Ach komm, nur ein kleines Schlückchen…..

…..das sollte doch nix ausmachen!!“ sagte der Alkoholiker. Und  schon war er wieder mitten drin in der Suchtfalle. Schnapp!! und sie war zu.

Dabei hatte es ihn einige Mühe gekostet den Ausweg aus der Sucht zu finden. Und er war so froh gewesen es endlich geschafft zu haben. Wie erleichtert er gewesen war….. Und jetzt? Alles wieder von vorn? Das konnte doch nicht wahr sein.

Kopf in den Sand.
Kann bitte mal jemand für mich den harten Teil der Arbeit übernehmen? Ich möchte das nicht. Mir ist das zu mühsam. Und ich trinke solange einfach weiter. Immer nur ein Schlückchen. Oder zwei oder so. Kann ja nicht so schlimm sein.

So.
Und ihr denkt euch sicher: Was – verflixt & zugenäht – will sie uns sagen? Ist sie unter die Alkoholiker gegangen? Säuft die jetzt???

Nein. Tue ich nicht. Aber es fällt mir einfach immer noch schwer zu akzeptieren, dass mich Kohlenhydrate süchtig machen. Man kann es auch zuckersüchtig nennen, aber da denkt jeder an den klassischen Süßigkeiten-Junkie. Und der bin ich nicht. Doch sobald ich Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis und Co. esse wie all die Jahre davor, dann kann ich beim besten Willen nicht halt machen vor Chips, Eis, Schokolade und Kuchen. Um nur einige zu nennen. Und ich habe bei meiner letzten ungewollten Studie am lebenden Objekt erneut feststellen müssen, dass ich am Abend oder zu anderen Leerlaufzeiten unruhig durch die Wohnung wandere  und nach Nahrung suche, wie ein Wildtier im Winter. Und dann wird alles vernichtet, was ich finden kann. Da mache ich auch vor Eszet-Schnitten oder Kuvertüre nicht halt. Wenn ich viel zu Hause habe, dann esse ich bis mich Bauchschmerzen oder ein ungutes Völlegefühl mich zur Ordnung rufen. Ich geniesse dann auch nicht sondern weiss, dass es falsch ist, was ich mache.  Der Ärger über mich selbst und meinen Mangel an Disziplin verdirbt mir dann alles. Schlechtes Gewissen lässt grüßen. Und der Verstand fragt mahnend: Wie dumm kann man sein, sich entgegen besseres Wissen so vollzustopfen?

Und wie ein Kind das glaubt, wenn es die Augen schließt, dann sehen auch die anderen es nicht, mache ich das mitunter wochenlang. Und ich gehe jeder Waage großräumig aus dem Weg. Weil allein der Gedanke an mein Gewicht mir schlechte Laune beschert.

Und dann kommt doch der Tag, an dem der Verstand mal wieder einsetzt. Mit einer Konfrontation mit den Tatsachen, so bitter sie auch sein mögen, zwinge ich mich dazu, die Augen endlich auf zu machen. Und ich steige auf die Waage. Schock schwere Not!!!!! Wieder zugenommen. Alles was so schön und mehr oder weniger mühsam abgenommen wurde – wie gewonnen so zerronnen. 😦

Also heisst es wie schon so oft
ALARM!! Drücke sofort den Reset-Button.

Und da bin ich durch den guten Rat einer Bekannten auf ein Programm gestoßen, was auf Kohlenhydratverzicht basiert. Da hab ich mich eingelesen und bin Sonntag vor ner Woche spontan eingestiegen. Klar, man muss auch hierbei selber planen, kaufen und kochen. Es gibt keine vorgegebenen Essenspläne, keine Punkte zu zählen, Mengen abzumessen/abzuwiegen oder Kalorienlisten zu führen. Und nur so kann es gehen. Ich kaufe jetzt wieder mit Verstand ein und lasse den für mich „gefährlichen“ Kram gleich im Laden. Ansonsten ist mein Leben sehr, sehr grün geworden. Die ganze Gemüseabteilung vor und zurück, rauf und runter. Ich darf nach einer Zuckerentzugs-Woche eigentlich wieder minimale Mengen KH essen. Aber ich bin garnicht so scharf drauf. Jedenfalls jetzt noch nicht. Viel zu schön ist wieder dieses Gefühl der Ausgeglichenheit. Kein Heißhunger auf all die schlimmen Sachen. Und das will ich mir nicht verderben. Nicht schon wieder. Das hatte ich gerade.

