Die Angst vor der Liebe

Sie ist immer da. Wenn die Verletzungen in der Vergangenheit allzu heftig waren und auch aus dem wunderbarsten Traumpaar dann nach Jahren ein Albtraumpaar wird, dann verliere ich den Glauben an die Existenz einer Liebe, die von Dauer ist. Und ich will nicht nochmal alte Fehler machen. Erst vertrauen und ihm alles glauben und in Augen schauen, die mir ein warmes Gefühl machen. Wo ich mich aufgehoben, verstanden,  geborgen und sicher fühle…. gefühlt habe. Ein Mensch, dem ich nichts Schlechtes zugetraut hatte. Alles hat so wunderbar und hoffnungsvoll begonnen. Sogar dramatisch, aufregend und herausfordernd. Und er hat sich gleich am Hochzeitstag als der Held bewiesen, für den ich ihn immer gehalten hatte. Mein Bund- unser Bund – war besiegelt und ich war so stolz und glücklich, dass ich ihn endlich gefunden hatte. Den Meinen.

Das ist beinahe 20 Jahre her. Jahre in denen viel passiert und noch viel mehr schief gegangen ist. Rückblickend kann ich das erkennen. Er sicher auch. Ich weiss es nicht.

Wir haben uns nicht scheiden lassen. Ist nur ne Formalität. Aber wir sind beide sicher sowieso nie wieder wirklich vertrauen zu können. Und die Ehe wird auch nie mehr unsere Lebensform sein, die wir leben wollen. Da ist viel kaputt gegangen.

Wir sind jetzt vernünftig. Wir haben das Lieben ad acta gelegt. Für immer. Sentimentaler Kram. Nichts für uns, die Erfahrenen, die die sich auskennen. Die wissen, wie der Hase läuft.

Wissen wir das wirklich? Und auch wenn wir auf diese besondere Liebe verzichten wollen…. können wir das denn auch? Ohne unter einem gewissen Mangel zu leiden?Das frage ich mich.

Es gibt sie immer wieder, diese Phasen in denen ich dünnhäutig bin, mich alleine fühle und neidisch auf Paare schaue, wenn sie einen vertrauten und verliebten Eindruck machen. Oder wenigstens einen harmonischen. Natürlich kann man nie hinter die Kulissen schauen. Ich bin selbst Meisterin im Schauspiel „Heile Welt & Eheglück“ gewesen. Man will ja nicht zugeben, dass es oft gewaltig schief läuft. Das eigene Versagen gibt man ungern zu. Wieder gescheitert? Wieder auf Sand gebaut? Nein, ich doch nicht!!!

Die schwachen und traurigen Phasen voller Einsamkeit und dem Gefühl – nichts und niemand liebt mich – werden abgelöst von den Phasen in denen mir das Single Leben als beste denkbare Lebensform erscheint. Und ich bin fest überzeugt, dass ich nie mehr was anderes möchte.

Und ich treffe Männer, die das genauso sehen. Und mit denen kann ich mich über dieses Lebensmodel austauschen. Doch ist uns damit geholfen? Nicht wirklich. Denn die Unverbindlichkeit macht uns wieder einen Strich durch die Rechnung.

Angst beherrscht uns auf der Suche nach einer neuen Liebe.
Verflixt! Wie komme ich da raus, aus dieser Spirale?
Hat jemand ne Idee?

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5 Antworten zu Die Angst vor der Liebe

  1. Die Angst einfach mal Angst sein lassen und sich ins Gefühl stürzen. Schließlich ist Angst ja auch ein Gefühl, ich glaub, Liebe ist aber cooler😉 aber was sag ich, mir gehts ja selbst auch wie dir🙈

  2. Myriade schreibt:

    Nichts erwarten, nichts erhoffen, dann kann man nur angenehm überrascht werden. Soweit die Theorie 🙂

  3. Ruthie schreibt:

    Ich hab auch keine Idee. Ich bin auch oft neidisch – am meisten noch auf die Harmonischen. Bei den Verliebten denke ich: Wie lange wohl noch. Oder: Die kennen sich sicher noch nicht lange. Desillusioniert halt…

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