Was soll nur aus mir werden?

Gerade in diesen Tagen suche eine Antwort auf diese Frage.
Allüberall …(nein, nicht auf den Tannenspitzen..) stoße ich auf Statements von Leuten, die Pläne für ihre nahe oder auch ferne Zukunft schmieden.

Ich habe bei FB eine Säuberung vorgenommen, habe FB Freunde gelöscht, die ich nicht mal kenne, geschweige denn, dass ich mit ihnen was zu tun hätte oder je zu tun gehabt hätte. Sie haben eines längst vergangenen Tages, aus mir unerfindlichen Gründen, an meiner Tür gekratzt und um Einlass gebeten. Und ich habe sie reingelassen und die erste Zeit gespannt darauf gewartet, dass was Spannendes oder Schönes passiert. Vergeblich. Ich war ja schon froh, wenn es keine Marketingangebote gab. Karteileichen. Die brauche ich nicht.

Aus den meisten Gruppen, in denen ich Mitglied war, habe ich mich auch abgemeldet. All die, wo die Kommentare immer aggressiver wurden und das Gejammer der Leute einfach nur noch unerträglich war. Dafür habe ich mir neue Gruppen mit völlig anderen Themen gesucht. Gesundheit, Kultur, Sprachen. Bisher gefällt es mir dort sehr gut.

Und dann ist da wieder das Thema Dating massiv in mein Leben gep(l)oppt.
Eine Freundin aus der Schweiz ist völlig euphorisch wegen ihrer Erlebnisse mit Männern, die sie auf der Seite des Joy Clubs kennen gelernt hat. Mir war diese Seite nicht neu, aber ich hatte bisher keine Ambitionen dort, wie sie, ein zahlendes Mitglied zu werden. Bei einem längeren Gespräch mit dieser Freundin überlegte ich, ob ich das eventuell auch tun sollte(?). Ich war dann dort mal paar Stündchen kostenfrei unterwegs. Und selbst nach so kurzer Zeit störte mich schon, dass sich eigentlich alles nur um Sex dreht. Wer hat welche Vorlieben? Wer ist mit wem kompatibel? Wie und wo kann man sich schnellstmöglich zum Knickknack treffen?

Oh nein!! Da ist er wieder. Der Wettbewerb – wer hat den Längsten und kann am längsten?
Wie bei den Bonobos.

Welche Frau mit 90-60-90 ist für olympische Wettkämpfe auf dem Silicon Laken bereit? Tabulos und ausdauernd sollte sie sein. Egal, wenn in ihrem Hirn Windstille vorherrscht. Das ist in dem Kontext unwichtig. Hauptsache alles ist straff und knackig und sei auch noch so viel künstlich nachgeholfen.
Das war mein vorherrschender Eindruck nach wenigen Stunden auf dieser Seite. Ich habe also schnell wieder Abstand von dem Gedanken genommen, mich dort als zahlendes Mitglied anzumelden.

Und dann habe ich Samstag eine Geburtstagsparty im Familienkreis besucht.
Die Feier war in vollem Gange als eine Frau in meinem Alter mit ihrem neuen Freund erschien. Alle waren überrascht, ich besonders. Denn ich wusste gleich in der ersten Sekunde: Den Mann kenne ich doch!!! Aber woher nur? Und wenige Momente später wurde es mir klar. Er ist auf jeder der gängigen Dating Seiten, wo ich mich jemals angemeldet hatte, mit immer demselben Foto vertreten.
Und das schon seit einigen Jahren. Das kommt oft vor, dass man immer wieder bekannte Gesichter da wieder sieht. Jetzt hat der Topf vielleicht (s)einen Deckel gefunden. Die Frau jedenfalls ist schwer verliebt, sieht sehr gut und strahlend aus und hängt an seinem Arm und seinen Lippen.
Er ist offensichtlich ihr Held. Ich hoffe für sie und wünsche ihr, dass das so bleibt.

Sie sind nicht besonders lange geblieben bevor sie sich wieder in die Zweisamkeit geflüchtet haben.
Der Rest des Partyvolks meinte dann zu mir: Jetzt müssen wir nur noch dich unter die Haube bringen!!!!

Und da war sie wieder. Die Frage: Will ich das denn überhaupt?

In einem Telefonat mit einem alten Freund in der vergangenen Woche, kamen wir wieder mal zu der Erkenntnis, dass wir schon sehr speziell sind. Er sowohl als auch ich. Und wir sind ein und derselbe Jahrgang. Er meinte zu mir: Ich glaube nicht mehr daran, jemals noch eine Frau zu finden, die mit mir kompatibel sein könnte. Er wohnt noch dazu seit 2018 in einem dünn besiedelten Bundesland, in das er sich für seinen nahenden Ruhestand selbst verpflanzt hat. Dort ist die Auswahl entsprechend kleiner und das Suchen und Finden sehr schwierig. Also…. er hat’s nicht leicht. Ich aber auch nicht. **grins**

Und von dieser Sorte, wie mich, kenne ich viele.
Wir genießen gerade das freie, unbestimmte Leben. Gehen entweder noch immer unserem Job nach oder stehen am Beginn des sog. Ruhestands und machen uns aber allmählich Gedanken, wie unser Leben nach dem aktiven Berufsleben aussehen soll. Was machen wir mit der vielen freien Zeit? Und werden wir weiter allein leben wollen? Oder wäre eine WG Gleichgesinnter vielleicht eine gute Alternative? Da hat man bestenfalls auch seine Ruhe, kann aber auch Ansprache haben, wenn man möchte. Alleinsein bei Bedarf und Gemeinschaft, wenn man sie mal gerade nötig hat. Gegenseitige Hilfe und Aufmunterung, Austausch von Ideen, Gedanken, Impulsen…. Hört sich für mich gut an.

Eine der FB Gruppen, die ich neulich gefunden habe, handelt genau davon.
Menschen zu finden, die ähnlich ticken wie man selber, mit denen man leben und ggf. auch immer mal wieder auf Reisen gehen kann. Bisher ist es nur ein Sammelbecken für Frauen. Männer wären aber grundsätzlich auch willkommen.

Mal sehen, wohin sich das alles so entwickelt.

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