Einmal pro Woche darf ich einen sogenannten Nasch-Tag einlegen. Das heisst, ich darf dann in drei Mahlzeiten pro Tag auch essen, was ich die sechs Tage vorher ggf. vermisst habe. Alles ist erlaubt. Es gibt keine Tabus. Aber jeder entscheidet selbst, ob er sich an dem Tag ein halbes Schwein auf Toast reinschrauben will. Das könnte seine Abnehmerfolge der Tage zuvor zunichte machen. Will das einer?? Ja, manch einer will das vielleicht. Dann bitteschön. Jeder ist sein eigener Chef. Jedenfalls, was sein Essen angeht.

Nach dem Naschtag müssen es dann wieder 6 brave Tage sein bevor wieder über die Stränge geschlagen werden darf. Und so weiter und so weiter bis das Wunschgewicht erreicht ist. Und dann lernt man, wie das gehalten werden kann.

Bewegung ist auch erwünscht. Minimum 20 Minuten pro Tag. Das kann klassischer Sport sein, muss aber nicht. Auch ein flotter Spaziergang erfüllt hier schon den gewünschten Zweck. Die Regelmässigkeit machts.

Ist alles bekannt. Umsetzen ist die Herausforderung. Weiß jeder. Aber nicht jede(r) schafft das. Doch versuchen werde ich es immer wieder. Stehaufmännchen haut jetzt wieder rein.

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3 Antworten zu Ach komm, nur ein kleines Schlückchen…..

  1. FrauF schreibt:

    da ich das gleiche Programm mache, werden wir uns gnadenlos gegenseitig erinnern, besser gesagt: in den Elefanten-A… treten, abgemacht? Wär doch gelacht!
    Anmerkung: mir gehts auch total gut mit diesem System, denn ich habe in diesem Leben keine Lust mehr darauf, Punkte oder Kalorien zu zählen, und/oder mein Essen milligrammweise abzuwiegen und dauerfrustriert zu sen.
    Natürlich muss ich die Kohlehydrate im Auge behalten als Diabetikerin, aber genau da liegt ja der Hund begraben. Da ticke ich genau so.
    KH-Sucht. Leider, ist aber so.

    • chinomso schreibt:

      Elefanten-Armband?
      Elefanten-Anlage?
      Elefanten-Anmut?
      Elefanten-Aufgabe…….?….. ich komm nicht drauf.
      Was kann das nur sein, was du meinst?
      Man könnte zunächst an einen Elefanten-Arsch denken, aber das kann es nicht sein. Ich, das elfengleiche Wesen, habe sowas ja nicht. 🙂

      Janna, so machen wir das.
      Ich habe heute zum Frühstück ein halbes Eiweiß Brötchen mit Kochschinken gegessen. Und dazu einen Butterkaffee. Und was soll ich sagen? Ich habe kein bisschen Hunger?? Daher bisher kein Mittagessen und keine Zwischenmahlzeit. Zum Abendessen gibts Kürbissuppe mit Scampies.

      Ich bin ein böses Mädchen. Kann einfach nicht brav meine drei Hauptmahlzeiten essen, wie befohlen. Aber ich weigere mich zu essen ohne Hunger. So!!

  2. Marion schreibt:

    Meine Bewunderung geht ja in dem Moment los, wo du im Supermarkt verzichten kannst! Ich schaufle lauter gesunde Sachen in den Wagen… um dann in der Zielgeraden doch wieder die Tüte Chips in den Wagen zu werfen… wie dämlich bitte ist das?????

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