Bin ich nicht ein Glückskeks?

Diese Woche war ich wieder einmal mit den Kollegen mittags zum Essen beim Asiaten. Ist glaub ich ein Vietnamese oder Koreaner. Jedenfalls ist er sehr gut und sehr günstig. Deshalb treibt es uns immer wieder hin. Die bieten dort auch frisch gerolltes Sushi an und meine Mitesser sind große Fans davon. Ich weniger.

Seit ich nach WW lebe, muss möchte ich mir auch im Restaurant schon sehr genau überlegen, was ich esse. Ich liebe „Chinesische Nudeln, gebraten mit Meeresfrüchten“. Die schlagen mit 16 Punkten zu Buche. Und das ist okay. Damit komme ich gut zurecht.

Einer der Kollegen ist extrem dünn. Den würden im Park die Enten füttern, anstatt umgekehrt. Der geht zwar immer mit uns mit zum Essen, aber er ißt nie auf. Die Wirtin weiss schon, dass sie ihm mindestens die Hälfte der Portion einpacken soll.

Wir anderen sind gute Esser und sehen auch so aus. Und da es dort wirklich sehr lecker schmeckt, sind unsere Teller auch immer leer.  

Diesen Dienstag habe ich mir zur Überraschung meiner Kollegen einmal Glasnudeln mit Hähnchen und Gemüse ausgewählt. Der Grund war nicht zuletzt, dass ich dann nur 10 Pkt. investieren muss. Bei der Bestellung und auch während des Essens erntete ich bereits verwunderte Blicke. Nachdem ich die halbe Portion gegessen hatte, fing ich an, scheinbar lustlos in den Nudeln herum zu stochern. Aber eben nur scheinbar. Denn ich mochte es wirklich gerne, spürte aber, dass ich zu 90% satt war. Und so sortierte ich eifrig auf meinem Teller herum. Die Guten ins Kröpfchen, die Schlechten ins Töpfchen. Gemüse und Hähnchen fischte ich mir heraus. Die Hälfte der Nudeln blieb auf dem Teller liegen, als ich wenig später mein Besteck weg legte. 

Wie auf Kommando schauten meiner Mitesser von ihren Tellern auf und der Dünne sprach aus, was alle dachten: „Was ist denn heute los? Bist du krank?“
Ich lächelte und antwortete: „Neee, aber satt.“ 

Dieses Verhalten ist neu und es fühlt sich gut an. Es fiel auf, dass ich mir nach dem Essen nicht so gemästet vorkam, wie sonst immer. Und – oh Wunder – das 14 Uhr-Loch, der Leistungsabfall am Nachmittag, fiel an diesem Tag auch nicht so krass aus.

In meinem unsichtbaren Glückkeks stand: Sie sind lernfähig und tun sich was Gutes.

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8 Antworten zu Bin ich nicht ein Glückskeks?

  1. torenia schreibt:

    Das klingt aber super. Wie kam es denn plötzlich dazu?

  2. chinomso schreibt:

    Ich weiss garnicht. Es kann sein, dass es daran lag, dass ich einige Wochen nicht dort war und seit dem letzten Besuch beim Asiaten einfach generell weniger esse als früher. Und ich habe gelernt, zu erkennen wann ich satt bin.

    Hoffentlich bleibt das jetzt so.

  3. SOLEILrouge schreibt:

    Zu erkennen, wann man satt ist, ist ein tolles Gefühl!
    Freut mich für dich, dass du es gespürt hast und dich darüber auch freuen konntest… ganz zu schweigen von den anerkennend-erstaunten Blicken/Kommentaren ;-))
    Liebe Grüße,
    SOLEILrouge 🙂

  4. Sudda Sudda schreibt:

    Das war aber auch ein äußerst passender Glückskeks.

    SUPER!

    Du bist auf dem richtigen Pfad… dem Gazellenpfad!

  5. paradalis schreibt:

    Ach, das ist doch schön!
    🙂

    Ich halte weiterhin die Daumen gedrückt. Obwohl – wenn du so weiter machst, sagen die dann auch zu dir, dass die Enten im Park dich füttern und nicht umgekehrt. (Cooler Spruch, übrigens!)
    🙂

    Herzliche Grüße
    Heike.

  6. Wiegand schreibt:

    Ich bin stolz auf Sie :-)!!!!!!!!
    Liebe Grüße KW

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