirps strahlte über das ganze Gesicht.

Die Mutter war gleich in heller Aufregung und entriss dem Knaben das Werkzeug, was dem Kleinen einen entsetzten Gesichtsausdruck machte. Aber er hielt sich damit nicht auf und schritt munter voran in die Ausstellungshalle. Dort hüpfte er aufgeregt zwischen den vielen bunten, glänzenden Autos herum. Aber er wollte nicht nur schauen. Er wollte was tun. Und so fand er kurz danach eine Mini Wasserpumpenzange, die er sich schnappte um zu helfen, zu reparieren, zu arbeiten. Geht ja nicht, dass alle nur herum stehen und reden und keiner tut was.

Sowas gefällt mir. Ein kleiner Mann der Tat. Kein Schwätzer. Ich hab mich amüsiert. Die Mutter weniger. Sie sagte, man darf ihn keine Sekunde aus den Augen lassen. Er führt immer was im Schilde.

Jawoll, das sind sie, die Männer von morgen.

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

News ticker light

Sommerloch lässt grüßen. Überall bei den Zeitungen merkt man es überdeutlich. Da werden teilweise völlig sinnbefreite Beiträge verfasst und man fragt sich: „Was will der Autor uns damit sagen?“ Würde der Autor nichts schreiben, dann bekäme er kein Geld, würde seinen Job verlieren und die Zeitung käme mit einigen leeren oder halben  Seiten (für den 1/2 Preis?) in den Handel. Das wär doch auch mal lustig.

Zum Glück ist bei mir selten wirklich Flaute. Ich hätte immer was zu schreiben. Nur fehlt mir die Zeit dafür. Oder es sind so schräge Erlebnisse, dass ich sie unter Verschluss halte, damit mich die Welt nicht als durchgeknallt einstuft. Manchmal sind sie auch nicht familienkompatibel. Ich bin nicht mehr sicher, wer aus meiner Familie mein Blog hier kennt und wer nicht. Und meine Inhalte sind nicht immer für die Augen und Köpfe von jedermann geeignet. Frau hat schließlich einen Ruf zu verlieren. Den der völlig harmlosen Frau, die mit 60, wie sich das gehört, brav zu Hause sitzt, nur an ihrer Arbeit, ihrem Haushalt und der Familie interessiert ist. Und nicht daran, Männer kennen zu lernen, diese zu treffen und die haarsträubendsten oder brüllend komischsten Erlebnisse dabei zu „erleiden“.

Und dann gibts da noch die Geschenke, die das Leben mir macht. Ganz selten geschieht es, dass das Universum meinen Weg sich mit dem von ganz besonderen Menschen kreuzen lässt. Manche nennen es Zufall. Ich kann da nicht so recht dran glauben. So geschehen im Mai. Ich hatte im Juni in diesem Beitrag schon mal drüber geschrieben. Mittlerweile kennen wir uns nun schon sage-und-schreibe 16 Wochen. Und wir sind richtig gute Freunde geworden. Ich erzähle ihm so gut wie alles, was ich so erlebe. Auch die hochnotpeinlichen Sachen. Und er hat irgendwie für alles Verständnis, ermutigt mich Gas zu geben, wenn ich zögerlich bin und sagt immer: „Genieß dein Leben. Keine weiß, wie lange wir es noch haben.“ Und letztens meinte er, er habe einen ziemlich heftigen Schwindel gehabt und einen enormen Druck im Kopf und er habe zu sich selbst gemeint: „Jetzt bekomme ich einen Hirnschlag. Das ist das Ende.“ Das Ende war es noch nicht, aber ich hab drüber nach gedacht, was denn wäre, wenn es mal so weit ist? Bei ihm oder mir? Wie würden wir vom Ableben des jeweils anderen erfahren? Schließlich kennt weder seine Familie mich, noch jemand meiner Leute ihn. Sollte ich endlich – was ich schon lange vor habe – ein Testament aufsetzen? (habt ihr sowas?) Und da schreibe ich dann all die rein, die informiert werden müssen/sollen. Mit Maladeres und/oder Telefonnummer? Passwörter diverser Online Spielplätze müsste ich da auch hinein schreiben. Ne Freundin von mir hat das glaub ich schon gemacht. So ne Datei für ihre Kinder, die sich dann kümmern werden und die diversen „Baustellen“ schließen.

