Tag 11 – Erkenntnis sickert ein

Gestern wurde mir auf einmal klar, was hier abgeht. Wenn ich so zurück denke, dann ist es mir gerade das erste Mal in meinem Leben möglich, dass ich es völlig entspannt schaffe, gesund zu essen. Okay, sagen wir mal so. Als Kind habe ich das sicher auch. Denn da machte ich mir über Essen und das Wie und Wo und Wann und Was keine Gedanken. Das erledigten meine Eltern. Damals war ich auch zu keinen Zeitpunkt dick. Im Gegenteil. Ich wurde ein Jahr später eingeschult, weil ich so ein Fähnchen im Wind war, ein sehr zartes Kind. Das ist heute kaum mehr vorstellbar, wenn ich mich so sehe. Aber Essen war damals Ernährung. Genuss war nett, aber eher unwichtig. Denn es gab einfach Wichtigeres als das.

Dicker wurde ich erst als Erwachsene. Das begann in einem Alter, als ich Frust erlebte. Und Frust kompensierte ich mit Genuß. Leider hatte das zur Folge, dass ein Kilo nach dem anderen kam und blieb. Dann irgendwann erreichte ich den Punkt an dem es Zeit wurde, was gegen die Kilos zu tun. Der erste und wirklich dumme Gedanke war: DIÄT. Das hiess Verzicht, Kalorien zählen, wiegen, messen, anstrengen, darben, schlechte Laune, Enttäuschung über den mageren Erfolg trotz des Kampfes. Irgendwann war der Heißhunger größer als die Kraft und ich schmiss die Brocken hin. Dann ließ ich die Zügel wieder schleifen und machte trotz schlechtem Gewissen und Wissen um die Folgen weiter wie vorher. Und so ging die Kurve mit den Jahren nach oben-oben-oben.

Und ich kann es nicht erklären. Was immer so schwer war und ein Kampf, ist auf einmal scheinbar so leicht. Es hat irgendwie KLICK gemacht. Ich habe ein bisschen Angst, dass es morgen wieder KLACK macht und alles ist wie vorher. Aber von dieser Angst lasse ich mich nicht leiten. Ich genieße es vielmehr. Was mich am meisten fasziniert: Ich wiege nichts ab außer mich selber jeden Morgen. 🙂 Ich zähle keine Kalorien, berechne keine Punkte, hab kein Bauchgrummeln vor einem Wiegetermin (so wie letztes Jahr oft und öfter) und ich bin völlig entspannt, was das Thema angeht. Mein Vorteil ist, dass ich durch ein Jahr Mitgliedschaft bei den Gewichtswächtern weiss, was gut und richtg und wichtig für mich ist. Ich koche fettarm und möglichst zuckerfrei, ich esse sehr viel Obst und Gemüse, täglich Joghurt und Käse und trinke-trinke-trinke. Das habe ich gelernt. Und dafür hat es sich gelohnt, dass ich ein Jahr lang bezahlt habe. Denn das Wissen nutze ich jetzt. Und fairerweise muss ich sagen: Wer das auch mal ne Weile mitmacht, der lernt was fürs Leben und das ist jeden einzelnen Cent wert.

Wenn ich das mit der entspannten Einstellung und der Disziplin so weitermachen kann und keinen Rückfall bekomme, dann wird alles gut.

Ich gebs zu. Das klingt hier alles so ein bisschen verstrahlt. So, als würde ich irgendwelche Pillen nehmen oder als wär ich ner Sekte beigetreten. Aber ich bin momentan meine eigene Droge. Und ich finds richtig Klasse, denn 3,5 kg sind am heutigen Tag weg. Und das ohne jeden Stress.  Hoffentlich ist das alles kein Traum und gleich klingelt der Wecker.

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4 Antworten zu Tag 11 – Erkenntnis sickert ein

  1. Elke schreibt:

    Mit dieser deiner Einstellung
    dürfte nichts schief gehen, finde ich.
    Bravo und Glückwunsch zu den 3,5 kg.

  2. nicky-neck schreibt:

    Halli Hallo- Hallöchen!
    Ja, ich gratuliere auch ganz herzlich.
    Und ich muss sagen, man sieht es schon ;oD
    Doch ehrlich, du strahlst mehr und frischer und deine Mundwinkel sind auch enthusiastischer und öfter und vor allem leichter nach oben unterwegs ;o>
    Mach weiter so!
    P.S. Deine TackTick hört sich gut an und ich glaub du hast im Moment genug Leute die um dich rum stehen und dir auf die Finger hauen oder/ und in den A… treten ;o>

  3. nicky-neck schreibt:

    > Let us be your „Weightwatcher“ ;o> *ggg*

  4. chinomso schreibt:

    Ach du schande. **kicher**
    Na solange hier keine Kameras aufgestellt werden.
    Aber bislang könnten die hier ruhig rumstehen. Gibt nix Verbotenes zu sehen.

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