In Tränen aufgelöst

Manch einer  könnte meinen: Na das geht ja gut los.
Und ich muss sagen. Ja, das tut es.

Gestern war am Abend online die Einführungsveranstaltung meiner Fastenaktion. Sie endete mit einer wunderbaren Kerzenmeditation. Das hat mir bereits gut gefallen. Mit dieser Stimmung bin ich dann auch bald danach schlafen gegangen.

Heute dann um 06:30 Uhr die erste Yoga Session für 20 Minuten. Ich bin 06:20 Uhr aufgewacht. Genau passend. Ohne Wecker. Knapp vor Beginn, aber das ist okay so. Ich war, genau wie die beinahe 4.000 anderen Teilnehmer auch, (ja, so viele Anmeldungen gibt es) noch recht müde und in einer relaxten Stimmung. Ich bin ein Frischling im Fasten und auch im Yoga. Deshalb ist es mir nicht gelungen alle Übungen wie vorgeschrieben durchzuführen. Aber ich bemühe mich redlich.

Nach dem Yoga dann 10 Minuten Pause. Ich habe mir einen Tee gemacht, bevor Dr. Rüdiger Dahlke uns etwas über das Fasten im Allgemeinen und unsere Pläne im Besonderen erzählte. Heute ist Obsttag. Wir dürfen alles an Obst essen, was uns gefällt und was wir so zu Hause haben. Ich habe mir zunächst mal ein Smoothie aus einem Apfel, einer kleinen grünen Paprika und einer Minibanane gemacht. Gewürzt mit Kurkuma und Koriander in Pulverform.

Die letzten 15 Minuten dieser morgendlichen Einstimmung kam von Veit Lindau. Er hat uns etwas über das Loslassen erzählt. Der Tag steht unter dem Motto Respekt. Gefällt mir sehr gut.

Nach dieser Stunde Fasten- und Yoga-Einstimmung war ich irgendwie in einer sehr schönen, gelösten Stimmung. Normalerweise wusele ich morgens durch die Wohnung, habe das TV laufen und flitze vom Bad in die Küche und ins Wohnzimmer. Ich packe meine Sachen für die Arbeit, frühstücke vor dem Fernseher, schminke mich und ziehe mich an.

Heute wollte ich am liebsten nichts von all dem. Fernseher blieb auf jeden Fall schon mal aus. Mich interessiert heute nicht, was in der Welt passiert. Ich will nichts wissen von Mord und Totschlag. Aber vor allem gehe ich den Hinweisen aus dem Weg, was man mir als unentbehrlich präsentieren und  verkaufen will. Daran habe ich wirklich gerade kein Interesse.

In dieser Kuschel-Muschel-Stimmung und den sehr legeren yogatauglichen Klamotten flätzte ich in meinem bequemsten Sessel und ließ meinen heraufziehenden Arbeitstag einfach links liegen. Mir doch wurscht!!

Und was passiert mir da? Genau in diesem Moment der Tiefenentspannung finde ich auf meinem Handy in einer kleinen, von mir selbst angelegten Datenbank, ein Gedicht von Josef Beuys, was ich glaubte noch nicht zu kennen, was aber definitiv von mir im Februar dort gespeichert worden war. *grübel**wie kann das sein?*

Lass Dich fallen

Lerne Schlangen zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die „ja“ sagen und verteile sie überall in Deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue Dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen, schaukle so hoch Du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen, verweigere Dich, „verantwortlich zu sein“ – tu es aus Liebe!
Mache eine Menge Nickerchen.
Gib Geld weiter.
Mach es jetzt.
Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge.
Bade im Mondschein.
Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell Dir vor, Du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern.
Höre alten Leuten zu.
Öffne Dich.
Tauche ein.
Sei frei.
Preise Dich selbst.
Lass die Angst fallen, spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in Dir.
Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken.
Werde nass.
Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe.

(Joseph Beuys)

Volltreffer. Mitten ins Herz! ❤️

Meine Tränenschleusen waren geöffnet und ich konnte es nicht wirklich erklären wieso. Aber es tat gut. Es fühlte sich richtig und gut an.
Also? Warum soll ich mich dagegen wehren?
Ich muss mich ja keinem erklären.
Und auch mir selber muss nicht immer alles erklärbar sein.

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2 Antworten zu In Tränen aufgelöst

  1. martinacarmenluise schreibt:

    Es muss ja nicht alles klar sein. Auf verschlungenen Pfaden kommt man auch voran.

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