Hunger

Das war während der letzten Tage öfters mal mein Thema. Aber nicht mal so sehr direkt der Hunger auf Essen. Eher so der Hunger auf Leben. Denn wann immer ich dachte, ich müsste jetzt mal wieder was essen, habe ich das zunächst gründlich hinterfragt. Das sind die positiven Nachwirkungen von OMEGA, meiner Fastenzeit.

Ist es echter Hunger,  wenn sich ein Gefühl von Leere einstellt, was nicht zwingend körperlich spürbar ist?

Zu oft und zu leicht habe ich in der Vergangenheit diesem Impuls kopflos nachgegeben. Und weil ich mich nach der Zufuhr von etwas Essbarem gleich besser gefühlt habe, war das meistens die einfachere Lösung. Ich brauchte mich mit diesen Gefühlen nicht auseinander setzen. Ich habe sie „weg gegessen“, aufgegessen. Und dann ging ich wieder zur Tagesordnung über.

Jetzt lebe ich bewusster. Und es gefällt mir sehr. Deshalb werde ich es beibehalten und noch ausbauen. Denn da liegt ein großes Potential für (m)ein gesünderes Leben.

Nicht essen ist definitiv einfacher. Das war in mehrfacher Hinsicht eine sehr leichte Woche, diese Null-Futter-Woche. Da brauchte ich darüber nicht nachdenken. Was aber auf Dauer natürlich nicht die Lösung ist. Schon klar. Deshalb kaue ich jetzt viele meiner Gedanken 36 mal und brauche bei manchen harten Brocken etwas länger, um sie verdauen zu können. (uns wurde nach dem Fastenbrechen empfohlen, jedes Essen – auch sowas wie die Smoothies – Bissen für Bissen 36x zu kauen. Denn damit verflüssigt man die Nahrung schon im Mund und die Verdauung beginnt bereits da. ABER es ist schwierig bis unmöglich das auf Dauer durch zu halten, glaubt mir. Oder versucht das mal selber.)

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                                                                                             Zeichnung von Marina Kaiser

Aus Gesprächen mit anderen Teilnehmern des OMEGA Kurses weiß ich, dass es vielen so geht und gegangen ist. Wir befinden uns unbewusst in einem Hamsterrad und essen gegen Einsamkeit, Langeweile und unerklärliche Gefühle von Leere an.  Dann ist es kurzzeitig besser, bis es mal wieder zu ähnlichen Situationen kommt oder wir stressige Zeiten erleben. Jeder hat einen anderen Grund oder gleich mehrere für dieses Verhalten. Und immer noch sind sich viele dessen nicht wirklich bewusst.

Erschwerend kommt hinzu, dass man uns über die Medien ständig glauben lassen will, dass wir uns doch was Gutes gönnen sollen. Nach der Arbeit, am Abend, am Wochenende, im Urlaub…..usw. Man beschießt uns permanent mit Werbung für Lieferservices oder Fertigfutter – convenience food – was schnell zubereitet werden kann oder nur erwärmt werden muss. Bunt und mit appetitlichen Bildern verpackte Produkte der Lebensmittelindustrie. Da tropft dir der Zahn, nicht nur wenn du ein Gerne-Esser bist, also ein leichtes Opfer. Da kann man auch den Fernseher ausgeschaltet lassen. Sie erreichen dich trotzdem übers Internet, übers Radio und auf hübschen Werbetafeln.  Immer und überall.

Und wirst du dann davon oder durch andere Ursachen krank, dann wissen sie auch sofort Abhilfe. Die Werbung für Medikamente aller Art wird auch immer mehr. Salben, Pillen, Pflaster und Cremes gegen so ziemlich alles füllen die Werbepausen. Und für die, die noch nicht Kunde der Pharmaindustrie – weil noch zu gesund – sind gibt es Antifaltencremes und Vitaminpillen. Denen kann man Haarentfernung empfehlen und Botox. So kriegen sie uns alle, die Jungen, die Gesunden, die Kranken und die Alten.

Der Moloch Pharmaindustrie hat einen unstillbaren Hunger. Und wir alle füttern ihn.
An der Stelle sei erwähnt, dass es natürlich auch sehr gute und wirklich wichtige Medikamente gibt, die unverzichtbar und lebensrettend sind. Aber das ist nur ein Bruchteil dessen, was vermarktet wird.

Es ist an uns vom Hamsterrad abzuspringen.
Wir müssen uns das alles nur mal bewusst machen.

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3 Antworten zu Hunger

  1. martinacarmenluise schreibt:

    Da hst Du was wahres gesagt. Ich möchte hier auch raus! Hoffnung gibt’s erst nächste Woche: dann aber erstmal Urlaub für 2 Wochen

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