Bis es aber soweit ist, werde ich den Dramaturgen aus dem Schwarzwald hoffentlich noch mal live & in Farbe kennengelernt haben. Einladung an ihn ging schon raus. Und ich vertraue ihm so, dass ich ihn gleich beim ersten Date bei mir zu Hause übernachten lassen würde. So vertraut ist er mir. Ist das nicht schön? Ich finde, ja.

Einmal hat er mir erzählt, da hatte er während seines beruflichen Aufenthaltes in Schweden eine kleine Affäre mit einer viel jüngeren Maskenbildnerin. Soll sehr schön und aufregend gewesen sein. Aber eben auch nicht sowas von Dauer. Eintagsfliege oder 2-3 Tagesfliege. Damals habe ich in mich hinein gehorcht, ob ich eifersüchtig bin. War ich nicht. Was für mich ein sehr gutes Zeichen ist. So bin ich frei von irgendwelchen Besitzansprüchen. Ist doch auch schön. Man lernt im Laufe des Lebens schon auch hinzu. Kann sich von alten Mustern befreien. Dachte ich……

Aber jetzt hat er vor wenigen Tagen berichtet, dass er online eine Psychologin aus dem Rhein/Main Gebiet kennengelernt habe. Eine sehr interessante Frau. Auch eine sehr interessante Frau, hat er gesagt. Sie wäre auf der Suche nach einem festen Partner und habe ihn um Rat gebeten, welche Dating Portale wohl gut wären. Diese Frage hat er mit meiner Hilfe beantwortet. Und dann ist die Dame los gezogen. Auf die Suche. Hat dann aber wohl nichts gefunden und kam zurück um den Kontakt zu ihm zu vertiefen. Sie lud ihn (wie er schrieb) für ein ganzen Wochenende zu sich nach Hause sein. Und er habe aber absagen müssen, weil er so viel zu tun habe.

Skandal!!!! Ich habe ihn schon vor Wochen eingeladen. Und nun das?

Da war es doch tatsächlich wieder, dieses Pieksen in der Seele. Oh nein!! Bin ich am Ende jetzt doch wieder eifersüchtig?? Ich will das nicht!!! Und das bedeutet das? Ich bin doch nicht verliebt!! Oder wie oder was? Verlustängste? Heul!!

Krass ist, dass ich mir heraus nehme ihm allerlei Erlebnisse zu schildern. Und er reagiert völlig souverän. So wie ich mir das für mich wünschen würde. Nur ich dumme Nuss spüre dieses Unbehagen in mir, wenn er mal woanders hin schaut als nur immer auf mich? Da sehe ich Handlungsbedarf. Ich muss dringend an mir arbeiten. Kann man Eifersucht ausrotten? Gibts sowas wie Unkraut Ex für Eifersucht?

Fragen über Fragen….. was sagt ihr?

 

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , | 5 Kommentare

Die Angst vor der Liebe

Sie ist immer da. Wenn die Verletzungen in der Vergangenheit allzu heftig waren und auch aus dem wunderbarsten Traumpaar dann nach Jahren ein Albtraumpaar wird, dann verliere ich den Glauben an die Existenz einer Liebe, die von Dauer ist. Und ich will nicht nochmal alte Fehler machen. Erst vertrauen und ihm alles glauben und in Augen schauen, die mir ein warmes Gefühl machen. Wo ich mich aufgehoben, verstanden,  geborgen und sicher fühle…. gefühlt habe. Ein Mensch, dem ich nichts Schlechtes zugetraut hatte. Alles hat so wunderbar und hoffnungsvoll begonnen. Sogar dramatisch, aufregend und herausfordernd. Und er hat sich gleich am Hochzeitstag als der Held bewiesen, für den ich ihn immer gehalten hatte. Mein Bund- unser Bund – war besiegelt und ich war so stolz und glücklich, dass ich ihn endlich gefunden hatte. Den Meinen.

