Schnell mal was essen

Immer wieder lese ich in den vielfältigen Abnehmblogs, wie sehr die Leute davon genervt sind, sich nun selber ihr Essen zubereiten zu müssen. Denn keinem will es nun mal gelingen, mit dem klassichen Fastfood oder mit Fertigprodukten, dem Convenience Food,  nennenswert abzunehmen.

Leider sind wir war auch ich viele Jahre schon sehr daran gewöhnt. Wir mögen es, nach der Arbeit oder auch vor der Arbeit in wenigen Minuten was Eßbares auf den Tisch zu bringen. Schlimmstenfalls heisst es dann Tüte auf, Pulver einrühren, aufkochen, fertig.  Es wird fertig vorgekochtes Essen aus der Dose auf den Teller gegossen oder gleich in der Kunststoffverpackung rein in die Microwelle gesteckt. Dann nach 2-3 Minuten ist das Essen fertig. Manche machen sich nicht mal die Mühe das Essen dann auch noch aus der Umverpackung zu nehmen. Und richtig haarsträubend finde ich, wenn die Leute das dann auch noch Kochen nennen.

„Was hast du heute gekocht?“
„Pizza Tonno aus dem Ofen – fertig ist mein Essen.“

Keiner weiß genau, was da so alles drin ist. Und die meisten von uns hat es bisher auch nicht wirklich interessiert. Hauptsache es geht schnell, macht satt und schmeckt einigermaßen passabel. Damit ist das Thema Essen in Windeseile abgehakt und man kann sich den vermeindlich wichtigeren Dingen widmen.

Das habe ich viele Jahre lang auch so gesehen und gehandhabt. Und mir war nicht klar, was ich mir damit antue. Irgendwann wacht man auf, wenns gut läuft. Und man lernt dann was dazu. Bei mir hat es vor ca. 2 Jahren in der Hinsicht Klick gemacht. Seitdem verwende ich immer weniger Fertigprodukte. Keine Tütchen mehr mit Rahmsoße oder Bolognese. Und auch keine früher so heiss geliebten Fix-Produkte mehr. Seit November 2010 backe ich sogar unser Brot und die Brötchen fast immer selbst. Ich mahle sogar das Mehl dafür selber. Damit habe ich angefangen, als wir uns die sündhaft teure Multifunktions-Küchenmaschine von einem namhaften Staubsauger Hersteller zugelegt haben. Und seitdem lege immer mal  noch ne Schippe drauf. Seit einiger Zeit kaufe ich auch die Gemüsebrühe nicht mehr im Laden, sondern koche eine Gemüsebrühpaste selber. Gerade gestern habe ich mir davon den Vorrat fürs nächste Vierteljahr gekocht. (Zutaten sind: Stangensellerie, Champignons, Möhren, Knoblauch, Lorbeerblatt, Zucchini, Olivenöl, Weißwein, Parmesan und grobes Meersalz)

Ich betreibe dieses Selbstmach-Hobby nicht sklavisch, bin kein verbohrter Körnerfresser und habe keine militante oder missionarische Einstellung, was das angeht… und auch sonst nicht. 🙂 Aber es tut mir soooo gut. Ich habe das gute Gefühl, heute besser als jemals zuvor zu wissen, was ich esse. Kochen und immer mehr selber zu machen hat für mich etwas Meditatives. Das geht auch wenn man einen Vollzeitjob hat. Okay, die Kinder sind groß, es gilt nicht schnell, schnell am Abend eine Horde hungriger Mäuler zu stopfen. Ich kann mir Zeit lassen und das tue ich auch. Und das genieße ich vorallem. Denn mir/uns tut das sehr gut. Ich habe schon ordentlich Kilos abgeworfen und bei meinem Wildhüter haben sich die Cholesterinwerte erheblich verbessert. Keine Pickel mehr, kaum Erkältungen, keinerlei Allergien etc.pp Es lohnt sich allemal. Wir alle sollten uns das wert sein.

Es lebe das slow food. Es hat auch ne sinnliche Komponente sich aus frischen, gesunden Sachen selbst was zu kochen. Und ich mag es, mich darüber zu informieren, was die Lebensmittel mit mir und meinem Körper machen.

In der Planung steht bei mir noch das Selbermachen von Nudeln. Denn das habe ich noch nie versucht. Es gibt aber Fertigprodukte, auf die ich **ich schwör** niemals verzichten werde. Rotwein zum Beispiel.

Hier ein Foto meiner Gemüseausbeute vom Samstagseinkauf.

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7 Antworten zu Schnell mal was essen

  1. weekswithout schreibt:

    wie schön!!! Danke dafür.

    es ist so einfach, gut zu essen. und nach einem stressigen Tag finde ich oft Entspannung beim „meditativen Gemüseschnibbeln“. ich liebe die Besuche auf dem Wochenmarkt und die Herausforderung, immer wieder etwas neues zu essen.

    Leider ist in unserer Gesellschaft dafür die Zeit und das Wissen verloren gegangen. Wenn alles schnell gehen muß und man immer auf Zack sein soll, dann ist es schwer 20 Minuten zu warten, bis Kartoffeln gar sind, geschweige denn die Zeit, die ein selbstgemachter Hefeteig benötigt…

    Dabei könnte man auf so vieles verzichten – Allergien, Herzkrankheiten, erhöhte Cholesterinwerte und dazu gleich auch auf die teilweise selbst krank machenden „Gesundheits-Nahrungsmittel“ – wenn man sich nur etwas Zeit nähme.

    ich finde es immer wieder verwunderlich, wie viel Geld und Zeit wir in unser Äußeres stecken. und wie wenig Gedanken, dafür aufwenden, was wir uns in den Mund stecken.

    • Gazellenpfad schreibt:

      …und wieviel Zeit ich auch immer noch vor dem PC rumhänge.
      Ich möchte da auch mal was dran ändern. Aber das hätte den Nachteil, dass mir dann der Austausch mit euch fehlen würde.

      Es freut mich, dass du da auch so ähnlich tickst wie ich. Ich meine, in Bezug auf das sinnliche Vergnügen des Kochens.

  2. mascha schreibt:

    ja das hab ich acuh schon fest gestellt.
    dadurch, dass ich das Glutamat so gar nicht vertrage, mach ich ja auch vieles selbst. Und die Städter (Arbeitskollegen) sind auch immerganz eschoffiert, wie ich neben Stall und Haushalt und Sport und überhaupt auch noch kochen kann. Die sind ja mit „nach der Arbeit auf die Couch“ schon überfordert und fix und fertig.

    Nudeln selbst machen: ich empfehle die Tupper Spätzleria. I LIke!

  3. Auf der Suche nach Informationen zum Thema Essen habe ich diese Webseite gefunden. Danke für diese gut recherchierten Informationen. Liebe Grüße, Evelyn 🙂

  4. 3olotko schreibt:

    ich kann`s unter jedem wort unterschreiben :-))

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