Lets talk about 6

Dieser Slogan begegnet mir zur Zeit allerorten. In den sozialen Medien wie FB, Instagram und bei Clubhouse sowie auch im privaten Umfeld.  Sehr wahrscheinlich gilt auch hier:

Die Energie  folgt der Aufmerksamkeit

Denn die Menschen sind gerade, auch was Liebe, Lust und Sex angeht, eher im Ausnahmezustand. Vor allem die, die in keiner festen Partnerschaft leben und coronabedingt gerade nicht vorwärts gehen können. Sie kommen nicht raus und können keine neuen Menschen treffen, so wie sie das vor Corona gewohnt waren. Viele drehen deshalb langsam aber sicher so ein bisschen am Rad.

Und auch wenn diese Aufforderung, mal über Sex zu sprechen, schon viele Jahre immer wieder in der Musik, in Filmen und Talkshows auftaucht, wirklich getan wird es dennoch nicht. Immer noch bleibt dort die Diskussion sehr allgemein und an der Oberfläche.
Oder – anderes Extrem – sie geht unter die Gürtellinie. Und das will keiner, den das Thema ernsthaft interessiert, dem es wichtig ist und der sich weiter entwickeln möchte. Sei es nur zu seinem eigenen Wohl oder auch zur Verbesserung seiner jetzigen oder zukünftigen Beziehung.

(Mir fällt hier gerade auf, dass ich jeweils schreiben müsste „seiner/ihrer“… sorry, doch mal ehrlich: das gendern ist mir an der Stelle echt zu blöd. Ich rede selbstverständlich von Männer und von Frauen. Klar. Oder?)

Manch einer mag sich nun fragen:  Was will sie denn?? Sollen hier Einzelne die Hosen runter lassen und aus dem Nähkästchen plaudern?

Nein, sollen sie nicht. Mir geht es nicht um das WIE sondern eher darum, dass die Männer  nicht wissen, was die Frauen wollen und umgekehrt. Sie agieren meist unsicher aus ihrer Erfahrung heraus, aus der Vorstellung, was wohl gefragt und gewünscht ist. Da gibt es einmal die gesellschaftlichen Eckdaten…. wie hat ein Mann zu sein und zu agieren? Macht er, typisch männlich(?), den ersten Schritt, bestimmt den Takt? Forsch voran, fordernd und die Zügel in der Hand habend?

Und ist es die Frau, die dann darauf reagieren soll und darf? Oder kann sie auch mutig voran preschen und aktiv sein und bleiben…. manchmal wenigstens?

Die einen sagen so….. die anderen sagen so.
Geschmäcker sind verschieden.
Husch, husch zurück ins Körbchen.
Sowas fragt/sagt man besser nicht?
Das ergibt sich schon irgendwie?
Nein!! Tut es meistens nicht. Die Folge sind oft Frust und Enttäuschung. Rückzug.

Ich bin in den letzten Wochen verstärkt mit Frauen jeden Alters ins Gespräch gekommen. Und folgerichtig bin ich anschließend auf Beiträge von vorwiegend jungen Männern gestoßen, die sich viele Gedanken und auch Sorgen machen, wie sie in der Liebe möglichst viel richtig und am liebsten alles besser machen wollen, als ihre Väter und Großväter. Das ist doch mal ein Ansatz. Sich selbst in Frage stellen und nicht blind vertrauen darauf, was einem andere raten, was Brüder/Schwestern/Kumpel oder auch andere lebenserfahrene Menschen einem sagen oder was Frauen- und Männer-Magazine in ihren Sex Kolumnen raten. Und vor allem endlich aufhören zu spekulieren sondern die Barriere des Schweigens brechen und das Herz auf der Zunge tragen. Fragen stellen und selbst auch bereits sein, Antworten zu geben.
Kennt ihr das?
Manchmal hat sich zu einem bestimmten Thema eine Menge Material in deinem Kopf und Herzen angesammelt. Und das will raus. Es wird mehr und mehr, der Platz wird knapp, der Druck wird größer und größer und es fängt an heraus zu drängen. Kleine Zipfel schauen schon scheu um die Ecke. Sobald einer hin schaut, schreckt es zurück in die Dunkelheit der Anonymität. Denn das Thema fürchtet sich noch vor dem großen und mächtigen Auftritt. Es quält sich mit diversen Ängsten herum, es könnte nicht willkommen sein. Dabei weiß es tief drinnen: Die Welt wartet darauf und ist im Grunde bereit dafür.

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