Das ist beinahe 20 Jahre her. Jahre in denen viel passiert und noch viel mehr schief gegangen ist. Rückblickend kann ich das erkennen. Er sicher auch. Ich weiss es nicht.

Wir haben uns nicht scheiden lassen. Ist nur ne Formalität. Aber wir sind beide sicher sowieso nie wieder wirklich vertrauen zu können. Und die Ehe wird auch nie mehr unsere Lebensform sein, die wir leben wollen. Da ist viel kaputt gegangen.

Wir sind jetzt vernünftig. Wir haben das Lieben ad acta gelegt. Für immer. Sentimentaler Kram. Nichts für uns, die Erfahrenen, die die sich auskennen. Die wissen, wie der Hase läuft.

Wissen wir das wirklich? Und auch wenn wir auf diese besondere Liebe verzichten wollen…. können wir das denn auch? Ohne unter einem gewissen Mangel zu leiden?Das frage ich mich.

Es gibt sie immer wieder, diese Phasen in denen ich dünnhäutig bin, mich alleine fühle und neidisch auf Paare schaue, wenn sie einen vertrauten und verliebten Eindruck machen. Oder wenigstens einen harmonischen. Natürlich kann man nie hinter die Kulissen schauen. Ich bin selbst Meisterin im Schauspiel „Heile Welt & Eheglück“ gewesen. Man will ja nicht zugeben, dass es oft gewaltig schief läuft. Das eigene Versagen gibt man ungern zu. Wieder gescheitert? Wieder auf Sand gebaut? Nein, ich doch nicht!!!

Die schwachen und traurigen Phasen voller Einsamkeit und dem Gefühl – nichts und niemand liebt mich – werden abgelöst von den Phasen in denen mir das Single Leben als beste denkbare Lebensform erscheint. Und ich bin fest überzeugt, dass ich nie mehr was anderes möchte.

Und ich treffe Männer, die das genauso sehen. Und mit denen kann ich mich über dieses Lebensmodel austauschen. Doch ist uns damit geholfen? Nicht wirklich. Denn die Unverbindlichkeit macht uns wieder einen Strich durch die Rechnung.

Angst beherrscht uns auf der Suche nach einer neuen Liebe.
Verflixt! Wie komme ich da raus, aus dieser Spirale?
Hat jemand ne Idee?

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Wandelgedanken | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Verlobung gelöst – andere Dramaturgie

Der Sizilianer und ich  wir sind nicht mehr zusammen. (wobei das mit der Verlobung eh nur Spaß war…. nicht, dass einer noch denkt, das wäre echt gewesen.) Er gehört zu der Sorte Männer, die allzu zutraulich und übermütig werden, wenn sie spüren, dass eine Frau offen ist und über alle Themen frei und ohne Hemmungen reden kann. Und sich auch nicht scheut es, wenn es passt, mal zu tun.

Dann drehen sie auf und mehr und noch mehr und irgendwann ist die Grenze jenseits des guten Geschmacks erreicht. Und wenn man sie dann darauf aufmerksam macht, dann sind sie pikiert und fragen: „Was hast du denn auf einmal? Du warst doch sonst ganz locker.“ Ja, locker. Aber eben nicht niveaulos. Er sah das anderes und wollte mir weiter Ansagen unter der Gürtellinie machen. Haken dran. An den Sizilianer.

Dann geschah es, dass ich Anfang Mai Geburtstag hatte und mir das Schicksal einen neuen Mann an Land spülte. Ein wahres Geschenk. Exakt an meinem runden Wiegenfest. Und auch das durch einen Zufall bzw. ein kleines Missgeschick meinerseits. Er war zu der Zeit gerade mal den dritten Tage bei einer Datingseite online. Und ich markierte ihn versehentlich oder sogar ganz unbewusst als Favorit. Deshalb schrieb er mich an und meinte, er findet mein Profil dort sehr an- und vielversprechend. Daraus entwickelte sich ein sehr spannender und bereichernder Kontakt. Ich denke bzw. ich bin überzeugt, für beide Seiten. Das ist jetzt schon sechs Wochen her und ich empfinde es, als würden wir uns ganz lange kennen. Und diesmal ist alles ganz anders. Keine sexuellen Gelüste stehen im Vordergrund. Es ist wirklich der geistige Austausch, der mir so gut gefällt und mich regelrecht befruchtet. Wir sind uns noch nicht in live begegnet, weil das durch die Entfernung nicht möglich ist. Aber das macht nichts. Es wird irgendwann passieren, dass wir uns sehen. Und egal ob es dann ein Prickeln geben wird oder nicht, wir werden weiter in Kontakt bleiben. Er ist älter als ich und ich kann wirklich sagen, auch weiser. So oft hat er mich in der kurzen Zeit jetzt schon mit guten Hinweisen und Anregungen gefüttert, dass ich sagen kann, er ist mir ein wirklicher Freund geworden. Was diesen Kontakt so besonders macht, ist auch die Tatsache, dass er keinerlei Besitzansprüche stellt. Wir wissen, wir werden nie das klassische Paar abgeben. Und das wollen wir auch beide nicht. Da sind wir uns einig. Es ist und bleibt spannend. Dieser Mann ist übrigens Künstler, u.a. Dramaturg am Theater. Und so verändert sich auch gerade ein bisschen meine Lebensdramaturgie. Das kann ich jetzt schon sagen.

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage, Wandelgedanken | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Von Katzenkindern & Mäusen

Schon so oft habe ich mich gefragt, wie das funktioniert. Ich habe hin und wieder neue Leser hier und frage mich woher die kommen. Manche bleiben bei mir hängen, abonnieren meine Blogs und werden zu Dauergästen. Man kennt sich und liest sich gegenseitig. Ich verstecke mich meistens vor Suchmaschinen und ich werde durch die recht selten vorkommenden Namen meiner Blogs auch nicht gefunden. Klar, ich verwende Tags und kommentiere auch auf Seiten anderer Leute. So gibt es neue Verknüpfungen. So weit, so klar. Aber diese neuen Leser erscheinen mir oft wie handverlesen, genau passend für mich zu sein. Wie Kätzchen, die einem zulaufen und die man gerne in seinem Haus aufnimmt und fortan zur Familie zählen. Ohne lange nachzudenken. Du stellst ein Schälchen Milch hin und füllst es immer wieder.

Einige meiner Katzenkinder sind schon 10 Jahre bei mir. Und sind große, dicke Kater geworden. Aber ich möchte sie nicht missen. Keins von ihnen.

Manchmal gehe ich auch auf Streifzug. Aber ich bin als Maus unterwegs. Dann knabbere ich an einem großen Käse, fresse ein Loch rein, dringe langsam immer tiefer ein und entdecke neue, bereits existierende Gänge. Diese Gänge sind oft sehr verschlungen. Manches mal habe ich mich schon verlaufen und den Weg nach Hause nicht wieder gefunden. Dann musste ich bei anderen Mäusen und ihren Familien übernachten. Auf der Couch. Aber es war nie langweilig da. Ich habe immer sehr viel Interessantes erfahren und dazu gelernt. Neue Freunde gefunden. Wenn ich dann wieder zu Hause war, habe ich drüber geschrieben. Ich denke, das sollte ich wieder mal tun. Hab ich lange nicht.

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 2 Kommentare

Der Sizilianer & die Nokia Opas

Mein Neuzugang, Klaus, bezeichnet sich selbst als Sizilianer. Er wurde zwar in Südhessen geboren und lebt da auch nach wie vor. Seine Eltern haben keinen einzigen Italiener in der Ahnenreihe. Aber er behauptet, Menschen aus dieser Gegend wären dem Temperament nach deutschlandweit die einzigen heißblütigen Südländer. *grins* Also auf ihn scheint das jedenfalls zuzutreffen. Die Schlagzahl – Wörter/Minute ist erheblich. Und ein Gag reiht sich an den nächsten. Dauerhaft bleibt das hoffentlich nicht so. Denn ich glaube, das wäre nur schwer auszuhalten. Noch kann ich aber sehr gut über seine Witze und Sprüche lachen, denn sie sind alles andere als flach. Hätte man unser Telefonat von gestern Abend aufgenommen, könnte man es an einen TV Sender als Comedy Beitrag einreichen. Ich lag auch eine Stunde später noch grinsend im Bett. Er hat einfach auf jede meiner Aussagen oder selbst auf gezielte Fragen aus dem Stand eine passende Antwort. Er bleibt mir da nix schuldig.  Es ist wirklich unglaublich. So einen Mann habe ich in meinem Leben noch nie getroffen.

Das war also das erste Telefonat. Und sicher nicht das letzte. Wir haben es nur deshalb beendet, weil er mich auf meinem altersschwachen Festnetz Telefon angerufen hat, was max. eine Stunde lang Akkukraft hat und dann von selber aus geht. Er hat nämlich – man höre und staune und grinse- sein Smartphone mit dem eigenen Auto überfahren und in Elektroschrottkrümelchen zerbröselt.  Deshalb wollte er von Festnetz auf Festnetz anrufen. Das ist bei älteren Herrschaften ja oft noch so im Hirn verankert…… böse böse hohe Kosten kommen auf dich zu, wenn du vom Festnetz auf ein Handy anrufst und noch nie was von einer Flatrate gehört hast, geschweige denn eine vertraglich vereinbart hast. Als ich verkündete, mein Festnetz Telefon genießt gerade noch sein Gnadenbrot bei mir. Und wenn es dann mal ganz das Zeitliche  gesegnet hat, dann war’s das mit der Festnetztelefonie. Dann gibts kein Neues. So .. aus, Ende, basta.

Darum bin ich’s  jetzt Schuld, dass er sich Donnerstag ein neues Smartphone kaufen muss.  Jaaaa neeeee,  is schon klar.

Komisch, ich gerate öfter an solche Männer, die ein ziemlich gestörtes Verhältnis zu modernen Telekommunikations Geräten haben. Ich könnte euch da Schoten erzählen!!! Ich nenne sie die Nokia Opas. Womit ich Männer meine, die Stein und Bein schwören, sie wären sehr wohl in der Lage ein Smartphone/Tablet oder einen hochmodernen Laptop zu bedienen, aber aus Prinzip würden sie diese ablehnen. Nennen sich dann oldschool. (Kicher. Immerhin kennen sie den Ausdruck schon mal. Was mich hoffen lässt). Aber was auch immer nun stimmen mag – ich habe es leider wieder und wieder beobachtet. Diese Müdigkeit und innere Ablehnung gegen alles Neue, gegen modernste Technik und den Umgang mit ihr, das ist die erste Stufe für den Verfall. Sie wollen nicht schon wieder lernen, wie das geht und sie scheuen sich – besonders die Männer – auch nochmal nachzufragen, wie das alles so funktioniert. Das ist ihnen peinlich. Sie, die sich ihr Leben lang als Väter und Familienoberhäupter mit Technik jeder Art am besten auskannten, können sich diese Blöße nicht geben und am Ende noch Enkel fragen, wie der Kram funktioniert.

Ganz so schlimm scheint es bei Klaus nicht zu sein. Immerhin hatte er schon mal ein Smartphone und wird „dank mir“ auch bald wieder eins bekommen. Er verkündete gestern gegen Ende des Gesprächs, dass er sich so gut wie verlobt mit mir fühlt und er müsse deshalb dicht am Puls der Zeit bleiben. Dies sei auch der Grund, dass er sich bemühen wolle, mir – seiner jungen dynamischen Verlobten – nahe zu sein, nahe zu bleiben und mit mir auf Augenhöhe mittels all dieser modernen Utensilien zu kommunizieren.

Stay tuned.

 

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Das weiße Blatt

…ist unbeschrieben.  Das war ich auch mal. Und bin es nicht mehr.

Ob ich das bedauere? Nein, tue ich nicht. Ich werde Ende dieser Woche 60. Wenn ich mir das auf der Zunge zergehen lasse, dann löst das verschiedene Gefühle bei mir aus. Teilweise bisschen Panik, andererseits aber auch eine wohlige Zufriedenheit über Gelegenheiten, die ich nicht hab ungenutzt vorbei ziehen lassen. Dadurch wurde das weisse Blatt ein bisschen bunter. Auch ein bisschen schmutziger und benutzter. Aber das sind einfach Gebrauchsspuren, Patina. Das hat doch was!!

Schrecklich wäre die Vorstellung, am Ende an der Geschirrabgabe als unbenutztes Teil zurück gegeben zu werden. Leben hinterlässt Spuren und das ist auch gut so.

Panik kommt auf bei dem Gedanken, es könnte bald vorbei sein mit dem Spaß. Und damit meine ich nicht den Spaß, den ich jetzt und sicher auch weiterhin mit meinen drei Enkelkindern haben werde…. oder Spaß im Urlaub…. mit Freunden usw. Ich meine schon den Spaß und die Freude am Flirten, daran neue Männer kennen zu lernen und endlich mal den lang ersehnten Mr. Right kennen zu lernen.

Gerade in diesen Tagen bin ich mit einem neuen Mann im Gespräch, der sehr viel Potential zu haben scheint. Wir sind bisher nur schriftlich in Kontakt. Noch nicht mal per Telefon. Aber was und wie er schreibt flasht mich total. Ich lese seine Posts immer und immer wieder und kann mich nur wundern. Woher kennt er meine Gedanken? Wie kann das sein, dass einer Ansichten hat, die beinahe 100%ig deckungsgleich mit meinen sind? Das ist beinahe gespenstisch.

Anfangs hat er mir geschrieben und mich mit jedem Wort provoziert. Da war ihm mein Nickname ein Dorn im Auge und Teile meines Profiltextes fanden vor seinen Augen keine Gnade. Und ich dachte (und schrieb auch): Wie langweilig muss einem sein, wenn man nichts Besseres zu tun hat, als wildfremde Leute blöd von der Seite anzulabern? Doch das war nur ein Test. Er wollte mein Zickenpotential und meine Schlagfertigkeit prüfen. Diese Prüfung habe ich mit Bravour bestanden. Was folgte war schwarzer Humor und ne Menge Sarkasmus. Mag ich beides. Und der Bursche ist sehr wortgewandt und weiß wovon er redet. Pluspunkte ohne Ende.

Daraufhin schilderte er die Erfahrungen, die er kürzlich mit Frauen gemacht hatte. Und was ihn daran störte. Ich folgte seinen Ausführungen mit einem breiten Grinsen. Die Frauen wollten ihn alle betüddeln, wie man bei uns hier sagt. Heißt, für ihn waschen, bügeln, kochen, putzen. Ihn in Windeseile der engeren Familie vorstellen, ihn an Weihnachten und Ostern einladen und dem Freundeskreis präsentieren. Familienanschluss also. Nach jedem gemeinsam verbrachten Wochenende gab es beinahe ein gebrochenes Herz, wenn er sich von ihr trennen musste und sie ohne ihm in die neue Woche starten sollte. Er mochte ihr nicht weh tun, fühlte sich aber an die Leine gelegt und vereinnahmt. Die Frauen klammerten sich mit Kraft an ihn, wie Ertrinkende. Ihm fehlte die Leichtigkeit und die Luft zum Atmen.

Schön! Genau das muss er von mir nicht erwarten. Ich dachte immer mit meiner Einstellung bin ich ein kariertes Maiglöckchen und finde niemals jemand, der das mögen würde. Denn ich finde, wen ich wann date und mit wem ich mich treffe und was ich dann mit demjenigen mache, wann es zu welchen Handlungen kommt…. das geht nur mich was an. Und auch wenn Teile meiner Familie mich gerne im sicheren Hafen einer festen Beziehung sehen möchten – wenn schon nicht in einer weiteren Ehe – ich strebe so eine Form der Partnerschaft nicht an. Definitiv nicht!!!

Und somit nähern wir uns immer weiter an und ich werde heute Abend mit ihm telefonieren. Selbst die geografische Entfernung von beinahe 300km, die zwischen uns liegt, macht uns keine Kopfschmerzen. Sonst hat mich schon alles, was mehr als 80km war, abgeschreckt und zögern lassen. Ich wundere mich selber. Bin echt gespannt und ein wenig skeptisch (wider Willen). Ich verdränge negative Gedanken, wie: Wo ist der Haken. Denn Gedanken werden Dinge.

Veröffentlicht unter Gedankensortieranlage | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare